Ein Prozent, das verbindet

Bischof Neymeyr zu Gast im Partnerbistum Iași in Rumänien

Foto: Martin Hoffmeier

Manchmal reicht ein Prozent aus, um eine Verbindung am Leben zu halten. Seit vielen Jahren geben die Priester des Bistums Erfurt jeden Monat ein Prozent ihres Gehalts an ihre Mitbrüder im rumänischen Bistum Iași weiter. Vom 13. bis 16. August 2026 ist aus dieser Zahl auf dem Gehaltszettel etwas sehr Konkretes geworden, denn Bischof Ulrich Neymeyr hat die Kollegen in Rumänien besucht, begleitet von Propst Marcellus Klaus als Vertreter des Priesterrats.

Neu ist diese Freundschaft nicht. 2023 war der Bischof von Iași, Iosif Păuleț, zur Bistumswallfahrt in Erfurt zu Gast, jetzt kam der Besuch zurück, und aus Namen auf einer Überweisung wurden Gesichter, Hände und lange Gespräche am Tisch.

Schon der erste Tag war randvoll. Am Vormittag feierte die kleine Reisegruppe in Gherăești eine Firmung mit, bei der 127 junge Menschen das Sakrament empfingen, ein Bild, das im schrumpfenden kirchlichen Alltag daheim so kaum noch vorkommt. Am Abend führte der Weg in den Marienwallfahrtsort Cacica, wo sich alle in eine späte Lichterprozession einreihten, hunderte Kerzen in der Dunkelheit, und mittendrin zwei Priester aus Thüringen.

Der 15. August, das Hochfest Maria Himmelfahrt, war der große Wallfahrtstag. Am Morgen feierte Bischof Neymeyr eine Messe in deutscher Sprache für die Pilgerinnen und Pilger aus Deutschland, danach kamen vor der Basilika mehrere hundert Menschen zum festlichen Gottesdienst zusammen, viele eigens aus dem Ausland angereist. Am Sonntag rückte Iași selbst in den Mittelpunkt, mit einem festlichen Gottesdienst in der neuen Kathedrale, bevor es am Nachmittag über Wien zurück nach Hause ging.

Was von solchen Tagen bleibt, sind die Begegnungen. Bischof Neymeyr war mit dem Ortsbischof Iosif Păuleț unterwegs, ebenso mit Weihbischof Petru Sescu und mit Claudio Cipolla, dem Bischof von Padua. Durch die Tage führte ein Pater, der sehr gut Deutsch sprach und mit ansteckender Freude Land, Leute und den Glauben seiner Heimat zeigte. Bei den Mahlzeiten am Mittag und am Abend setzten sich immer wieder andere Priester dazu, und aus dem Reden wurde spürbar mehr als Höflichkeit.

Iași ähnelt Erfurt in mancher Hinsicht und ist doch eine ganz andere Welt. Rund 160.000 Katholiken gehören dazu, verteilt auf etwa 160 Pfarreien, betreut von 320 Priestern, und auffallend viele von ihnen sind jung. In Cacica halfen über sechzig junge Freiwillige bei der Wallfahrt mit, in den Gottesdiensten saßen junge Familien wie selbstverständlich in den Bänken, und die Musik wechselte lebendig zwischen Chören, Instrumentalgruppen und Solisten. Eine Kirche voller Leben, die man an diesen Tagen nicht nur sehen, sondern richtig spüren konnte.

Bleiben wird von diesen Tagen wohl vor allem der Wunsch, die Verbindung zwischen Erfurt und Iași künftig noch persönlicher zu gestalten, mit echten Begegnungen zwischen den Priestern beider Bistümer. Aus einem Prozent auf dem Gehaltszettel könnte so mit der Zeit etwas werden, das wirklich trägt.

 

Tag 1

Tag 1

Begrüßung vor der Firmung

Begrüßung vor der Firmung

Firmlinge

Firmlinge

Firmung

Firmung

Nach dem Gottesdienst gab es Blumen für alle Konzelebranten

Nach dem Gottesdienst gab es Blumen für alle Konzelebranten

Im Gästehaus

Im Gästehaus

Besuch eines Altenheimes

Besuch eines Altenheimes

Messe für die deutschsprachigen Pilger:innen an der Lourdesgrotte

Messe für die deutschsprachigen Pilger:innen an der Lourdesgrotte

Pontifikalamt zu Maria Himmelfahrt mit tausenden Pilger:innen bei 38 Grad Celsius. Weihbischof Petru Sescu (Iasi), Bischof Neymeyr, Bischof Claudio Cipolla (Padua) und Gastgeber Bischof Josif Paulet.

Pontifikalamt zu Maria Himmelfahrt mit tausenden Pilger:innen bei 38 Grad Celsius. Weihbischof Petru Sescu (Iasi), Bischof Neymeyr, Bischof Claudio Cipolla (Padua) und Gastgeber Bischof Josif Paulet.

Lichterprozession am Abend

Lichterprozession am Abend

Besuch in einem Kloster

Besuch in einem Kloster

Propst Marcellus Klaus genießt den Blick ins Land. Die Sicht ist üebr die Bukowina bis zu den Karpaten möglich.

Propst Marcellus Klaus genießt den Blick ins Land. Die Sicht ist üebr die Bukowina bis zu den Karpaten möglich.

Glückwünsche und eine Geburtstagstorte gab es für unseren Bischof.

Glückwünsche und eine Geburtstagstorte gab es für unseren Bischof.

Die Wallfahrtskirche

Die Wallfahrtskirche

 

 

 

 

Tag 1