"Eine Wegbereiterin"

Die Katholische Frauengemeinschaft Deutschlands trauert um Anneliese Lissner


Anneliese Lissner, 16.8.2008
Die Katholische Frauengemeinschaft Deutschlands trauert um Anneliese Lissner

Pressemitteilung der Katholischen Frauengemeinschaft Deutschlands (kfd):


Düsseldorf, 18. August 2008. Die Katholische Frauengemeinschaft Deutschlands trauert um eine ihrer maßgeblichen Wegbereiterinnen. Anneliese Lissner, ehemalige Generalsekretärin der kfd, ist am vergangenen Samstag im Alter von 83 Jahren nach kurzer schwerer Krankheit gestorben.


30 Jahre war Lissner für die kfd tätig, zunächst von 1959 an als Leiterin der Redaktion der Mitgliederzeitschrift "Frau Mutter". Als sie 1971 in das Amt der Generalsekretärin gewählt wurde, war sie die erste Frau in diesem bis dahin Priestern vorbehaltenen Amt. Als hauptamtliches Mitglied in Präsidium und Vorstand lenkte sie bis 1989 die Geschicke der kfd und ihrer Verbandszentrale in Düsseldorf.


In dieser Zeit erwarb sie der kfd den Ruf eines Verbandes, der bedingungslos an der Seite von Frauen steht. Dieses Anliegen vertrat sie stets auch gegenüber Kirche und Politik. So rief sie noch als Redakteurin von Frau Mutter - gemeinsam mit der damaligen Präsidentin Marianne Dirks - die Leserinnen dazu auf, Wünsche an das Zweite Vatikanische Konzil zu formulieren, und brachte diese dann dort ein. Dass die deutschen Bischöfe 1981 ein Wort zu "Fragen der Stellung der Frau in Kirche und Gesellschaft" formulierten, geschah auch auf den Einsatz Lissners und der kfd hin.


Die promovierte Philologin und gelernte Redakteurin war während ihrer Zeit als Generalsekretärin und darüber hinaus eine gefragte und renommierte Gesprächspartnerin. In den zahlreichen Gremien, in denen sie mitarbeitete - Liturgiekommission der Deutschen Bischofskonferenz, Präsidium des Zentralkomitees der deutschen Katholiken, Beirat der Konferenz der deutschsprachigen Pastoraltheologen, Rundfunkrat des Westdeutschen Rundfunks - machte sie sich stets konsequent und kompetent für die Sache der Frauen stark und überzeugte durch Klarheit, Mut und Charisma.


Ein sehr persönliches Anliegen war ihr die Mitarbeit im Vorstand des deutschen Komitees für den Weltgebetstag der Frauen. Lissner öffnete damit den größten katholischen Verband in Deutschland schon früh für eine ökumenische Zusammenarbeit.


"Anneliese Lissner hat durch ihr Wirken manches erreicht, was uns heute selbstverständlich ist: Dass Mädchen Messdienerinnen sein dürfen, dass wiederverheiratete Geschiedene selbstverständlich in unserem Verband zu Hause sind, dass die Vereinbarkeit von Familie und Beruf auch eine Forderung eines katholischen Frauenverbandes ist", würdigt kfd-Bundesvorsitzende Maria Theresia Opladen die Verstorbene. Mit Anneliese Lissner verliere die kfd eine Vordenkerin und ein Vorbild.



*Die Verantwortung für den Inhalt der Pressemitteilung liegt beim oben angeführten Absender



www.kfd.de