Erfurt (BiP). Nach knapp anderthalb Jahren Bauzeit ist die Sanierung der Erfurter Domtürme so gut wie abgeschlossen. Zu den letzten Arbeiten gehören Schwingungsmessungen, um festzustellen, wie die Türme auf das Läuten der Glocken reagieren. Die Domglocken werden dazu im Verlauf des Dienstages, 20. April und eventuell noch am Mittwoch mehrmals einzeln und in Kombination geläutet.
Bei den Messungen geht es weniger um Klangfrequenzen, als um die bewegten Lasten der Glocken. Die Schwingungen, die ihr Gewicht auslöst, wenn es in Bewegung kommt, dürfen die Türme nicht schädigen. Im Idealfall liegen die Eigenfrequenz der Türme und die Schwingungsfrequenzen der Glocken möglichst weit auseinander. Anderenfalls können Spannungen und Belastungen an der Bausubstanz entstehen.
Auch die fast 12 Tonnen schwere Gloriosa wird geläutet. Allerdings geräuschlos, denn die größte, frei schwingende mittelalterliche Glocke der Welt hat keinen Klöppel mehr. Der wurde ihr wegen eines Haarrisses am unteren Glockenrand entfernt. Nur so kann die Gloriosa in Bewegung gesetzt werden, ohne zu reißen. Ihre Reparatur findet im Sommer statt. Erst danach darf die Gloriosa wieder besichtigt werden. Dagegen ist der frisch sanierte Hohe Chor des Erfurter Domes, der wegen der Turmsanierung gesperrt war, wieder ab 1. Mai für die Öffentlichkeit zugänglich.
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