"Dieses Land braucht österliche Menschen"

Zehntausend Katholiken bei der Bistumswallfahrt

Erfurt (BiP). Der Erfurter Bischof Joachim Wanke hat die Thüringer Katholiken aufgerufen, "nicht Stubenhocker-Christen, sondern Sendboten des Auferstandenen" zu sein.


"Wir feiern die Eucharistie nicht für uns selbst. Wir müssen aus ihr verwandelt in die Welt, zu unseren Mitmenschen gehen", sagte Wanke vor 10.000 Teilnehmern der Bistumswallfahrt, die heute in Erfurt unter dem Motto "Ein Mahl verwandelt - verwandelt zum Leben" stattfindet.


Besonders begrüßte der Bischof Christen aus Litauen, Österreich und der Diözese Mainz, die auf Einladung des katholischen Familienbundes in Erfurt weilen. Ehrengast der Wallfahrt ist Bischof Josef Werth aus Nowosibirsk (Russland). In einem Grußwort zu Beginn der Wallfahrtsmesse gab Bischof Werth seiner Freude Ausdruck, dass nach langen Jahrzehnten die Trennung der russischen Katholiken von der Weltkirche aufgehoben sei. "Gott segne Russland und Deutschland", rief der Bischof unter dem Applaus der Gläubigen.


Bischof Wanke unterstrich in seiner Predigt vor dem Erfurter Dom, dass "nichts weniger als Neuschöpfung passiert, wenn wir uns dem Anspruch der Eucharistie aussetzen". Die Verwandlung des Brotes und Weines bei der Eucharistiefeier in Leib und Blut Christi wolle ihre Fortsetzung finden "in unserer Umwandlung, die sich zeigen soll in der kleinen Münze eines Lebensstiles in der Gesinnung Jesu".


Die Veränderung der Welt, die Ü;berwindung des Todes und die Erneuerung des Lebens geschehe nicht von außen, erinnerte der Bischof die Wallfahrer. "Wirkliche Verwandlung dieser Todeswelt in nachhaltiges Leben geschieht im Anschluss an Jesus Christus und seine Liebe", unterstrich Wanke.


Es sei wichtig, dass in diesem Land österliche Menschen am Werk seien. "Feiern wir darum die Eucharistie - und lassen wir uns österlich verwandelt neu in den Alltag senden", ermunterte Bischof Wanke die Teilnehmer der Wallfahrt.

Die Predigt des Bischofs im Wortlaut