Ein Ja zum Glauben

197 Jugendliche im Bistum Erfurt empfangen am Pfingstwochenende das Sakrament der Firmung.

Bild: Friedbert Simon In: Pfarrbriefservice.de

Erfurt (BiP). Bischof Ulrich Neymeyr spendet an den beiden Pfingsttagen, 9. und 10. Juni, 80 Jugendlichen im Erfurter Dom das Sakrament der Firmung. Weihbischof Reinhard Hauke wird am Pfingstwochenende (8.-10. Juni) 117 Firmlingen in Leinefelde, Siemerode und Dingelstädt das Firmsakrament spenden. 2019 werden im Bistum Erfurt voraussichtlich 943 Mädchen, Jungen und einige Erwachsene in 31 Gottesdiensten durch Bischof Neymeyr, Altbischof Joachim Wanke oder Weihbischof Reinhard Hauke dieses Sakrament empfangen.

Mit der Taufe und der Eucharistie gehört die Firmung zu den so genannten Eingliederungssakramenten, durch deren Empfang man in die volle Gemeinschaft der katholischen Kirche aufgenommen wird. Wie die Taufe wird das Firmsakrament nur einmal gespendet. Nach kirchlichem Verständnis stärkt dabei Gottes Geist den Firmling, ein Leben aus dem Glauben zu führen und selbst die Verantwortung dafür zu übernehmen. Auch wenn die Pfingsttage herausragende Termine sind, sich firmen zu lassen, weil die Christen an Pfingsten das Kommen und Wirken des Heiligen Geistes feiern, gibt es für die Firmung im Kirchenjahr keinen festgesetzten Tag. Jede Gemeinde stimmt einen Termin mit den Bischöfen ab.

Mit dem Empfang des Firmsakramentes kommt zum Abschluss, was in der Taufe begonnen wurde. Waren es damals die Eltern, die für den Säugling sprachen, ist es jetzt der Jugendliche selbst, der ein bewusstes Ja zum christlichen Glauben und zum Leben in der katholischen Kirche sagt.

Stichwort: „Firmung“

Die Firmung ist eines der sieben Sakramente der katholischen Kirche. Dabei wird der Firmling nach kirchlichem Verständnis durch Gottes Geist gestärkt, ein Leben aus dem Glauben zu führen.
Spender des Firmsakramentes ist der Diözesanbischof (oder sein Weihbischof oder ein beauftragter Priester), der dem Firmling die Hand auflegt, die Stirn mit Chrisam-Öl salbt und die Worte spricht: „[Name], sei besiegelt durch die Gabe Gottes, den heiligen Geist.“ Die Salbung eines Menschen mit Öl versinnbildlicht seine Erwählung durch Gott und bringt Segensfülle, Stärkung und Heil zum Ausdruck.
Mit der Firmung kommt zum Abschluss, was in der Taufe begonnen wurde: Durch die Taufe werden die Taufbewerber in die Kirche eingegliedert. In der frühen Christenheit waren Taufbewerber immer Erwachsene. In der Osternacht empfingen sie nach der Taufe das Sakrament der Firmung, das die Taufe besiegelte, und die Eucharistie. Taufe, Firmung und Eucharistie hießen und heißen darum Sakramente der Eingliederung (Initiationssakramente). Als man zur Säuglingstaufe überging, wurde die Firmung als Vollendung der Taufe zu einem späteren Zeitpunkt gespendet. Die Reihenfolge der Eingliederungssakramente änderte sich damit: Taufe, Eucharistie, Firmung. Gespendet wurden sie zu unterschiedlichen Zeitpunkten. So ist es heute noch. Erwachsene Taufbewerber empfangen dagegen noch alle drei Sakramente gemeinsam, hier hat man die Praxis der alten Kirche wieder aufleben lassen.
Jugendliche (mitunter auch Erwachsene), die als Kind getauft wurden, haben aber durch die spätere Firmung die Möglichkeit, ein bewußtes Ja zu ihrem Glauben zu sagen. Als Säuglinge war ihnen das nicht möglich. Ab jetzt sind auch weniger ihre Eltern als sie selbst für ihr Glaubensleben verantwortlich – eben als „erwachsene“ Gläubige. Mit 14 Jahren ist man religionsmündig.