Das Elisabeth-Gedenkjahr und das säkulare Thüringen

Eine heilsame Herausforderung. Vortrag von Bischof Joachim Wanke


Heilige der ganzen Christenheit:
Elisabeth von Thüringen
Eine heilsame Herausforderung. Vortrag von Bischof Joachim Wanke...

Im Jahr 2007 jährt sich der 800.Geburtsjahres der hl. Elisabeth von Thüringen. Der Auftakt für die Feierlichkeiten in unserem Bistum soll schon in diesem Jahr am liturgischen Gedenktag der Heiligen erfolgen, am 18. und 19. November 2006, hier in Erfurt mit einem Festgottesdienst im Dom und einem Empfang für "Ehrenamtliche" und am Sonntag dann mit festlichen Gottesdiensten in den Pfarrgemeinden.


Vielen Menschen weit über Thüringen hinaus ist der Name der Thüringer Landgräfin Elisabeth ein Begriff. Die Wartburg in Eisenach fehlt auf keinem Besuchprogramm von Gästen, die Thüringen und seine Geschichte näher kennen lernen wollen. Die Regierung des Freistaates verleiht an verdienstvolle Personen jedes Jahr die sog. "Elisabeth-Rose" als besondere Auszeichnung.


Wir katholischen Christen in Thüringen gedenken dieser großen Frau und Heiligen natürlich vor allem deshalb, weil sie unsere Bistumspatronin ist. Als 1994 das Bistum Erfurt (wieder)begründet wurde, sind ihm drei Patrone zugeteilt worden: Elisabeth als Hauptpatronin, Bonifatius und Kilian als Nebenpatrone - also drei Heilige mit einem lokalen Bezug zur thüringischen Landschaft (mit Verbindungslinien nach Franken und Hessen).



Elisabeth von Thüringen -

eine Heilige, die der ganzen Christenheit gehört


Freilich: Diese Heiligen gehören nicht nur uns katholischen Christen. Sie sind Heilige der noch ungeteilten Christenheit. Daher freue ich mich sehr, dass auch die evangelischen Kirchen und Christen Thüringens das Gedenken an die hl. Elisabeth im kommenden Jahr mit vielen Veranstaltungen und Gottesdiensten begehen werden, ein Teil davon auch unter ökumenischem Vorzeichen (etwa bei gemeinsamen Podien, Vorlesungsreihen oder auch bei dem festlichen Schlussgottesdienst am 19. November 2007 in Eisenach).


Die alten Vorbehalte evangelischer Christen gegenüber der katholischen Heiligenverehrung sind gottlob heute weithin entschärft. Auch der katholische Glaube bekennt eindeutig, dass Heilige niemals Erlösungsmittler im eigentlichen Sinne sein können. Heilige sind in Gott vollendete Menschen, helfende Vorbilder im Glauben, im Hoffen, in der Gottes- und Nächstenliebe. Sie sind exemplarisch geglückte christliche Existenz in je ihrer Zeit und erinnern uns daran, dass auch wir zur Heiligkeit gerufen sind - auch wenn wir vermutlich nicht in den Heiligenkalender aufgenommen werden! Strittig bleibt sicher noch zwischen den Konfessionen, ob man die Heiligen um Fürbitte anrufen kann, was wir katholische Christen unbefangen nach alter Tradition tun. Evangelische Christen werden der Heiligen lieber allein im Gebet an Gott bzw. Christus gedenken - aber wo sind die Heiligen anders als in der Wirklichkeit Gottes?


Doch darf heute gelten: Selbst wenn es zwischen den Konfessionen Unterschiede in der Art und Weise der Heiligenverehrung gibt, so sind diese nicht kirchentrennend. In dem im Jahr 2000 veröffentlichten Dokument evangelischer und katholischer Theologen "Communio sanctorum"(Die Kirche als Gemeinschaft der Heiligen) heißt es: "Die Heiligenverehrung weist alle Formen und Weisen menschlich-konkreter Liebe auf und ist damit stets zeit- und kulturverhaftet. Sie wird in den Kirchen auf sehr unterschiedliche Weise verwirklicht. Deshalb kann ihre Form weder für alle Christen verpflichtend gemacht, noch von partikularen Traditionen aus grundsätzlich in Frage gestellt werden" (Nr. 245). Ü;brigens hat Papst Johannes Paul II., als er im Jubiläumsjahr 2000 auf die Märtyrer der Neuzeit hinwies, immer auch mit Hochachtung und Verehrung auf die Blutzeugen der evangelischen Christenheit hingewiesen. Man kann sagen: Die Heiligen sind ein Geschenk für die Ökumene. Das wird sich auch beim Gedenken an die hl. Elisabeth im kommenden Jahr zeigen.


