Evolution live

Auge in Auge mit dem Heringsbuntbarsch beim Vivariumstag an der Edith-Stein-Schule


"Schau mir in die Augen, Kleiner!"
Ein Heringsbuntbarsch (vorderes Viertel)
Auge in Auge mit dem Heringsbuntbarsch beim Vivariumstag der Edith-Stein-Schule

Pressemitteilung der Edith-Stein-Schule Erfurt:


"Im neuen Tanganijkabecken können Besucher des Vivariumstages beobachten, wie Evolution funktioniert. Alle hier lebenden Buntbarsche sind Spezialisten, die sich in einem für die Evolution unglaublich kurzen Zeitraum von nur 100.000 Jahren entwickelt haben", erklärt Wolfgang Hock. Der Vivariumsleiter steht vor einem neueingerichteten Aquarium, das zum Vivariumstag der Edith-Stein-Schule (Trommsdorffstr. 26) am Sonntag, dem 23. November, von 13.30 Uhr bis 17 Uhr erstmals der Öffentlichkeit gezeigt werden soll.


Die Eröffnung des Tanganijkabeckens ist aber nur einer der Höhepunkte des Programmes am Vivariumstag. Darüberhinaus werden die neuen artgerechten Wüstenterrarien für Bartagamen sowie die neuen Aquaterrarien für Rotkehlanolis und Rotbauchunke vorgestellt. Zahlreiche Experimente und Biospiele bieten vielfältige und neuartige Einblicke. So stehen junge Vivarianer bereit, interessierten Besuchern unter anderem Einblicke in die Geheimnisse der Schleuderzungenfangtechnik des Chamäleons und die Rätsel des Lebenselexiers der zwanzig Jahre alten Vogelspinne Harry zu geben. Im Cafe wird Ameisenkuchen mit Froschlaich serviert, und beim Mausroulette dürfen Wetten abgeschlossen werden.


Genau wie im zentralafrikanischen Tanganijkasee, dem zweitgrößten Süßwassersee der Welt, bildet das neu einzuweihende Tanganijkaaquarium verschiedene ökologische Nischen ab. "Diese Nischen sind Voraussetzung dafür gewesen, dass sich aus wenigen unspezialisierten Arten im Tanganijkasee über 300 Arten von unterschiedlich angepassten Spezies entwickelt haben, die es nur in diesem See gibt", führt Wolfgang Hock aus. Deshalb wurde bei der Anlage des Aquariums auch Wert darauf gelegt, dass im Becken verschiedene verhaltensökologische Aspekte hautnah entdeckt werden können.


So brüten der Goldbuntbarsch und der Verstreifenbuntbarsch unter Einsatz aller Familienmitglieder ihren Nachwuchs in Höhlen aus. Ganz auf sicher gehen der Perlhuhnbuntbarsch und Heringsbuntbarsch, indem sie ihre Brut im Maul beschützen. Mit dem Bau des Beckens wollen die Leiter des Vivariums auch ein Bewusstsein schaffen, dass die Artenvielfalt des Tanganijka in Gefahr ist. In den vergangenen Jahrzehnten ist die Wassertemperatur bereits um mehr als ein Grad Celsius gestiegen, was dramatische Folgen für das gesamte Ökosystem haben wird. Außerdem werden von den Einheimischen Speisefischarten eingesetzt, die die bisherige Vielfalt an Buntbarschen einfach wegfressen.


(Stefan Borrmann)



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