Erzbischof Zollitsch würdigt ARD-Themenwoche "Leben mit dem Tod"

Enttabuisierung eines schwierigen Themas

Der Vorsitzende

der Deutschen Bischofskonferenz, Erzbischof Dr. Robert Zollitsch, hat die am 17.

November 2012 in der ARD beginnende Themenwoche "Leben mit dem Tod"

als wichtigen Beitrag zum Umgang mit Tod und Trauer gewürdigt. "Wir

brauchen dringend eine grundlegende Auseinandersetzung mit dem Thema Sterben

und Tod. Die Themenwoche als ein etabliertes Fernseh- und Hörfunkformat, das

viele Menschen erreicht, ist dazu ein wichtiger Beitrag. Ich finde es ein

ermutigendes Zeichen, wenn sich die ARD-Anstalten mit dem oft tabuisierten

Thema ‚Tod’ auseinandersetzen. Das differenzierte Programm spricht ganz

unterschiedliche Zuschauer und Zuhörer an. Auf sensible und tiefsinnige Weise

werden Tod und Trauer, aber auch Sterbebegleitung und ethische Grenzfälle

aufgegriffen. Es ist gut, wenn wir wieder lernen, selbstverständlicher über

Sterben und Tod zu sprechen. Sie gehören zum Leben", sagte Zollitsch.

Die katholische

Kirche unterstütze diese Themenwoche in besonderer Weise. "Uns ist die

Auseinandersetzung mit dem Thema wichtig und wir als Kirche haben eine klare

Position dazu. Gerade Sterben und Tod bringt viele Menschen, vor allem

trauernde Angehörige, Freunde und Nachbarn der Verstorbenen, oft wieder neu in

Kontakt mit der Kirche und dem Glauben. Das ist für uns nicht nur eine

pastorale Chance, sondern ein grundlegender seelsorglicher Auftrag. Ich bin dankbar,

dass viele Pfarrgemeinden in Deutschland und zahlreiche katholische

Medieneinrichtungen die ARD?Themenwoche aktiv bewerben", so Zollitsch.

Erzbischof

Zollitsch betonte den Auftrag der Kirche: "Wir stehen Sterbenden und

Trauernden zur Seite und schieben sie nicht beiseite." Dabei gehe es immer

um eine Begleitung des Sterbenden bis zum letzten Moment: "Die Sorge um

eine menschenwürdige Sterbebegleitung, die sich an den Grundsätzen der

Leidminderung, Zuwendung und Fürsorge orientiert und die jede Form einer Hilfe

zur Selbsttötung entschieden ablehnt, ist eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe.

Für die katholische Kirche hat sie höchste Bedeutung." Das habe der

Ständige Rat der Deutschen Bischofskonferenz vor wenigen Wochen erneut

bekräftigt, sagte Zollitsch. "Gerade der Monat November erinnert uns mit

seinen Gedenktagen wie Allerheiligen und Allerseelen an Tod und Auferstehung.

Ich wünsche mir eine verstärkte Sensibilität, dass Tod und Begräbnis, aber auch

das Sprechen über den Tod Aufgabe der ganzen Gemeinde vor Ort sind. Dabei muss

das christliche Menschenbild wieder stärker ins Bewusstsein unserer

Gesellschaft rücken: Jeder Mensch ist Geschöpf Gottes und zugleich Gottes

Ebenbild. Es gehört zum Wesen des Menschen, auf eine bleibende Existenz über

den Tod hinaus zu hoffen. Je mehr ich an das ewige Leben glaube, desto gelöster

und gelassener kann man mit dem Tod umgehen. Die Würde des Menschen - die über

den Tod hinaus reicht ?, zu respektieren, heißt auch seine Sehnsucht und seine

Hoffnungen anzuerkennen", so Zollitsch. In diesem Sinne trage die

ARD-Themenwoche beispielhaft dazu bei, den Tod zu enttabuisieren. "Ich

hoffe, die Beiträge der ARD zeigen, dass die Beschäftigung mit dem Tod hilft,

erfüllt zu leben und gelassen zu sterben, und dass es die Pflicht jedes

Menschen ist, unzweideutig für die Achtung der Menschenwürde einzutreten."

Quelle:

Pressemitteilung der Deutschen Bischofskonferenz. Den Inhalt verantwortet der Absender.