Mit dem Lebenszeugnis der hl. Elisabeth verbindet sich die Erinnerung an tiefe Menschlichkeit, an Solidarität mit den Armen und ungewöhnliche Selbstlosigkeit. Auch in kommunistischer Zeit ist das Leben und Wirken dieser großen Frau, etwa bei Führungen auf der Wartburg, durchaus respektvoll und mit Anteilnahme gewürdigt worden. Hier zeigt sich wieder ein Grundgesetz menschlicher Wahrnehmung: Nächstenliebe und Empfinden für soziale Gerechtigkeit bleiben als Begriffe abstrakt. In Biographien werden solche Prinzipien konkret, bekommen sie im buchstäblichen Sinn ein "Gesicht".



Die Fremdheit der Heiligen


Gedenkjahre an bekannte Persönlichkeiten sind dazu angetan, Biographien der Vergangenheit in ihre Zeit einzubetten und aus ihrer Zeit heraus neu bzw. vertieft zu verstehen. Wie könnte es auch anders sein, wenn man Zugang zu einer Person der Geschichte gewinnen will. Eine große Landesausstellung über die hl. Elisabeth auf der Wartburg wird sicher vielen Besuchern solche Zugänge zu dieser mittelalterlichen Heiligen eröffnen.


In den Biographien der Heiligen, auch der hl. Elisabeth, begegnen uns manch befremdliche Dinge. Reinhold Schneider hat das in seinem Essay "Elisabeth von Thüringen", dass 1997 im Insel Verlag neu aufgelegt wurde, betont: "Sie ist eine in gewisser Hinsicht befremdende , bestürzende Existenz." (Schneider 14). Man muss sie zunächst einmal in ihrer Fremdheit stehen lassen. Manches kann man nur verstehen, wenn man einen Zugang zu den Frömmigkeitsformen der Zeit findet, etwa zur speziellen Frauenfrömmigkeit der Beginen jener Zeit oder zu dem Armutsideal des hl. Franziskus und seiner Ordensbewegung. Doch selbst wenn man solche Verstehenshilfen in Anspruch nimmt: Es bleibt ein harter Kern an Fremdheit, der sich nicht allein aus der jeweiligen Zeit erklären lässt. In jeder Heiligenbiographie, ja in jedem wirklich authentisch christlichen Leben zeigt sich, dass hier jemand aus einem überzeitlichen Horizont heraus, aus dem Gotteshorizont heraus sein Leben und damit seine Zeit prägt. Elisabeth ist letztlich nur zu verstehen, wenn man ihre Christusfrömmigkeit als Quellgrund ihrer Menschenliebe zu würdigen weiß.


Die Entschiedenheit, mit der Elisabeth den Weg der Christusnachfolge ernst nahm und für sich im eigene Leben konkret werden ließ, ist eine Anfrage, ja eine heilsame Herausforderung für uns Christen, aber auch für die säkulare Gesellschaft heute. Diese Herausforderung möchte ich in einem zentralen Punkt ein wenig entfalten.



Hat Elisabeth auch eine Botschaft für Nichtchristen?


Wir leben in einer Gesellschaft, in der Christen bekanntlich eine Minderheit bilden und die Kirche mit ihrer Botschaft eine Stimme unter vielen anderen Stimmen ist. Interessant ist freilich, dass Gedenkjahre christlicher Persönlichkeiten durchaus das Interesse auch der nichtchristlichen Öffentlichkeit finden. Das haben die Gedenkjahre der letzten Jahre gezeigt, etwa das Gedenken an Johann Sebastian Bach (2000), an Martin Luther(2001), an Meister Eckardt (2003), an Bonifatius (2004). Am 24. September dieses Jahres wird eine Radegundis-Ausstellung im Erfurter Stadtmuseum in Erfurt eröffnet. Es ist also zu erwarten, dass über Elisabeth, die ja gleichsam eine Identifikationsfigur für Thüringen darstellt, im kommenden Jahr in der Öffentlichkeit viel geschrieben, gesprochen und auch via Fernsehen vermittelt werden wird. Das Programm des Gedenkjahres ist reich gefüllt, nicht nur durch kirchliche Beiträge.


Mein Vortrag will nicht über Elisabeths Biographie oder die spätere Elisabethverehrung informieren. Dazu gibt es gute Quellen und Darstellungen. Meine Ü;berlegungen gehen heute in eine andere Richtung. Sie entzünden sich an der Frage: Wie mögen Menschen, die keinen inneren Zugang zum christlichen Glauben haben, das Leben dieser Frau bewerten? Hat dieses Leben auch für sie eine Botschaft? Es war ja zwar ein intensives, aber doch ein kurzes Leben von nur 24 Jahren, spannungsvoll und extrem entbehrungsreich und selbstlos.


