Bischof feiert mit Soldaten Gottesdienst

Militärseelsorge gilt den Angehörigen der Bundeswehr und ihren Familien, also den Menschen und nicht der Institution

Sondershausen (BiP). Der Erfurter Bischof Joachim Wanke feiert am Donnerstag, 12. Mai um 14 Uhr mit Soldaten und Offizieren der Karl-Günther-Kaserne Sondershausen einen Friedensgottesdienst in der Pfarrkirche St. Elisabeth. Mit dem Bischof stehen Militärdekan Hartmut Gremler, Standortpfarrer Markus Ramisch und der Ortspfarrer Günter Albrecht am Altar. Anschließend treffen sich Bischof, Seelsorger und Soldaten bei einem Bier und Gegrilltem.

Dass die katholischen Bischöfe zu Gottesdiensten mit den Soldaten zusammenkommen, die innerhalb ihres Bistums stationiert sind, hat sich auch in den neuen Bundesländern zu einer Tradition entwickelt. Für die Soldatenseelsorge ist allerdings ein eigener Militärbischof verantwortlich. Frisch in sein Amt eingeführt ist das der Essener Diözesanbischof Franz-Josef Overbeck, der an den militärischen Standorten von Militärseelsorgern unterstützt wird.

Militärseelsorge - für Soldatinnen und Soldaten

Die rechtliche Basis der Militärseelsorge ist das im Grundgesetz verankerte Recht auf ungestörte Religionsausübung. Demzufolge hat auch der Soldat einen Anspruch darauf, seine Religion auszuüben. Der Dienst des Soldaten macht allerdings eine Beteiligung am Leben der Ortspfarrei oft unmöglich. Daher gibt es eigene Militär- oder besser: Soldatenseelsorger. Denn die Militärseelsorge gilt den Angehörigen der Bundeswehr und ihren Familien, also den Menschen und nicht dem Militär als einer staatlichen Institution.

Verantwortlich für die katholische Militärseelsorge ist ein Militärbischof, der immer zugleich auch Diözesanbischof sein muss. Er steht in keinem Dienstverhältnis zum Staat. Auch die Militär- und Standortpfarrer sind nicht Mitglieder der Streikräfte. Sie sind Priester des Bistums, aus dem sie stammen, und werden von ihrem Bischof für die Soldatenseelsorge freigestellt. Militärgeistliche erteilen somit keine Befehle und müssen Befehle auch nicht entgegennehmen. Vielmehr feiern sie mit den Soldaten und ihren Angehörigen Gottesdienste, spenden Sakramente und begleiten die Soldaten bei ihren Einsätzen im In- und Ausland. Auch Nichtchristen nutzen das Angebot der Militärseelsorger zu gemeinsamen Gesprächen und zur Beratung bei wichtigen Lebensfragen.

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