Bischof feiert in Hüpstedt Gottesdienst mit Bundeswehrsoldaten

Soldaten der Standorte Mühlhausen, Bad Frankenhausen, Sondershausen, Gotha, Bad Salzungen und Erfurt

Hüpstedt (BiP). Zu einem Friedensgottesdienst mit anschließender Begegnung trifft sich Bischof Joachim Wanke am Donnerstag, 8. Mai, in Hüpstedt mit Kommandeuren der Bundeswehr und ihren Soldaten, die in Thüringen stationiert sind. Hüpstedt ist die "Patengemeinde" der 2. Batterie des Beobachtungsartilleriebataillons 131, das in Mühlhausen stationiert ist und unter Leitung von Oberstleutnant Johannes Derichs das Treffen mit dem Bischof vorbereitet. Außerdem nehmen Soldaten aus den Standorten Bad Frankenhausen, Sondershausen, Gotha, Bad Salzungen und Erfurt teil. Im vergangenen Jahr musste das Treffen wegen des Einsatzes der Bundeswehr beim Oder-Hochwasser abgesagt werden.


Die Zusammenkunft mit dem Bischof eröffnet um 16 Uhr ein Gottesdienst in der Pfarrkirche St. Martin, zu dem auch alle Hüpstedter Bürger eingeladen sind. Mit dem Bischof stehen Militärdekan Hartmut Gremler, der Erfurter Standortpfarrer Benno Porovne und Markus Ramisch, Pfarrer von Hüpstedt und nebenamtlicher Standortpfarrer in Mühlhausen, am Altar. Für die musikalische Gestaltung des Gottesdienstes sorgt das Wehrbereichsmusikkorps III aus Erfurt unter Leitung von Oberstleutnant Männel. Zur anschließenden Begegnung auf dem Pfarrgelände wird bei zünftiger Musik der Feuerwehrkapelle Hüpstedt Deftiges vom Grill geboten.


Dass die katholischen Bischöfe einmal im Jahr zu Gottesdiensten mit den Soldaten zusammenkommen, die innerhalb ihres Bistums stationiert sind, hat sich auch in den neuen Bundesländern zu einer Tradition entwickelt. Für die Soldatenseelsorge ist allerdings ein eigener Militärbischof verantwortlich. Zur Zeit ist das der Eichstätter Diözesanbischof Walter Mixa, der an den militärischen Standorten von Militärseelsorgern unterstützt wird.



Stichwort: "Militär-/Soldatenseelsorge"

Die rechtliche Basis der Militärseelsorge ist das im Grundgesetz verankerte Recht auf ungestörte Religionsausübung. Demzufolge hat auch der Soldat einen Anspruch darauf, seine Religion auszuüben. Der Dienst des Soldaten macht allerdings eine Beteiligung am Leben der Ortspfarrei oft unmöglich. Daher gibt es eigene Militär- oder besser: Soldatenseelsorger. Denn die Militärseelsorge gilt den Angehörigen der Bundeswehr und ihren Familien, also den Menschen und nicht dem Militär als einer staatlichen Institution.

Verantwortlich für die katholische Militärseelsorge ist ein Militärbischof, der immer zugleich auch Diözesanbischof sein muss. Er steht in keinem Dienstverhältnis zum Staat. Auch die Militär- und Standortpfarrer sind nicht Mitglieder der Streikräfte. Sie sind Priester des Bistums, aus dem sie stammen, und werden von ihrem Bischof für die Soldatenseelsorge freigestellt. Militärgeistliche erteilen somit keine Befehle und müssen Befehle auch nicht entgegennehmen. Vielmehr feiern sie mit den Soldaten und ihren Angehörigen Gottesdienste, spenden Sakramente und begleiten die Soldaten bei ihren Einsätzen auch ins Ausland. Auch Nichtchristen nutzen das Angebot der Militärseelsorger zu gemeinsamen Gesprächen und zur Beratung bei wichtigen Lebensfragen.

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