Ich lese gerade das Buch des Bamberger Soziologen Gerhard Schulze "Die Sünde. Das schöne Leben und seine Feinde", ein Buch, das sich als Loblied auf die "Moral der Selbstentfaltung" versteht. In scharfer Kontraststellung, ja geradezu in einer Karikatur christlicher Moralvorstellungen preist Schulze als Alternative den Willen zum selbstbestimmten, "schönen" Leben. Es sei für den Westen und seine Wertvorstellungen wichtig - so der Autor - , das Augenmerk auf das Privatleben zu lenken und es als Quelle des Selbstbewusstseins zu erschließen. Das Leben dürfe kein "Vorspiel" sein (wie für den mittelalterlichen Menschen), sondern dieses irdische Leben müsse die Hauptsache bleiben, die sinngebende Größe schlechthin. Schulze predigt sicher nicht einfach einen primitiven Hedonismus. Es geht ihm um Selbstentfaltung, um Steigerung des Lebensgenusses, und dazu gehört nach ihm durchaus auch Verantwortung. auch ggf. der Verzicht und die Selbstbegrenzung - aber eben um einer gesteigerten Selbsterfahrung willen. Sicher: Schulze weiß auch, dass es nicht einfach ist, noch Wünsche zu haben, wenn man sich alle erfüllen kann. Er kann die Paradoxien und Ungereimtheiten des modernen Lebens sehr amüsant beschreiben. Doch bleibt es dabei: Für ihn kann nur der Mensch selbst die einzige Quelle einer Ethik der Moderne sein, alles andere sei Fremdbestimmung und führe in falsche Abhängigkeit, ja das führe zu Fanatismus und Gewalt gegen andere. Dieser Verdacht eines latenten Fundamentalismus gegenüber einer sich christlich verstehenden Lebensführung wird heute ja häufig geäußert.


Ob dieser Autor etwas mit dem Leben der hl. Elisabeth anfangen kann? Ob er ihr dem Dienst am Nächsten geweihtes Leben - und ich setze hier einmal eine allgemeine Kenntnis ihrer vita voraus - als gelungenes, als "geglücktes Leben" ansehen könnte? Ich vermute einmal: nein. Und viele Zeitgenossen, die keinen Zugang zur Gotteswirklichkeit haben, werden wohl auch auf das kurze Leben dieser jungen Frau mit einem gewissen Bedauern schauen und sich denken: Sie hat ja nichts vom Leben gehabt. Eigentlich schade um dieses Leben! Sie hätte wohl mehr an sich als an andere denken sollen!


Und damit berühren wir eine der Herausforderungen, die das Leben dieser Heiligen dem heutigen, säkularen Denken stellt: Wie kann das gehen - sich innerlich ganz an Gott zu binden und dabei frei zu werden? Wie ist das möglich - nicht vordergründig nach sich und seinen Lebenswünschen zu fragen und dennoch froh und glücklich zu sein? Ich erinnere hier an das von Elisabeth überlieferte authentische Wort: "Wir müssen die Menschen froh machen!" Welche Freude mag hier gemeint sein?


Elisabeths Biographie wirft die Frage auf, aus welchen Quellen sich das Selbstverständnis des Menschen letztlich speist. Gibt es wirklich nur die Alternative: Fremdbestimmung und Selbstbestimmung? Aufgezwungene Moral, zumindest von außen her auferlegte Moral, oder "Ethik der Selbstentfaltung", eine Lebenssicht, die sich in einer nur irdischen, ausschließlich innerweltlichen Sicht des menschlichen Daseins erschöpft?


Die Elisabeth-Biographie konfrontiert unausweichlich mit dieser Fragestellung. Wer Elisabeth von Thüringen ehren und ihrer gedenken will, muss die ganze Elisabeth in den Blick nehmen. Und dazu gehört nicht nur ihre barmherzige Zuwendung zu den Armen und Kranken, dazu gehört nicht nur ihr Ausbrechen aus Standesschranken und ihre Kritik an der Ungerechtigkeit damaliger gesellschaftlicher Verhältnisse - dazu gehört auch ihr Leben in einer durchhaltenden, tragenden Gottesgegenwart, in einer intensiven Christusfrömmigkeit. Die entsprechenden Hinweise in ihrer Biographie sind eindeutig und überzeugend belegt. Um noch einmal Reinhold Schneider zu zitieren: "Sie steht nicht allein in der Landes-, sondern in der Weltgeschichte, und zwar an bedeutender Stelle; und sie steht in der Heilsgeschichte" (Schneider 14).


Jedes Heiligenleben ist ein Anfrage an die Gottesvergessenheit unserer Gegenwart. Papst Benedikt XVI. hat in seiner Predigt jüngst in München auf eine gewisse "Schwerhörigkeit" der westlichen Gesellschaften gegenüber Gott hingewiesen. In seinem Fernsehinterview, das er im Sommer in Castel Gandolfo gegeben hatte, sprach er von der positiven Option des christlichen Glaubens, eines Glaubens, der den Menschen nicht einengen, sondern seinen Horizont weiten will hin zur Wahrnehmung der ganzen Wirklichkeit. Im gewissen Sinn ist auch seine erste Enzyklika "Deus Caritas" eine Einladung, Gott als eine Wirklichkeit zu erkennen, die den auf Gottes Liebe antwortenden Menschen nicht klein, sondern groß machen will. Ob das Erinnerungsjahr an die hl. Elisabeth dies den Menschen in unserem Freistaat als Botschaft nahe bringen könnte?



