Bistum Erfurt sagt Wallfahrten ab

Bischof schreibt Brief an die Gläubigen

Bild: Bernhard Riedl; In: Pfarrbriefservice.de

Erfurt (BiP). Wegen der Corona-Pandemie finden im Bistum Erfurt bis zum 31. August 2020 keine Wallfahrten statt, die traditionell vom Bistum selbst, seinen Kirchengemeinden und vom Franziskanerkloster auf dem Hülfensberg veranstaltet werden. Der Entschluss der Bistumsleitung betrifft auch die großen Eichsfelder Wallfahrten der Männer und Frauen sowie die Kinderwallfahrt zum Erfurter Domberg.

Die Warnungen der Virologen könne man nicht in den Wind schlagen, schreibt der Erfurter Bischof in einem Brief an die Gemeinden. „Gerade bei  großen Veranstaltungen kann sich das Virus rasch ausbreiten, sodass am Ende die Kapazitäten in den Krankenhäusern nicht ausreichen, um die Kranken zu versorgen.“ So bestünde die Gefahr, „dass wir das Virus verbreiten, während wir darum beten, dass die Krankheit besiegt wird“.

Neymeyr räumt angesichts der bedeutenden Wallfahrtstradition des Bistums Erfurt ein, dass ihm die Absage nicht leichtgefallen sei. „Die Wallfahrtsgottesdienste in unserem Bistum beeindrucken mich immer sehr. Sie sind ein Ausdruck lebendigen Glaubens“, sagt der Bischof. Wallfahrten zeigten außerdem, dass Glaubende nicht allein, sondern als pilgerndes Gottesvolk miteinander auf dem Weg seien.

Trotz der abgesagten Wallfahrten lädt Bischof Neymeyr dazu ein, „den Himmel zu bestürmen, dass all die klugen Mediziner und Forscher bald einen Impfstoff und ein Heilmittel finden.“ Auch wenn man es nicht gemeinsam tun könne: „Das muss uns nicht davon abhalten, zu der Zeit, zu der wir sonst zur Wallfahrt aufgebrochen wären, im persönlichen Gebet oder in einer Andacht im kleinen Kreis unsere Anliegen vor Gott zu tragen.“

Der Brief des Bischofs im Wortlaut