Ein Weihnachtsoratorium auf altdeutsche Gedichte

Am 1. Adventssonntag, 2. Dezember wird um 16 Uhr in der Neuen Weimarhalle in Weimar das Weihnachtsoratorium von Richard Wetz (1875-1935) aufgeführt.

Aufführende sind der Dombergchor Erfurt, der Philharmonische Chor Erfurt, die Solisten Marietta Zumbült (Sopran) und Mario Hoff (Bariton) sowie das Thüringische Kammerorchester Weimar unter Leitung von Prof. George Alexander Albrecht.

Der Philharmonische Chor Erfurt wurde von Andreas Ketelhut, der Dombergchor Erfurt von Silvius von Kessel einstudiert. 

Dieses etwa 70 Minuten dauernde, kompositorisch sehr anspruchsvolle spätromantische Werk ist in gleicher Besetzung vor 2 Jahren in Erfurt von mdr-figaro mitgeschnitten worden und als CD bei jpc erschienen - als weltweite Ersteinspielung dieses Werkes. Die Kritiken waren sehr positiv, mdr-figaro hat sie als eine der 5 CD-Empfehlungen des Jahres 2011 bekanntgemacht.

Die Leitung hat Prof. George Alexander Albrecht aus Weimar, der ehemalige GMD und jetzige Ehrendirigent der Staatskapelle Weimar.

Das Weihnachtsoratorium ist - neben dem Requiem - das bedeutendste geistliche Werk von Richard Wetz. Altdeutsche Gedichte bilden die Textvorlage für dieses Werk, welches den Aufführenden, vor allem dem Chor, ein hohes Maß an technischen Schwierigkeiten abverlangt.

 Zum Werk:

Das Weihnachtsoratorium op. 53 ist ein Werk, welches Richard Wetz offenbar sehr geliebt hat. - Heiter durchflutet ist dieses Werk, dabei nicht weniger bedeutend als das düstere Requiem, wenn auch das Requiem gemeinhin als der Gipfel des Wetzschen Schaffens gilt.  

Wetz gliedert das Weihnachtsoratorium in drei Teile, denen er symphonisch geprägte Orchestervorspiele voranstellt:

1. Erwartung und Verkündigung
2. Geburt Christi
3. Die heiligen drei Könige 

Diese Gliederung liegt einerseits auf der Hand, ist andererseits aber Wetz´ eigener Ansatz, ebenso wie das Benutzen altdeutscher Gedichte. Insofern ist das Weihnachtsoratorium in seiner Grundanlage subjektiver als das Requiem, welches im Wesentlichen die Texte der lateinischen Messe für die Toten übernimmt und damit im Verhältnis zum Weihnachtsoratorium liturgischer erscheint.  

Er verwendet hier also altdeutsche Gedichte, die uns teilweise durch kirchliche Choräle noch bekannt sind (z.B. "O Heiland reiß die Himmel auf"), als Grundlage - und nicht etwa die biblische Weihnachtsgeschichte. Auch dies steht für einen sehr individuellen Zugang. Traditionell wäre die Verwendung von Bibeltexten gewesen. 

Das Volk und seine Regungen von Erwartung, Freude, Dankbarkeit spiegelt der Chor wider, während die Solostimmen mehr berichtend auftreten. Das ist durchaus traditionsgemäß. Ein Frauenchor singt- verstreut in das Werk - alte Volks- und Weihnachtslieder in schlichter Form. 

Am Schluss steht eine freudig bewegte, höchst kunstvolle Doppelfuge. Die Linie jeder einzelnen Stimme ist immer gesanglich, auch wenn es kompliziert wird. 

Das Konzert wird von der Sparkassen-Kulturstiftung Hessen-Thüringen und der Sparkasse Mittelthüringen sowie der Sparkassenstiftung Weimar durch einen Zuschuss von zusammengenommen 9.500,- EURO überhaupt erst ermöglicht. Darauf möchten wir an dieser Stelle besonders hinweisen. 

Karten zu 25,- / 20,- / 15,- (ermäßigt 18,- / 13,- / 8,-) EURO an der Kasse in der Neuen Weimarhalle vor dem Konzert erhältlich, oder Vorbestellungen unter:  0361/240 220 42

Kasse am 2. Dezember ab 14.30 Uhr geöffnet, Einlass in den Saal ab 15 Uhr.

Quelle: Pressemitteilung der Kirchenmusik am Erfurter Dom. Den Inhalt verantwortet der Absender.

22.11.2012