Heiligengedenken in nichtchristlicher Umwelt


Wir müssen uns vor Augen halten, dass vermutlich viele Menschen hier im Land mit dem Attribut "heilig" wenig anfangen können. Das hat nicht nur etwas mit der jahrhundertealten Zurückdrängung der Heiligenverehrung in der reformatorischen Frömmigkeit zu tun, mehr noch mit dem Säkularismus einer kirchenentfremdeten Bevölkerung, die mit Gott und einer religiösen Lebenspraxis wenig oder überhaupt nichts anfangen kann.


Ich illustriere gern meine Erfahrung mit der kirchen- und religionsfernen Mentalität breiter Bevölkerungsschichten hier in Thüringen mit einem kleinen Erlebnis, das für mich sehr erhellend gewesen ist.


Am "Tag der Einheit" im Jahr 2000 sollte ich in Sichtweite des jüngst freigegebenen Autobahnkreuzes Erfurt, ein neu errichtetes Holzkreuz einweihen, an der Autobahn A 4 etwa 300 m in Fahrtrichtung Eisenach rechts auf einem kleinen Hügel. Von dieser Stelle hat man einen wunderbaren Blick hin zu den dog. "Drei Gleichen", drei mittelalterlichen Burgen. Eine davon ist mit der Erinnerung an das Leben und Wirken der heiligen Radegundis verknüpft, einer thüringischen Königstochter, die von den Franken nach Poitiers verschleppt wurde und auch dort bis heute verehrt wird. Auch Bischof Bonifatius hatte diese Gegend im 8.Jahrhundert durchwandert. Ich denke an Sülzenbrücken wo noch Ruinen an eine bonifatianische Kirche erinnern und an die Gründung des Klosters in Ohrdruf. Man sieht von dieser Höhe, auf der das Kreuz steht, eine Reihe von Kirchtürmen der umliegenden Orte und von Ferne grüßt die Bergkette des Thüringer Waldes.


Bürger der nahegelegenen Orte Neudietendorf und Kornhochheim hatten zu dieser Kreuzerrichtung die Initiative ergriffen. Die Behörden gaben die Erlaubnis und unterstützten das Vorhaben. An die 300 Menschen, Jung und Alt waren an dem sonnigen Nachmittag bei dem Kreuz versammelt. Der Volkschor und Bläser standen bereit, der zuständige evangelische und katholische Pfarrer waren präsent.


In seiner Begrüßung frug der Bürgermeister ein wenig selbstkritisch: "Was machen wir hier eigentlich? Wir sind doch hier nicht in Bayern oder im katholischen Eichsfeld!" Er spielte damit auf die Tatsache an, dass die wenigsten unter den Versammelten Christen waren. Den Kindern war der Ritus einer kirchlichen Segnung so fremd, dass sie - als ich mein Weihwassersprengel zückte und das Kreuz einzusegnen begann - mit Staunen riefen: "Jetzt spritzt er uns nass!" Das "Vater unser" kam nur einem kleinen Teil der zur Kreuzeinweihung Anwesenden geläufig über die Lippen. Aber: Die Menschen waren zur Feier gekommen. Sie kommen, wie ich mir habe berichten lassen, an jedem 3. Oktober zu diesem Kreuz. Ich würde die Stimmung, wie ich sie damals in mich aufgenommen habe, so kennzeichnen: Hier sind Menschen, die angesichts des Kreuzes in ihrer Feldflur sich sagen: "Ob Religion helfen kann, ist nicht gewiss. Aber ein wenig Religion kann zumindest nicht schaden!"


Diese kleine Episode sagt mehr als manche Statistik. Wir haben schon lange keine volkskirchlichen Verhältnisse mehr. Und dennoch: Diese ungetauften Menschen sind beileibe nicht alle bekennende Atheisten. Die Leute um uns herum haben, wie ich meine, ein ambivalentes Interesse an den christlichen Wurzelns ihrer Heimat. Als in einem der Dörfer in der Nähe von Erfurt vor kurzem eine Kirche abbrannte, haben sich alle Einwohner des Ortes, auch jene, die von der Kirche ansonsten keinen Gebrauch machen, für den Wiederaufbau "ihrer" Kirche eingesetzt. Die evangelischen Bischöfe Christoph Kähler und Axel Noak haben mir dieses Interesse von Nichtchristen am Erhalt der Gotteshäuser als durchgängiges Phänomen immer wieder bestätigt. Und das ist erfreulich.


Dennoch ist festzuhalten: Wir gedenken einer Heiligen der ungeteilten Christenheit in einem Land, das vom Phänomen einer verbreiteten religiösen Indifferenz gekennzeichnet ist. Es ist, als ob hierzulande viele Zeitgenossen eine Art "Sprachverlust" erlitten haben. Sie nicht mehr in der Lage, bestimmte menschliche Grunderfahrungen in religiösen Worten oder Zeichen auszudrücken. Christlich-kirchliche Vokabeln sind für sie wie "Chinesisch". Warum das so ist, ist nochmals eine eigene Frage.


