Leinefelde-Worbis. Allen Grund zur Freude gab es am vergangenen Donnerstag (20. Oktober) in Worbis. Grund dafür ist der neueingeweihte Kreuzgang, der, wie es Cornelia Schimek (Bischöfliches Baumat - Regionalbeauftragte im Eichsfeld) in ihrem Grußwort formulierte, bis zur Sanierung zum Teil als Abstellraum eher im Dornröschenschlaf lag.
Dieser ist nun dank vieler Mitwirkender (Planung, Gewerke, Restauratorin etc.) und finanzieller Unterstützer (LEADER-Mittel, Städtebau, Stadt, Vereinigte Kirchen- und Klosterkammer, Bistum Erfurt) zum beeindruckenden "Hingucker" geworden.
Als Begegnungsort und Ausstellungsraum laden zwei Geschosse zum Besuch und verweilen ein. Das Obergeschoss zeigt eine Dauerausstellung zum Leben und Wirken der Franziskaner im Eichsfeld (Franziskanerinnen kommen in der Ausstellung auch vor); im Erdgeschoss ist ein Raum der Begegnung, ein „Ort des Ankommens“ sowohl für Gemeindemitglieder als auch Touristen und Besucher*innen entstanden, welcher vielfältig genutzt werden kann und attraktiver Anlaufpunkt ist.
Derzeit befindet sich hier eine Fotoausstellung mit dem Titel „Vertrauen“, welche Bilder von Pfarrer Marcus Hampel zeigt. Für diesen Raum sind wechselnde Ausstellungsinhalte geplant.

St. Antonius, Worbis; Foto: Cornelia Schimek
Zur (Kurz)Geschichte des Klosters
Vor 355 Jahren kamen Franziskaner, die es bis dahin im Eichsfeld nicht gab, nach Worbis und errichteten dort eine Niederlassung. Als Gründe dafür wurden der Mangel an Seelsorgegeistlichen und die Folgen des Dreißigjährigen Krieges benannt. Bereits ein Jahr später, 1668, am 13. Juni, dem Gedenktag des Hl. Antonius von Padua, wurde auf dem Gelände des ehemaligen, weil im Bauernkrieg 1525 zerstörten und 1540 aufgelösten Zisterzienserinnenklosters, der Grundstein für eine Kirche und das Kloster gelegt (1), die durch einen Kreuzgang miteinander verbunden sind. Kirche und Kloster sind dem Hl. Antonius von Padua gewidmet.
1670 wurde das Worbiser Kloster zum Studienkloster erhoben, um den Ordensnachwuchs auszubilden.
Während der Säkularisation 1802 wurde das Kloster nicht aufgehoben (wie etwa die Abteien Gerode oder Reifenstein), sondern durch Preußen zum Aussterben verurteilt. D.h. das Kloster durfte weder Novizen aufnehmen noch durften Mönche aus anderen Klöstern nach Worbis versetzt werden. Erst 1824, als durch die geringe Anzahl der verbliebenen Mitglieder die ausstehende Zahlung der Renten durch den Staat entsprechend gering ausfiel, hob der preußische König am 27. November das Franziskanerkloster in Worbis endgültig auf.(2)
Die Kirche und der nördliche Teil des Kreuzgangs verblieben der katholischen Gemeinde in Worbis, während die Klostergebäude dem Staat zufielen. Letztere sind Eigentum der Stadt Leinefelde.
(1) www.viper-ba.de/is_ii/kirche/gesch0.htm
(2) ebd.









