An Weihnachten feiern wir Christen das Fest der Geburt Jesu. Wir glauben, dass Jesus aus der Welt Gottes gekommen ist, um uns durch seine Predigten und sein Leben Gott näher zu bringen. Der Evangelist Lukas erzählt von Hirten, die mit ihren Schafen unterwegs waren und von Engeln auf das Ereignis dieser Geburt hingewiesen wurden.
Das Gotteskind kommt aber nicht in großem Aufzug daher, sondern ganz schlicht als „Kind, das in Windeln gewickelt in einer Krippe liegt“ (Lukas 2,12). In unendlich vielen Weihnachtsgeschichten wird davon erzählt. Es gibt äußerst kunstvolle Darstellungen vom Kind in der Krippe. Aber die Weihnachtskrippe war kein Idyll.
Für das neugeborene Kind musste eine Notlösung gefunden werden so wie heute in den vielen Kriegs- und Krisengebieten, in denen Kinder Gewalt, Hunger und Flucht erleiden. Das Baby in der Krippe ist in Windeln gewickelt. In dem Kind in der Krippe nehmen wir die Menschen wahr, die hilfs- und pflegebedürftig sind wie ein Baby.
Und das Kind liegt in einer Futterkrippe, also nicht in einem Kinderbettchen. Wir sehen in dem Kind in der Futterkrippe die Menschen, die obdachlos sind. Die Weihnachtskrippe ist also kein Idyll, sondern eine Mahnung, uns nicht nur gegenseitig zu beschenken, sondern auch an die Menschen in Not zu denken.
Ich wünsche allen Thüringerinnen und Thüringern ein gesegnetes Weihnachtsfest.