Bezüglich der östlichen Bundesländer ist sicher eine Ursache dafür der Ausfall bzw. staatlich verordnete Verdrängung von Religion aus der gesellschaftlichen Öffentlichkeit der vier Jahrzehnte nach dem letzten Weltkrieg, eine Fortsetzung des Kampfes gegen das Christentum, den wir ab 1933 erlebten. Da die kommunistische Ideologie die Religion und speziell das Christentum zu den reaktionären Kräften zählte, deren gesetzmäßiges Absterben sich freilich merkwürdig verzögerte, versuchte man dieses Absterben staatlicherseits zu beschleunigen. Von Gewicht war neben mancherlei Schikanen und Repressionen vor allem der Ausfall einer religiösen Wissensvermittlung im Bereich der schulischen und außerschulischen Bildung. Ob junge Leute jetzt schon mehr etwa über die Regionalheiligen Thüringens wissen? Dieser Unkenntnis entgegen zu wirken ist in sich schon ein lohnendes Ziel für das kommende Gedenkjahr.


Doch sollte die Situation der neuen Bundesländer nicht zu sehr als Sondersituation betrachtet werden. Die Herausforderungen für eine christliche Verkündigungsarbeit in Ost und West ähneln sich letztlich doch sehr. Ich komme dabei noch einmal auf den Verdacht zurück, den manche nichtreligiöse Zeitgenossen gegen den christlichen Gottesglauben haben: Der Glaube mache unfrei und er verdüstere das Leben. Wie kann man darauf antworten? Mit Worten? Mit Argumenten? Ich meine: Die beste Antwort ist eine Biographie wie die der hl. Elisabeth. Ihr Leben ist wie eine Illustration einer Freiheit, wie sie nur die "Kinder Gottes" haben können.

Wie ist diese "Freisetzung aus dem Glauben" zu verstehen?



Die Freiheit der Kinder Gottes - das Lebenselixier der Heiligen


"Ich bin so frei!" - das ist eine geläufige Redewendung, wenn jemand an einer Festtafel kräftig zulangt. Als an meinem Tisch bei ähnlicher Gelegenheit ein kleiner Knirps beim sechsten Kuchenstück angelangt war, antwortete er mir auf meine vorsichtige Anfrage, ob es ihm nicht zu viel würde: "Lieber Bischof, die Stückchen sind doch so klein!"


So sind wir Menschen: Wir nehmen uns die Freiheit - und wissen manchmal nicht, wann es genug ist. Oder sollten wir sagen: Gott gibt uns die Freiheit - aber können wir auch in rechter Weise aus ihr leben?



1. Die Freiheit - unsere Würde, aber manchmal auch eine Last


Wir leben und bewegen uns heutzutage viel freier als früher. Das ist zunächst einmal ein großes Geschenk. In einer Fernsehsendung konnte man vor einiger Zeit miterleben, wie eine Familie einige Wochen so zu leben versuchte wie eine Bauernfamilie im Schwarzwald vor hundert Jahren. Diese Familie ist, so wurde später berichtet, gern wieder in das heutige Leben zurückgekehrt. Es gab früher viele Zwänge, denen wir nicht wieder ausgesetzt sein möchten.


Dennoch ist es eine Illusion zu meinen, wir seien in jeder Hinsicht völlig frei. Auch das moderne Leben hält viele Zwänge für uns bereit, etwa, wenn einer keine Arbeit findet. Die -zig Automarken, unter denen ich heute wählen kann, helfen mir bei einem klammen Geldbeutel auch nicht weiter. Und wem nützen großartige Urlaubsmöglichkeiten, wenn er den Euro in der Tasche umdrehen muss oder wenn ihn Krankheit oder Sorge um Angehörige fest anbindet.


Zum heutigen Leben gehört auch diese Erfahrung: Ich kann nicht nur entscheiden - ich muss mich entscheiden. In unserer komplizierten, unübersichtlichen Welt ist das nicht einfach, ja manchmal eine Last.


Dennoch: Wir möchten die heutigen Freiheitsmöglichkeiten nicht missen. Mit Recht haben Generationen vor uns um sie gekämpft - oft unter schweren Opfern. Wir im Osten Deutschlands sind froh, in unserer Generation den Ü;bergang vom Ideologiestaat in eine freie Gesellschaft erlebt zu haben. Freiheit ist ein großartiges Geschenk. Nur in Freiheit kann der Mensch gedeihen. Freiheit gehört zu unserer Würde.



