Familien mit schwer erkrankten Kindern fehlt Unterstützung

Tag der Kinder- und Jugendhospizarbeit

Copyright:Ruprecht Stempell für Malteser Hilfsdienst e.V., Erna-Scheffler-Str. 2, 51103 Köln

Erfurt. Familien, in denen ein lebensbedrohlich oder lebensverkürzend erkranktes Kind lebt, sind zu sehr auf sich gestellt. Zu diesem Urteil kommen die Malteser, der größte Anbieter ambulanter Kinder- und Jugendhospizarbeit in Deutschland. In Zeiten von Corona ist die Unterstützung für diese Familien besonders herausfordernd.

Denn aus Angst vor Infektionen ziehen sich viele betroffene Familien noch mehr als andere aus dem sozialen Leben zurück. Es gilt, das Risiko einer zusätzlichen Ansteckung des erkrankten Kindes zu verringern. Neben der Pflege des kranken Kindes müsse zudem für die Geschwisterkinder der Zugang „nach draußen“ erhalten bleiben, appellieren Experten und Praktiker. Die Geschwister benötigten eine individuelle Ansprache, die ihnen Ängste nimmt und zugleich Mut macht, ihr eigenes Leben zu leben.

Ehrenamtliche Begleiterinnen und Begleiter, die mit den Geschwisterkindern Zeit im Freien verbringen oder digital unter anderem bei den Hausaufgaben helfen und spielen, sind ein wichtiger Teil des Angebotes. Darüber hinaus ist es das Ziel, die Eltern (oft auch die alleinerziehenden Elternteile) durch qualifizierte Koordinationskräfte zu beraten und in den vielfach unübersichtlichen Unterstützungsmöglichkeiten Orientierung zu geben. Dabei beziehen sich die möglichen Hilfeleistungen sowohl auf das kranke Kind als auch auf das ganze Familiensystem. Eine Kostenübernahme für diese umfassende Koordinationsleistung ist nur zum Teil über die Krankenkassen gesichert. Immer noch müssen bis zu 40% aller entstehenden Kosten über Spenden finanziert werden, damit das Angebot für die Familien kostenfrei erfolgen kann.

Anlässlich des Kinderhospiztages 2022 (10. Februar) hat der ambulante Kinder- und Jugendhospizdienst der Malteser in Erfurt ein illustriertes Trostbüchlein gestaltet und an Familien mit trauernden oder erkrankten Kindern versendet, um auch unter Kontaktbeschränkungen ein Zeichen der Verbundenheit und Nähe zu setzen. Das Pixi-Heftchen und weiteres Informationsmaterial auch zum ehrenamtlichen Engagement kann unter folgendem Kontakt angefordert werden:

Malteser Hilfsdienst e.V.
Ambulanter Kinder- und Jugendhospizdienst Erfurt und Umland
Jasmin Kleingärtner
August-Schleicher-Straße 2
99089 Erfurt

 Malteser Kinder Und Jugendhospizdienst

Die Malteser haben ihre Anfänge als Hospitalitätsorden mit der modernen Hospizbewegung verbunden. Aus dieser Ordensgeschichte rührt der Auftrag her, "den Herren Kranken zu dienen“. Wir sehen dies heute als eine besondere Verpflichtung und zugleich als Ausdruck unserer spirituellen Wurzeln, aus denen heraus die Umsetzung der Hospizidee getragen wird. Hospizarbeit gründet auf der Idee, durch ganzheitliche Zuwendung einen vertrauten Raum zu schaffen, in dem der Mensch bis zuletzt in Würde leben darf, ohne Angst, dass sein Leben künstlich verlängert oder verkürzt wird. Dies schließt die Hoffnung auf Gesundung ebenso ein wie die Hoffnung auf ein Weiterleben nach dem Tode. Die Hospizidee beinhaltet, den schwerstkranken und sterbenden Menschen in seiner physischen, psychischen, sozialen und spirituellen Dimension wahr- und anzunehmen. Die Umsetzung dieser Idee ist grundsätzlich an jedem Ort möglich, an dem es Menschen gibt, die die Bedürfnisse des sterbenden Menschen ernst nehmen und die bereit sind, sich für eine palliative Therapie einzusetzen. Wir bieten ein abgestuftes Konzept ambulanter und stationärer Hospiz- und Palliativarbeit für schwerstkranke Kinder, Jugendliche, Erwachsene und deren Angehörige an.
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