Einspruch!

Katholische Kirche: CDU und SPD in Thüringen sollen als Koalition nicht das Landeserziehungsgeld gefährden

 

 

Erfurt (BiP). Die katholische Kirche in Thüringen befürchtet, dass das Landeserziehungsgeld durch die Koalitionsvereinbarungen zwischen CDU und SPD faktisch abgeschafft wird.

"Wenn es einen Anspruch auf einen Kita-Platz ab dem ersten Lebensjahr geben soll, muss auch das Landeserziehungsgeld ausgeweitet werden, sonst gibt es für Eltern keine Wahlfreiheit mehr", appelliert der Leiter des Katholischen Büros Erfurt, Ordinariatsrat Winfried Weinrich, an die Verhandlungsführer der Koalitionsgespräche.

Das von der CDU-Regierung 2006 eingeführte Landeserziehungsgeld wird maximal 12 Monate lang an Eltern gezahlt, die ihr Kind im dritten Lebensjahr nicht in eine Kita geben, sondern es selbst zu Hause betreuen und erziehen wollen. "Wenn es nur einen Rechtsanspruch auf eine frühere Kita-Erziehung gibt, werden die daheim erziehenden Eltern finanziell schlechter gestellt", mahnt Weinrich. Außerdem würde sich der Druck auf sie erhöhen, ihr Kind früher in eine Kita zu geben, als sie es tatsächlich wollten.

Für den Ordinariatsrat ist es unverständlich, dass 20 Jahre nach dem Ende der DDR die Weichen praktisch wieder in Richtung staatlicher Erziehungsmonopole gestellt werden. "Freiheit bedeutet auch, die Freiheit anderer zu achten und ihren Willen zu respektieren, selbst wenn sie in der Minderheit sind", meint Weinrich. Das gelte besonders dann, wenn es um die Erziehung von Kindern gehe.