2. Zur Freiheit befreit


Die Klagen über zunehmenden Missbrauch von Freiheit sind sehr beliebt. Ich antworte darauf: Solche Klagen helfen nicht. Zudem gab es auch früher Versagen und Missbrauch von Freiheit. Freilich stützten früher mehr als heute gesellschaftliche Gepflogenheiten den Einzelnen, auch den einzelnen Christen. "Man macht das eben so!" Oder: "Man tut das nicht!" Etwa: Man heiratet und lebt nicht einfach ohne Trauschein zusammen. Es gab nicht hinterfragte gesellschaftliche und auch kirchliche Selbstverständlichkeiten.


Heute sind solche Selbstverständlichkeiten Mangelware geworden. Darin besteht für Christen die Herausforderung der Stunde. Wir müssen immer neu, weithin auf uns allein gestellt, persönliche Entscheidungen treffen. Darin ist auch unser Leben als Christ in gewissem Sinne modern geworden. "Soll ich heute beten - oder soll ich nicht?" "Soll ich zur Kirche gehen - oder lasse ich es?" "Ziehen wir einfach zusammen - oder geben wir uns zuvor am Altar das Ja-Wort?" "Sagen wir als Eltern Ja zum ungeborenen Kind, auch wenn es uns jetzt nicht in die Lebensplanung passt - oder verweigern wir uns dem werdenden Leben?"


Ich habe die Freiheit, so oder so zu handeln. Keiner kontrolliert mich. Keiner nimmt an meinem Verhalten Anstoß. Die Gesellschaft sagt: "Das musst du mit dir selbst ausmachen. Bestraft wirst du nur, wenn du einem anderen in die Quere kommst - oder wenn du vergisst, deine Steuern zu zahlen!"


Das ist unsere Situation. Ich meine: Sie ist für echtes Christentum nicht die schlechteste. Der geweitete Freiheitsraum hilft unserem Glauben aus den Kinderschuhen. Glaube wird eigene Entscheidung und Tun, und deshalb echter und glaubwürdiger. Freiheit drückt unserem Glauben das Qualitätssiegel auf.


Der Schöpfer hat den Menschen mit Freiheit ausgestattet, weil nur ein freies Ja des Geschöpfes Glauben und Vertrauen Gott gegenüber wertvoll machen. Wer hat schon Geschenke gern, die gedankenlos oder nur aus Gewohnheit heraus oder gar erzwungen gemacht werden! Solche Geschenke haben keinen wirklichen Wert. In der Liebe gibt es keinen Zwang. Aber es gibt in ihr frei gewollte Bindung. Das ist wie beim Bergsteigen: Ein Kletterseil bindet. Aber es ermöglicht auch den sicheren Aufstieg in die Höhe. Aus einer Bindung kann neuer Freiraum erwachsen. Darum ist mir das Wort des Apostels Paulus so wichtig: "Zur Freiheit hat uns Christus befreit!" (Gal 5,1). Wer sich von Gott geliebt weiß, hat keine Angst vor Freiheit.


Wozu dann aber Gebote? Gebote und Vorschriften, auch für den Christen, sind so etwas wie Leitplanken, die auf Autobahnen und Strassen an gefährlichen Stellen davor schützen, in den Graben zu fahren. Solche Hinweise und Verbotstafeln sind sehr hilfreich und aller Beachtung wert. Wer sich nicht danach richtet, spürt bald die Konsequenzen. Aber Autofahren ist mehr als Starren auf Verbotsschilder. Für mein Gottesbild ist wichtig: Gott straft nicht. Aber er lässt Folgen zu. Positiv gesprochen: Was wirklich zählt, ist eine Freiheit, die sich um der Gottes- und Nächstenliebe willen selbst bindet. Jetzt haben wir den Kern der geistlichen Biographie der hl. Elisabeth berührt. Das ist - so meine ich - ihre Botschaft an uns Menschen des beginnenden 21. Jahrhunderts.



3. Immer neue Einübung in die "Freiheit der Kinder Gottes"


Heute bemühen sich auch nichtreligiöse Menschen merkwürdigerweise wieder um das Fasten. Sie wollen sich Freiräume zurück erobern, die ihnen eine exzessive Werbung genommen hat. Manche staunen dann, dass sie doch von zwanghaften Gewohnheiten loskommen. Sie entdecken: "In mir steckt mehr als ich wusste!" "Ich bin freier als ich meinte!" "Ich tauge zu mehr als ich dachte!" Aus der Selbstbeschränkung erwächst eine Selbstüberschreitung.


Ich erinnere noch einmal an das Buch von Gerhard Schulze, das ich eingangs erwähnte. Ihm ging es auch um Selbstüberschreitung des Menschen in neue Dimensionen der Selbsterfahrung hinein. Freilich: Bei diesem Autor bleibt der Mensch auf sich selbst angewiesen. Er hat niemanden, der ihn herausfordert, der ihn lockt, der ihm neue Horizonte eröffnet. Er kennt nicht den Gott und Vater unseres Herrn, so wie Elisabeth ihn kannte. In der Begegnung mit ihm durfte sie erfahren, dass er das Leben weit machen kann. Dass er Freiheit schenkt, dort, wo gesellschaftliche Konventionen einengen. Dass er den Menschen, der sich um der Liebe willen klein macht, ganz groß werden lässt. Selbstbegrenzung um eines höheren Gutes willen engt nicht ein, sondern setzt frei.


