Bewusste Entscheidung für den Glauben

Erfurter Bischöfe spenden rund 880 Jugendlichen das Sakrament der Firmung

Bonifatiuswerk der deutschen Katholiken

Bistum Erfurt (BiP). Bischof Ulrich Neymeyr, Altbischof Joachim Wanke und Weihbischof Reinhard Hauke spenden in diesem Jahr voraussichtlich 887 Jungen und Mädchen aus dem Bistum Erfurt das Sakrament der Firmung. Der erste Firmtermin ist am Freitag, 9. März in Heilbad Heiligenstadt, wo auch am 25. November die letzte Firmung erfolgt. Insgesamt sind es 31 Gottesdienste in ganz Thüringen, in denen das Sakrament empfangen wird.

Mit der Taufe und der Eucharistie gehört die Firmung zu den so genannten Eingliederungssakramenten, durch deren Empfang man in die volle Gemeinschaft der katholischen Kirche aufgenommen wird. Wie die Taufe wird das Firmsakrament nur einmal gespendet. Nach kirchlichem Verständnis stärkt dabei Gottes Geist den Firmling, ein Leben aus dem Glauben zu führen und selbst die Verantwortung dafür zu übernehmen. Mit der Firmung kommt zum Abschluss, was in der Taufe begonnen wurde. Waren es damals die Eltern, die für den Säugling sprachen, ist es jetzt der Jugendliche selbst, der ein bewusstes Ja zum christlichen Glauben und zum Leben in der katholischen Kirche sagt. Für den Empfang der Firmung gibt es keinen traditionellen Tag. Jede Gemeinde stimmt einen Termin mit dem Bischof ab. Bis zu diesem Tag Firmung durchlaufen die Firmlinge eine längere Vorbereitungszeit in ihren Heimatgemeinden.

Stichwort: „Firmung“

Die Firmung ist eines der sieben Sakramente der katholischen Kirche. Dabei wird der Firmling nach kirchlichem Verständnis durch Gottes Geist gestärkt, ein Leben aus dem Glauben zu führen.

Spender des Firmsakramentes ist der Diözesanbischof (oder sein Weihbischof oder ein beauftragter Priester), der dem Firmling die Hand auflegt, die Stirn mit Chrisam-Öl salbt und die Worte spricht: „(Name), sei besiegelt durch die Gabe Gottes, den heiligen Geist.“ Die Salbung eines Menschen mit Öl versinnbildlicht seine Erwählung durch Gott und bringt Segensfülle, Stärkung und Heil zum Ausdruck.

Mit der Firmung kommt zum Abschluss, was in der Taufe begonnen wurde: Durch die Taufe werden die Taufbewerber in die Kirche eingegliedert. In der frühen Christenheit waren Taufbewerber immer Erwachsene. In der Osternacht empfingen sie nach der Taufe das Sakrament der Firmung, das die Taufe besiegelte, und die Eucharistie. Taufe, Firmung und Eucharistie hießen und heißen darum Sakramente der Eingliederung (Initiationssakramente). Als man zur Säuglingstaufe überging, wurde die Firmung als Vollendung der Taufe zu einem späteren Zeitpunkt gespendet. Die Reihenfolge der Eingliederungssakramente änderte sich damit: Taufe, Eucharistie, Firmung. Gespendet wurden sie zu unterschiedlichen Zeitpunkten. So ist es heute noch. Erwachsene Taufbewerber empfangen dagegen noch alle drei Sakramente gemeinsam, hier hat man die Praxis der alten Kirche wieder aufleben lassen.

Jugendliche (mitunter auch Erwachsene), die als Kind getauft wurden, haben aber durch die spätere Firmung die Möglichkeit, ein bewußtes Ja zu ihrem Glauben zu sagen. Als Säuglinge war ihnen das nicht möglich. Ab jetzt sind auch weniger ihre Eltern als sie selbst für ihr Glaubensleben verantwortlich – eben als „erwachsene“ Gläubige. Mit 14 Jahren ist man religionsmündig.