Durch seine großzügige, loyale und gutmütige Art Frieden gestiftet

Zum Tod des "Tag des Herrn" – Chefredakteurs Matthias Holluba

Matthias Holluba (re.) mit dem Geschäftsführer des St. Bennoverlags Michael Birkner. Das Foto entstand beim Bennofest 2020. Beide begingen in dem Jahr ihr silbernes Dienstjubiläum. Foto: Raphael Schmidt, Görlitz

Nach kurzer, schwerer Krankheit starb am vergangenen Samstag, 15. Januar,  Matthias Holluba (geb. 12.06.1962), unser langjähriger Chefredakteur des TAG DES HERRN. Die gemeinsame Kirchenzeitung der (Erz-)Diözesen Berlin, Dresden-Meißen, Erfurt, Görlitz und Magdeburg, ist eingebunden in die Kooperation der nordostdeutschen Kirchenzeitungen.

Im August 1989 bewarb sich Matthias Holluba nach Abschluss seines Theologiestudiums beim TAG DES HERRN als redaktioneller Mitarbeiter. Kurz zuvor war die Erscheinungsweise der Kirchenzeitung von zunächst vierzehntäglich auf wöchentlich umgestellt und auch deren Umfang erweitert worden, was bis dahin von den zuständigen Behörden verweigert wurde. In diese Zeit fiel aber auch der sich abzeichnende gesellschaftliche Umbruch in der DDR, der von beiden Kirchen unterstützt wurde, und deren Zeitungen dabei eine nicht unwesentliche Funktion als Multiplikator hatten. Das reizte Matthias Holluba im Besonderen an diesem Arbeitsplatz. Gut ein Jahr später begann er ein berufsbegleitendes Volontariat als Journalist und ab Januar 1992 wurde er als Redakteur eingestellt.

Im Juni 1995 folgte seitens der Herausgeberdiözesen seine Berufung zum Chefredakteur, als ersten Laien in dieser Funktion. Seitdem prägte er wie seine bekannten Vorgänger in diesem Amt das Gesicht der Kirche in den mitteldeutschen Diözesen und ab 2014 auch im Erzbistum Berlin mit.
Während in früheren Zeiten diese Aufgabe vor allem auch Wertschätzung erfuhr, hat sie sich nach 1990 nicht wenig gewandelt: im Zuge der allgemeinen Diversifizierung der kirchlichen Lebenswelten wurde es gerade für eine Kirchenzeitung zunehmend schwerer, die heterogenen Erwartungen der haupt- und ehrenamtlichen kirchlichen Mitarbeiter und der noch immer über 50.000 Leserinnen und Leser an "ihre" Kirchenzeitung zu erfüllen.
Matthias Holluba erhielt viel Post und Feedback auf das, was in „seiner“ Zeitung stand. Oft dominierten trotz seines Engagements um Differenzierung und eine angemessene Gesprächskultur kritische Anmerkungen, resultierend aus der persönlichen Meinungsbildung der Rezipienten. Seine gutmütige, loyale und großzügige Art hat ihm jedoch geholfen, seine Arbeit nicht nur als Beruf, sondern nicht zuletzt als Berufung zu Demut und Dialog zu verstehen.
Mit diesem stillen Zeugnis war er mehr als drei Jahrzehnte verlässlich an der Seite der Geschäftsführung des St. Benno Verlages und wirkte friedensstiftend im Kollegenkreis. Wie so oft wird einem das erst so richtig bewusst, wenn sein Platz jetzt leer ist. Wir Mitarbeiter von Verlag und Redaktion sind und bleiben ihm dankbar für seine freundschaftliche und geduldige Zusammenarbeit mit uns. Möge der Himmel ihm jetzt die Fülle der Herrlichkeit zuteilwerden lassen, an die er geglaubt und die er verkündet hat.

R.i.P.

Michael Birkner & Christiane Völkel,
Geschäftsführung

Das Requiem findet am 26. Januar 2022 um 10 Uhr in der Propsteikirche St. Trinitatis, Leipzig statt (Nonnenmühlgasse 2, 04107 Leipzig). Wir bitten um Anmeldung per Mail: sekretariat@st-benno.de. Die Beerdigung folgt aufgrund der aktuellen sächs. Coronaverordnung im Familienkreis in Dresden.

Presseinformation des St. Bennoverlags