Aber damit haben wir noch zu wenig gesagt. In einem Sammelband über die Zehn Gebote, den jüngst Hans Joas herausgegeben hat (Die zehn Gebote. Ein widersprüchliches Erbe? Köln- Weimar - Wien 2006), weist er auf das Missverständnis hin, dass das christliche Liebesgebot oft nur wie ein von außen auferlegtes Gesetz verstanden wird. Schon das Judentum wusste: Das Gesetz Gottes ist kein drückendes Joch, sondern eine Gabe. Wenn man von diesem Bundesgedanken her etwa Jesu Gebot der Gottes- und Nächstenliebe interpretiert, gewinnt es eine neue, befreiende Bedeutung: Es ist dann nicht mehr autoritäre Setzung, sondern Eröffnung eines Lebensraumes. Hans Joas schreibt: "Wenn wir der Liebe begegnen, haben wir zwar die Erfahrung der Unbedingtheit, aber doch nicht der Unterwerfung" (S. 183). Darum ist übrigens so wichtig, die unveräußerlichen Rechte des Menschen nicht bloß als menschliche Satzung anzusehen (warum sollten sie dann Verbindlichkeit haben?), sondern als vorgängig von Gott gegebene Gabe, deren Annahme und Respektierung erst den Raum einer wahren Selbstverwirklichung eröffnet.


Die folgenden Sätze von Joas aus dem genannten Werk habe ich - obwohl hier nicht von Elisabeth die Rede ist - wie eine hilfreiche Einführung in das Geheimnis ihres Lebens verstanden:


"Wenn aus der Liebe Pflichten folgen, bleiben diese in der Liebe gegründet und werden nicht zu bloßen äußerlichen Pflichten. Deshalb erlebt der Liebende die Beziehung zum Geliebten nicht als Einschränkung seiner Autonomie, sondern als ihre Erfüllung, ja vielleicht erst als ihre Ermöglichung. In dem Maße, in dem wir uns die Beziehung zu Gott als eine wechselseitige Liebe vorstellen, in dem Maß verstehen wir, dass wir durch Gottes liebende Zuwendung, zu der das Liebensgebot gehört, in seiner Folge aber auch die von der Liebe durchdrungenen Gebote im einzelnen, erst freigesetzt werden zu wirklicher Autonomie" (183). Und Joas schließt einen Satz des französischen Denkers Paul Ricoeur an, der sagt: "In diesem Sinne erzeugt die Theonomie, verstanden als ein Anruf zum liebenden Gehorsam, die Autonomie, verstanden als Aufruf zur Verantwortung" (ebd.).



Christliches Lebenszeugnis als religiöse Verstehenshilfen

für nichtchristliche Zeitgenossen


Es wäre interessant, wenn es unter deutschen Katholiken einmal eine religiöse PISA-Studie gäbe, eine Untersuchung nicht darüber, ob wir ordentlich lesen und klug kombinieren können, sondern ob wir begriffen haben, was das heutzutage heißt: Leben aus der Freiheit der Kinder Gottes. Ein Nichtchrist fängt an Elisabeth zu verstehen, wenn er zumindest ansatzweise unter heutigen Menschen, unter uns Christen eine ähnlich von Gott her motivierte Freiheit und sich selbst bindende Verantwortlichkeit für andere entdeckt.


Ich nenne in diesem Zusammenhang einmal bewusst eine Haltung den Nichtglaubenden gegenüber, die von eigener religiösen Entschiedenheit und gleichzeitig von Vornehmheit und Respekt vor dem Mitmenschen und seinen Ü;berzeugungen gekennzeichnet ist: eine Haltung der Sehnsucht, sich in der Liebe zu Gott immer tiefer zu verwurzeln. Vielleicht bringt ein Wort, das Mutter Theresa zugeschrieben wird, das auf den Punkt, was ich meine. Sie hat einmal gesagt: "Spricht nie mit einem anderen über deinen Glauben, wenn du nicht gefragt wirst. Aber lebe so, dass du gefragt wirst!"



Wir, die Glaubenden haben Gott nicht zur Verfügung wie einen Markenartikel. Wir können freilich durch unsere Lebensführung und unser Verhalten die Menschen auf das Gottesgeheimnis hinweisen, aus dem wir selbst Hoffnung und Kraft schöpfen. Uns ist ja dieser Gott durch Jesus Christus offenbart worden, und zwar als ein Gott der Liebe und des Erbarmens, als ein Gott, der uns Würde und Freiheit schenkt. Ein solches Lebenszeugnis, das für andere zum Anlass des Fragens, des Nachdenkens wird, braucht freilich geistliche Wachsamkeit, eine Offenheit für Gott im Alltag, ja ich möchte sagen: Thüringen braucht Gottsucher.


