Brandkatastrophe im Rohingya-Flüchtlingslager

MISEREOR bittet um Spenden

©Uttaran

Aachen. Nach dem verheerenden Brand im Rohingya-Flüchtlingslager Balukhali nahe der Stadt Cox’s Bazar im Süden Bangladeschs leistet die einheimische MISEREOR-Partnerorganisation UTTARAN erste Nothilfe für die verzweifelten und traumatisierten Menschen. Das Feuer hat zehntausende Hütten und Unterkünfte und damit die wenigen Habseligkeiten der Bewohnerinnen und Bewohner völlig zerstört.

"Die Menschen stehen erneut buchstäblich vor dem Nichts", berichtet Benazir Lobo-Bader, MISEREOR-Länderreferentin für Bangladesch. "Sie sind auf Lebensmittelhilfe, Kleidung, Zelte und Medikamente angewiesen und brauchen so schnell wie möglich neue Unterkünfte. In der jetzigen Situation schlafen viele unter freiem Himmel oder sind in den ohnehin schon überfüllten angrenzenden Camps untergekommen, die nicht vom Feuer zerstört wurden", so Lobo-Bader.

Auch zwei von MISEREOR-Mitteln finanzierte Gemeinschaftszentren sind dem Brand zum Opfer gefallen. Dort wurden u.a. Nähkurse für Mädchen und junge Frauen angeboten, um ihnen die Möglichkeit eines eigenen Einkommens zu geben. "Bei einem Besuch im Camp im letzten Jahr konnten wir sehen, wie begeistert die Mädchen und Frauen von den Kursen und den Lernerfahrungen waren. Nun sind sämtliche Nähmaschinen, die an die Frauen verteilt wurden, verbrannt. Damit stehen wir wieder am Anfang unserer Bemühungen, den Bewohnern und Bewohnerinnen Zukunftschancen und einen Weg aus der Hoffnungslosigkeit zu ermöglichen", so Lobo-Bader.

Flüchtlingscamps drohen größter Slum der Welt zu werden
MISEREOR stellt daher zunächst 100.000 Euro zur Verfügung, um die Menschen mit Lebensmitteln, Zelten und Hygieneartikeln zu versorgen. In einem zweiten Schritt sollen dann so bald wie möglich die Gemeinschaftszentren wiederaufgebaut und die langfristige Unterstützung durch Weiterbildung aufgenommen werden.

Über eine Million Rohingya sind aus Myanmar geflüchtet und haben Zuflucht in Bangladesch gefunden, allein 90.000 in Balukhali. Durch die ständig wachsende Zahl von Geflüchteten drohen die Flüchtlingscamps zum größten Slum der Welt zu werden. Zudem dürfen die Flüchtlinge die Camps nicht verlassen; es gibt kaum Arbeit, um für den Lebensunterhalt zu sorgen; Bildungsangebote, insbesondere für Kinder, sind kaum vorhanden und die Gesundheitsversorgung katastrophal. MISEREOR unterstützt daher die Menschen in Cox’s Bazaar seit Beginn der Fluchtbewegungen der Rohingya nach Bangladesch mit Projekten zur Gesundheitsversorgung und Hygienemaßnahmen zur Eindämmung des Corona-Virus im Camp.

MISEREOR bittet daher dringend um Spenden für die Flüchtlinge in Bangladesch:

Stichwort: Rohingya
Pax Bank Aachen
DE75 3706 0193 0000 1010 10
GENODED1PAX

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