Ein Dienst für ratlose, verzweifelte und einsame Menschen

TelefonSeelsorge Erfurt plant Außenstelle im Eichsfeld.

Ehrenamtliche Mitarbeiter gesucht.

 

Bild: Steffen Grün

Erfurt/Heilbad Heiligenstadt. Sorgen kann man teilen. Mit Freunden, der Familie, Kollegen oder der TelefonSeelsorge. Getragen vom ökumenischen Gedanken und christlichen Glauben klingelt dort 24 Stunden am Tag, 365 Tage im Jahr das Telefon – und das demnächst auch in Heilbad Heiligenstadt. „Wir sind stolz, durch die Unterstützung des Bistums Erfurt voraussichtlich im Herbst 2019 im Eichsfeld eine Außenstelle der Erfurter TelefonSeelsorge aufbauen zu können“, freut sich Stellenleiterin Uta Milosevic. Sie betont auch, dass das Eichsfeld als größte geschlossen katholische Region in Mitteldeutschland ein besonders großes Reservoir an ehrenamtlichen Mitstreitern bieten könnte. Auch der neue Diözesan-Caritasdirektor Wolfgang Langer begrüßt die Etablierung einer eigenen TelefonSeelsorge-Stelle in Kooperation mit der Caritas Eichsfeld.

In der Erfurter Dienststelle verrichten seit 1992 mehr als 400 Ehrenamtliche ihren Dienst am Telefon. Anonym, vertraulich und selbstverständlich kostenfrei. Damit das Eichsfelder Projekt gelingen kann, werden ehrenamtliche Mitarbeiter gesucht, die zunächst eine Ausbildung von Oktober 2019 bis April 2020 in Heiligenstadt absolvieren. Persönliche Stabilität, eine positive Grundhaltung zu den Kirchen sowie die Fähigkeit, sich selbst zu reflektieren, gehören ebenso zu den Anforderungen an zukünftige TelefonSeelsorger wie Offenheit und Zugewandtheit in der Begegnung mit den Hilfesuchenden: „Wir suchen Menschen mit offenen Ohren und Herzen, die mit den Anrufern oftmals auch einfach nur deren Schmerz aushalten können“, so Milosevic weiter.
Die Schwierigkeiten, die den Mitarbeitern am Telefon begegnen können, sind vielfältig: Probleme in der Partnerschaft, Mobbing in der Schule, Arbeitsplatzverlust, Sucht, Krankheit, Einsamkeit oder Sinn- und spirituelle Krisen. Solche Ereignisse und Verletzungen bringen den Anrufer oft an seine Grenzen. Manche fühlen sich dabei von der Gesellschaft allein gelassen und suchen Beistand und Trost bei der TelefonSeelsorge. Oft kann durch die Mitarbeiter auch ein weiterführendes Beratungsangebot in einer der christlichen Beratungsstellen vor Ort angeregt werden.

„Wir sind keine professionellen Therapeuten oder Psychologen, aber helfen unseren Anrufern, ihre eigene Erlebniswelt besser zu verstehen und in dieser zu Recht zu kommen“, erläutert Uta Milosevic das Grundanliegen ihrer ehrenamtlichen Mitarbeiter. Seit 2014 leitet die 45-jährige Psychologin die Geschäftsstelle der Erfurter Einrichtung. „Wir geben keine Ratschläge und verurteilen nicht, sondern hören erst einmal uneingeschränkt zu“, berichtet sie weiter über die Grundhaltung der Ehrenamtlichen.


Am 20. Mai findet im Gemeindehaus St. Marien, Lindenallee 44 in Heiligenstadt um 19:30 Uhr ein Informationsabend zur Arbeit der TelefonSeelsorge statt.
Interessierte für den Ausbildungskurs im Eichsfeld können sich aber auch im Vorfeld in der Geschäftsstelle unter Telefon 0361 / 5621620 oder per Email unter telefonseelsorge.ef@t-online.de  melden.

Mehr Infos finden Sie auch unter www.telefonseelsorge-erfurt.de

Sie möchten die Arbeit durch eine Spende unterstützen?
Dafür dankt die TelefonSeelsorge von Herzen.

Bank: Ökumenische Telefonseelsorge Erfurt e.V.
IBAN DE63 3706 0193 5002 4240 12 bei der Pax Bank Erfurt eG

Kostenlose Rufnummern der TelefonSeelsorge bundesweit sind
0800 111 0 111 und 0800 111 0 222


Steffen Grün