Es gibt immer einen AUSWEG

Das Caritas-Projekt AUSWEG bietet seit zehn Jahren ein Netzwerk mit Hilfsangeboten für schwangere Frauen und  Mütter mit Kindern in Not

"Es gibt Themen, da gibt es kein einhundertprozentiges Ja oder Nein, die haben eine gewisse Ambivalenz. Und trotzdem muss man sich auf die ein oder andere Seite stellen,  weil man handeln  oder sich zumindest  entscheiden muss. Vor zehn  Jahren fiel eine solche Entscheidung mit Babykorb,  anonymer Geburt,  Vermittlung in Pflegefamilie oder Adoption im vernetzten Hilfsangebot des Caritas Projektes AUSWEG - Hilfe für schwangere Frauen und  Mütter mit Kindern in Not", so Caritasdirektor Bruno Heller bei der Pressekonferenz  zum zehnjährigen Jubiläum.

Mitte Februar 2001 kam es unweit der Caritas in der ehemaligen Erfurter Frauenklinik  zur Eröffnung des ersten Thüringer Babykorbes.  Keine Woche später fand sich darin der erste Säugling. "Die Eröffnung war nur möglich mit politischer Unterstützung der im Landtag vertretenen Fraktionen", erinnerten Rosemarie Bechthum (SPD) und Johanna Arenhövel (CDU), die heute nach wir vor unterstützend zum Projekt stehen. Maßgeblich iniziiert wurde der  Babykorb von Prof. Dr. Udo Hoyme begleitet vom Erfurter Jugendamtsleiter Hans Winklmann. Bereits im März begannen Partnergespräche für ein übergreifendes Projekt - zwischen Frauenklinik, Jugendamt, den Schwestern vom Guten Hirten und der Caritas. Eines war klar: Je mehr Partner mitmachen, desto besser sei es, erinnerte sich Heller.

Neben dem HELIOS-Klinikums mit Babykorb, anonymer  Geburt, und Hebammennotruf, dem Angebot der Schwestern vom Guten Hirten mit geschützte Unterkunft, Vermittlung materieller und finanzieller Hilfen und Krisenintervention, dem Netzpartner Erfurter Jugendamt mit  Pflegeeltern, Adoption und Beratung, der Telefonseelsorge mit Krisenintervention und den Schwangerschaftsberatungsstellen mit Beratung, Vermittlung von Hilfen sind somit die "Netzpartner der 1. Stunde" genannt.  Heller weiter: "Mich fasziniert bis heute die Tatsache, dass in Thüringen mit dem Projekt AUSWEG ein so großes Netzwerk geschaffen werden konnte. Das scheint mir nach wie vor - in dieser Breite - bundesweit einmalig zu sein."

2003 gab es eine Erweiterung: der zweite Babykorb Thüringens am Eisenacher "St. Georgsklinikum" und die Einbindung des  Jugendamtes. Und 2008 erfolgte die Einbindung des  Saalfeld-Klinikums der Thüringen-Kliniken "Georgius Agricola"  mit Babykorb/ anonymer Geburt und  Einbindung des Saalfelder Jugendamtes.

"Unser gemeinsames Netzwerk ist weit mehr als eIne so genannte Babyklappe. Es ist ein einmalig  vernetztes Hilfsangebot für Frauen und Mütter mit Kindern in Not.  Mit Nachdruck möchte ich immer wieder auf diese Vernetzung hinweisen, da sie sehr wichtig ist", so Heller.  "In den Jahren 2002 und 2004 haben wir uns als Caritas an der Erarbeitung der vom Thüringer Sozialministerium herausgegebenen  Arbeitshilfen zum Umgang mit anonymen Geburten im Freistaat Thüringen beteiligt.  Uns ging es dabei auch um die Vergewisserung der eigenen Position und immer wieder um Vernetzung", ergänzte der zuständige Caritasreferent Christian Maschke.

Abschließend schätze Heller ein: "Es gibt eine Art Dauerkonflikt zwischem den großen Themen  Recht auf Leben und dem Wissen um seine Herkunft  Es gibt Pro und Contra, Befürworter und Gegner. Auf eine Seite muss man sich stellen." Die Caritas hat immer auf der Seite der Befürworter dieses Hilfsangebotes - also auf der Seite der Akteure gestanden und will dies auch zukünftig tun. Einer Diskussion darüber muss sich  auch die Caritas stellen. Die Projektpartner waren sich darüber einig, dieses vernetzte Hilfsangebot noch bekannter zu machen.

Projekthotline : 0800-6431714
Erfurter Hebammendienst, Notruf: 0361-7814142


Quelle: Pressemitteilung der Caritas im Bistum Erfurt. Den Inhalt verantwortet der Absender.