Die Spuren sind und bleiben lesbar

Zum Tod von Prof. em. Dr. Michael Gabel

Am Donnerstag, dem 10. September 2026, rief Gott, der Herr über Leben und Tod, seinen treuen Diener, unseren Mitbruder Herrn Prof. em. Dr. Michael Gabel zu sich in sein himmlisches Reich. Professor Dr. Michael Gabel stand im 74. Lebensjahr und im 49. Jahr seines priesterlichen Dienstes.

Michael Gabel wurde am 12. Januar 1953 in Erfurt geboren und wuchs dort mit seinen Eltern Wolfgang und Maria Gabel und seinen drei Geschwistern auf. Verantwortungsbewusstsein und Bereitschaft zum Helfen wurden im Elternhaus in Michael Gabel geweckt. Seit 1959 besuchte er die Grund- und Oberschule in Erfurt. 1971 legte er das Abitur ab und beendete die Schulzeit mit großem Erfolg. Schon im Religionsunterricht wurde bei ihm das Interesse an biblisch-theologischen und philosophischen Fragen geweckt. Im Jugendhaus St.Sebastian in Erfurt und im Marcel-Callo-Haus Heiligenstadt nahm er an den Jugendkursen teil, bei denen er sich vertieft mit Fragen des Glaubens beschäftigte. 

Durch verschiedene Seelsorger und durch die Jugendgruppe in der Pfarrei St. Laurentius in Erfurt wurde er in seinem Wunsch bestärkt, Theologie zu studieren und Priester zu werden. 1972 bat Michael Gabel um Annahme als Priesteramtskandidat und Student der Theologie in Erfurt. Nach dem Abschluss des Theologiestudiums in Erfurt wurde Michael Gabel am 24. Juni 1978 im Dom St. Marien zu Erfurt durch Bischof Hugo Aufderbeck zum Priester geweiht. Seinen priesterlichen Dienst begann er als Kaplan der Pfarrei Breitenworbis. 1981 wurde er für das Aufbaustudium im Fach Fundamentaltheologie freigestellt und übernahm zusätzlich den Dienst als Präfekt im Priesterseminar Erfurt. 1987 wechselte Assistent Michael Gabel mit dem Titel „Pfarrer“ zur Mitarbeit in das Seelsorgeamt, um in dieser Zeit auch seine Dissertation abschließen zu können. 1989 erhielt er einen Lehrauftrag im Fach Religionsphilosophie und Philosophiegeschichte. Die Päpstliche Universität Gregoriana in Rom verlieh ihm 1990 nach Abschluss seiner Promotion den Doktortitel. 1992 wurde er durch den Bischof zum Kaplan der Pfarrei St. Elisabeth zu Arnstadt mit Sitz in Ichtershausen ernannt, wo er die Aufgabe des Seelsorgers in der Kuratie übernahm und dort wohnte. Ab 1993 übernahm Dr. Michael Gabel die Verwaltung des Lehrstuhls für Funddamentaltheologie und Religionswissenschaft und wurde zum Dozenten ernannt. Im gleichen Jahr wurde er Mitglied des wissenschaftlichen Beirats der Max-Scheler-Gesellschaft e.V., da er in seiner Promotion über den phänomenologischen Denkansatz bei Max Scheler gearbeitet hatte. Im Jahr 2000 wurde er in der neugegründeten Theologischen Fakultät der Universität Erfurt zum ordentlichen Professor für Fundamentaltheologie und Religionswissenschaft ernannt. 

Am 1. Oktober 2020 trat Professor Dr. Michael Gabel in den Ruhestand. Im Nachruf des damaligen Dekans Professor Dr. Jörg Seiler heißt es:
„Du bist eine Art Gedächtnis der Fakultät und hast Dich in ihre Geschichte eingeschrieben. Die Spuren sind und bleiben lesbar.“

Das Bistum Erfurt ist Herrn Prof. Dr. Michael Gabel zutiefst dankbar für alle Ideen, die er für die heutige Gestalt der Katholisch-Theologischen Fakultät eingebracht hat.

Nach einer längeren Phase der Erkrankung, die er mit Zuversicht, Glauben und Tapferkeit trug, verstarb Professor Dr. Michael Gabel am Morgen des 10. September 2026 im Hospiz in Eisenach. 

Requiescat in pace!
Für das Bistum Erfurt
gez. Weihbischof Dr. Reinhard Hauke
Bischofsvikar für Priester und Diakone

Das Requiem wird am Freitag, dem 18.09.2026, 10.30 Uhr im Dom St. Marien zu Erfurt gefeiert. Die Beisetzung auf dem Hauptfriedhof ist um 13.00 Uhr.