„Engel am Zug“

Ökumenische Bahnhofsmission in Erfurt soll einen Pavillon erhalten

Bild: Peter Weidemann; in. Pfarrbriefservice.de

Wer an einem Freitagnachmittag auf dem Erfurter Hauptbahnhof ist, kann unter Umständen Engel erleben. Flügel tragen sie keine, dafür blaue Westen mit einem runden Aufnäher auf der linken Vorderseite und auf der Rückseite, auf dem das Logo der Bahnhofsmission zu sehen ist.

Derzeit engagieren sich etwa 20 „Engel am Zug“ jeden Freitag von 14 bis 18 Uhr auf dem Erfurter Hauptbahnhof. Ehrenamtlich. Ab September wird dieser Dienst versuchsweise ausgedehnt.
Dann können sich Reisende, Hilfesuchende und Mitarbeiter*innen des Bahnhofs auch sonntags von  13 bis 16 Uhr an die „Engel am Zug“ wenden. Denn sie sind ansprechbar, haben Zeit und ein offenes Ohr für kleine und große Nöte. Sie unterstützen Menschen mit Handicap z.B. beim Umsteigen, sie vermitteln schnell und unbürokratisch an Einrichtungen im Erfurter Hilfenetz, sie geben Auskunft, deeskalieren in bestimmten Situationen (wenn die Aufregung groß ist, weil z.B. extreme Wetterlagen den Bahnverkehr einschränken), geben Auskünfte und führen Gespräche.

Ungefähr 1.500 Menschen haben im letzten Jahr die „Engel am Zug“ in Anspruch genommen; bei etwa 260 Personen waren es sich tiefergehende seelsorgliche Gespräche und Krisenintervention. Bei sieben größeren Störungen im Eisenbahnbetrieb waren sie deeskalierend zur Stelle.

Mit ihrem ehrenamtlichen Einsatz geben sie der Gastfreundlichkeit nicht nur ein Gesicht, sondern auch Hand und Fuß.

Bessere Bedingungen für die „Engel am Zug“ in Erfurt

Vor zwei Jahren, am 14. Juni 2017, wurde der gemeinnützige Trägerverein „Ökumenische Bahnhofsmission Erfurt e.V.“ gegründet.
Da bislang kein Raum für die Arbeit zur Verfügung gestellt werden konnte, plant die Deutsche Bahn mit der Bahnhofsmission die Erstellung eines Pavillons auf dem Gleisbereich. Die Finanzierung erfolgt durch öffentliche und private Geldgeber, ein Großteil der benötigten Summe ist bereits zugesagt.

Der geplante Pavillon:
•    Das örtliche Bahnhofsmanagement (stations & services) plant bis November 2021 gemeinsam mit der Bahnhofsmission die Erstellung eines Pavillons vor dem Gleisbereich 3–8  
•    Größe ca. 40 Quadratmeter
•    Geplant sind Begegnungsraum für die „Gäste“, Gesprächsraum/Büro, WC Mitarbeiter
•    Laut Machbarkeitsstudie der Bahn Gesamtkosten in Höhe von 252.000 Euro (Planung und Bau am Bahnhof ist langwierig und teuer wegen Statik, Sicherheit, Gewährleistung der Abläufe etc.)
•    Die Bahn AG übernimmt Planungskosten von 89.000 Euro sowie die laufenden Betriebs- und Nebenkosten von etwa  9.000 Euro pro Jahr
•    Rest der zu finanzierenden Summe: 163.000 + 10.000 Euro Einrichtung

Geplante Finanzierung:

•    100.000 Euro von der Vereinigten Kirchen- und Klosterkammer Erfurt (Die traditionsreiche Stiftung öffentlichen Rechts pflegt die Kammer Kulturelles Erbe, leistet mit ihren Stiftungserträgen Beiträge zur Werterhaltung und Instandsetzung kirchlicher Bauten und fühlt sich mit finanziellen Zuwendungen karitativen und diakonischen Anliegen verpflichtet; www.klosterkammer-erfurt.de)
•    40.000 Euro von der Share-Value-Stiftung Erfurt (Gegründet von Günter Weispfenning, Zweck ist die Beschaffung von Mitteln für gemeinnützige Einrichtungen der Jugendhilfe, der Altenhilfe, des öffentlichen Gesundheitswesens und des Wohlfahrtswesens, in denen in christlichem Sinn Hilfe geleistet wird; www.shareholdervalue.de)
•    2.000 Euro von der Pax Bank Stiftung
•    4.500 Euro Einzelspenden
•    Summe der bisher zugesagten Mittel: 146.500 Euro, es fehlen noch 16.500 Euro für den Bau +  10.000 Euro für Einrichtung

Weitere Informationen im Internet: www.bahnhofsmission-erfurt.de