Deutschland einig Vaterland

Eine Einladung an Jugendliche, sich mit der DDR-Geschichte und dem Leben in der Diktatur auseinander zu setzen und Bezüge zur eigenen Lebensgeschichte herzustellen

 

Vom 02. bis 04. Oktober 2009 veranstalten der BDKJ Diözesanverband Erfurt und das Referat Jugendseelsorge im Jugendhaus "Marcel Callo" in Heiligenstadt ein Wochenende zur deutschen Geschichte und ihren Grenzerfahrungen.

Unter dem Motto "Deutschland einig Vaterland" sind interessierte Jugendliche eingeladen, sich mit Fakten und Hintergründen zur DDR-Geschichte und dem Leben in der DDR-Diktatur auseinander zu setzen, um diese mit Bezügen zur eigenen Lebensgeschichte zu interpretieren.

Den Anstoß zu diesem Kurs gab neben dem 20-jährigen Jubiläum des Mauerfalls die zunehmende Verharmlosung der DDR-Vergangenheit. Die Geschichte der DDR-Diktatur werde im Schulunterricht häufig vernachlässigt, in Kinofilmen ins Lächerliche gezogen, in den Medien verharmlost oder bei Ostalgie-Partys zum Kult erhoben. "Bei Jugendlichen hat die von ihnen nie erlebte DDR eine erschreckend hohe Akzeptanz", so die Veranstalter. Im Mittelpunkt des Kurses sollen daher persönliche und schicksalhafte Grenzerfahrungen stehen, die in unmittelbarer Verbindung zum DDR-System stehen.

Zum einen geht es um die direkten Auswirkungen der streng bewachten Staatsgrenze, die es verhinderte, sich frei in alle Himmelsrichtungen bewegen zu können. "Die Grenze ist ein Sinnbild der Unfreiheit", so die Veranstalter. In diesem Zusammenhang soll die Frage gestellt werden, wie wir heute unser Leben in Freiheit gestalten und auf welche Grenzen wir stoßen. Als eine zweite Form von Grenzerfahrung wird die Jugendweihe angesprochen, deren Verweigerung und das Bekenntnis zum christlichen Glauben oftmals zur Verschlechterung der Bildungs- und Berufschancen geführt habe.

Der dritte Themenblock beschäftigt sich mit der Stasi und deren umstrittenen Methoden. Hierbei sollen sich die Teilnehmer die Frage stellen, wie tolerant oder radikal sie selbst mit Andersdenkenden umgehen. Schließlich befasst sich die vierte Grenzerfahrung mit dem Thema Wahlen. Angesichts der damaligen Entmündigung der DDR-Bürger soll der Frage nachgegangen werden, wie wir heute in Zeiten von Wahlfreiheit Verantwortung übernehmen und wahrnehmen.

Anmeldung bis zum 25. September im Referat Jugendseelsorge (bitte anklicken!)


Quelle: Pressemitteilung des Referates Jugendseelsorge im Marcel-Callo-Haus. Die Verantwortung für den Inhalt der Pressemitteilung liegt bei den Absendern.