Ein Kreuz von Asche

Am Aschermittwoch beginnt die Fastenzeit




Bistum Erfurt (BiP). Ein Kreuz von Asche, das sich die Gläubigen in den Gottesdiensten am Aschermittwoch auf die Stirn zeichnen lassen, ist das äußere Zeichen für den Beginn der Fastenzeit. Die dauert bis Ostern und will den Christen helfen, sich auf das Fest der Auferstehung Jesu Christi von den Toten vorzubereiten.

Im Erfurter Dom findet um 18 Uhr ein Pontifikalamt mit Bischof Joachim Wanke statt, so wie in allen Gemeinden des Bistums Erfurt an diesem Tag Gottesdienste gefeiert werden.

Asche symbolisiert seit alters her die Vergänglichkeit des Menschen sowie Trauer und Buße. Dennoch beherrscht trotz dieses dramatischen Beginns nach den bunten Tagen des Karnevals und der nüchternen Liturgie des Aschermittwochs kein grauer Schatten die Fastenzeit, wie der Erfurter Liturgiewissenschaftler Benedikt Kranemann unterstreicht. "Die Fastenden können sich über Zeit und Gelegenheit freuen, ihre Antennen wieder auf Gott auszurichten und die eigene Glaubenszuversicht zu erneuern." Freude und Gewissheit, dass der Tod nach christlichem Glauben nicht das letzte Wort über den Menschen spricht, würden diese 40 Tage bis Ostern bestimmen, sagt Kranemann.

Eigentlich müsste man von 46 Tagen sprechen, doch die Sonntage sind vom Fasten ausgenommen, weil jeder Sonntag ein kleines Osterfest ist, an dem die Gemeinde zusammenkommt, Gott Dank sagt und den Tod und die Auferstehung Jesu Christi feiert. "Das Ziel der Fastenzeit ist eben Ostern und nicht das Fasten selbst", erklärt der Experte. Die Kirche spreche darum auch lieber von der österlichen Bußzeit als von der Fastenzeit, damit sich der Blick nicht auf das Fasten verengt.

Damit ist nicht allein der Verzicht auf Nahrung gemeint. "Es geht um ein bewusstes Durchbrechen gewohnter Lebensabläufe. So soll bewusst werden, was wirklich im Leben zählt: Zum Beispiel Solidarität, indem man selbst auf Dinge und Vergnügungen verzichtet und das gesparte Geld anderen spendet. Oder die gemeinsame Zeit mit der Familie, weil man das Fernsehen einschränkt", sagt Kranemann. Das könnten befreiende, also österliche Erfahrungen sein. "Und selbstverständlich gehören auch Stille, Gebet und Meditation in diese Zeit", ergänzt der Liturgiewissenschaftler.