Eine der ältesten Kirchen Erfurts

Die Erfurter Martini-Gemeinde feiert das Kirchweihjubiläum mit einer Festwoche


St. Martini im Brühl
Die Erfurter Martini-Gemeinde feiert das Kirchweihjubiläum mit einer Festwoche

Erfurt (BiP). Mit einer Festwoche feiern die Katholiken von St. Martini das 250. Weihejubiläum ihrer Kirche im Erfurter Brühl. Die barocke Innen- und Außengestalt des Gotteshauses, das am 6.8.1758 von Weihbischof Johann Friedrich von Lasser eingeweiht worden war, darf nicht darüber hinwegtäuschen, dass St. Martini zu den ältesten Kirchen der Stadt zählen dürfte. Schon Bonifatius soll am heutigen Standort einen Sakralbau vorgefunden haben.


Den Auftakt der Festwoche bildet am Samstag, 28. Juni ein Tag der offenen Tür, wobei um 14 und 17 Uhr Führungen mit Orgelmusik stattfinden. Es folgen unter der Woche Gottesdienste, Vorträge und Kirchenmusik, bis am Sonntag, 6. Juli um 11 Uhr Bischof Joachim Wanke einen Festgottesdienst mit der Gemeinde und ihren Gästen feiert. Zum Jubiläum erscheint am 29. Juni eine Festschrift mit dem Titel "Kirche im Brühl".


Die erste urkundliche Erwähnung der Kirche stammt aus dem Jahr 1265. Seit 1303 gehörte St. Martini zu einem Kloster des weiblichen Zweigs der Zisterzienser, einem benediktinischen Reform-Orden. Trotz der Wirren der Reformationszeit und des Dreißigjährigen Krieges konnten sich die Zisterzienserinnen bis zur Säkularisierung Anfang des 19. Jahrhunderts in Erfurt halten. Zur Barockisierung des Kirchbaus kam es, weil im Dreißigjährigen Krieg Kirche und Kloster zu großen Teilen vernichtet worden waren. Erst 1755 standen Mittel bereit, die Kirche, so wie sie sich heute darstellt, als Barockbau wieder aufzubauen.


Nur 60 Jahre später hob König Friedrich Wilhelm III. von Preußen das Kloster auf, nachdem es bereits während der napoleonischen Kriege an die preußische Krone gefallen war. Heute werden die sanierten Klosterräume direkt neben Martini als privater Wohnraum genutzt. Die Kirche blieb jedoch bestehen und dient bis heute als katholischer Gottesdienstort. Kirchenrechtlich bilden die Gläubigen von Martini eine Filialgemeinde von St. Severi auf dem Domberg.

Geschichte und Festprogramm von St. Martini