Wer Gott nicht sucht, der kann ihn nicht finden. Gott liegt nicht auf den Ramschtischen unserer Warenhäuser herum. Er ist kein Billigprodukt. Er ist vielmehr anspruchsvoll. Er ist der ganz Andere. Er kann durchaus verunsichern. Er führt auf ungewohntes Terrain. Aber er führt ins Weite. Er lässt Grenzen überschreiten. Er vermag zu heilen bis in die Wurzel unserer Existenz. "Gott, du mein Gott, dich suche ich, meine Seele dürstet nach dir!" so betet der Psalmist. Psalm 63 ist ein Text, der auch Zweiflern und Agnostikern etwas sagen kann. Können wir das aus ganzem Herzen mit dem Psalmisten mitsprechen? "An dir, Gott hängt meine Seele; deine rechte Hand hält mich fest!" Das Grundwasser der Gottessehnsucht muss unter uns steigen. Dann kann vieles auch in diesem säkularen Land wieder religiös wachsen und zum Blühen kommen.



Das Elisabeth-Gedenkjahr als Chance, den christlichen Grundwasserspiegel in Thüringen anzuheben


Als Bischof und Seelsorger sehe ich das kommende Gedenkjahr als eine große Chance an. Ich bin überzeugt: Wer unvoreingenommen und offen sich dieser großen Heiligen unseres Landes nähert, nähert sich Gott. Darum kann für mich das zentrale Anliegen dieses Jahres auf die Formel gebracht werden: Elisabeth so in den Blick rücken, dass wir und möglichst viele andere in unserem Freistaat an ihrem Lebenszeugnis tiefer begreifen, wie sehr der Gottesglaube eine Gabe, eine Herausforderung zu gelingendem Leben ist. Menschenfreundlichkeit und Gottesliebe gehören untrennbar zusammen. Gewalt macht Religion unglaubwürdig, ja sie widerspricht dem Wesen Gottes und der Würde des Menschen. Papst Benedikt wird nicht müde, dass immer wieder zu betonen. In einer Welt, in der religiös motivierter Terrorismus Angst und Schrecken verbreitet, ist diese Einsicht sehr aktuell. "Elisabeth ist ein einziges Flehen um Gnade für eine von Kämpfen aufgewühlte Welt" (Schneider 30), dies galt damals und das gilt heute.


Sicher muss auch diese weitere Herausforderung genannt werden. Ich möchte sie so formulieren: Hinschauen statt wegsehen. Das Gedenkjahr soll uns veranlassen, mit den Augen der hl. Elisabeth auf unsere Zeit und ihre Nöte zu schauen. In Kurzform: Die beste Form des Gedenkens an die hl. Elisabeth ist - das genaue Hinschauen. Unsere Zeit hat andere Nöte und Herausforderungen als jene des mittelalterlichen Feudalstaates, in dem Elisabeth zur Hocharistokratie gehörte. Was Elisabeth von ihren Standesgenossen unterschied, war ihre Bereitschaft, angesichts des Elends ihrer Zeit nicht wegzuschauen. Um genau dieses Anliegen wird es uns auch in diesem Jahr gehen: Hinschauen, möglichst genau und konkret. Es gilt, die Nöte unserer Zeit beim Namen zu nennen. Dazu wollen wir die Gemeinden sensibilisieren, unsere katholischen Verbände und Gemeinschaften, aber auch die Öffentlichkeit und nicht zuletzt auch die Politik.


Und schließlich gilt auch dieses Anliegen: Handeln statt Reden. Aus dem Hinschauen soll und muss ein Handeln werden. Das wird in vielen Fällen nur zeichenhaft und beispielhaft sein können, aber das wird nicht ohne Wirkung bleiben. Unsere Gesellschaft braucht mehr als Gerechtigkeit. So notwendig diese auch ist - auf dem Fundament der Gerechtigkeit braucht unser gesellschaftliches Haus auch Barmherzigkeit und Solidarität für jene, die allein nicht mit dem Leben zurecht kommen. Gerade im Bereich zwischenmenschlicher Beziehungen gilt es, der gesellschaftlich anzutreffenden Kälte zu widerstehen und Räume zu bewahren und auszubauen, in denen der Mensch Zuwendung und Wärme empfangen kann. Hier öffnet sich übrigens ein weites Feld der Zusammenarbeit von Christen und Nichtchristen für ein Thüringen "mit Herz", ganz im Sinne der hl. Elisabeth.


Es ist - wie wir gesehen haben - eine anspruchsvolle Herausforderung, Elisabeth im säkularen Thüringen feiern zu wollen. Lassen wir uns darauf ein.



Vortrag gehalten am Montag, 18. September 2006 in der Erfurter Bildungsstätte St. Martin auf Einladung des Friedrich-Dessauer-Kreises




Veranstaltungskalender zum Elisabeth-Jahr