Beständigkeit im Wandel

Die Kirchengemeinde St. Marien in Bad Langensalza feiert ihr 150. Kirchweihjubiläum


Innenraum der Kirche von 1856
Katholische Gemeinde von Bad Langensalza feiert ihr 150. Kirchweihfest

Bad Langensalza (BiP). Anlässlich des 150. Kirchweihfestes feiert Bischof Joachim Wanke mit den Mitgliedern und Gästen der Kirchengemeinde St. Marien in Bad Langensalza am Sonntag, 13. Juli, um 10 Uhr einen Festgottesdienst.


Anschließend lädt die Gemeinde zu einem Empfang in den Pfarrgarten und um 14 Uhr zu einer Begegnung und Führung ins Stadtmuseum ein, wo bis zum 17. August die Sonderausstellung "Beständigkeit im Wandel" zu sehen ist, die dem katholischen Leben in der Stadt seit der Kirchweihe im Jahr 1858 nachspürt. Bereits am kommenden Sonntag, 6. Juli beginnt eine Festwoche zum Jubiläum, zu dem auch eine Festschrift erscheint.


Die Kirche St. Marien wurde vom Paderborner Bischof Konrad Martin am 14.7.1858 geweiht. Als "Gründervater" der Mariengemeinde darf aber der Buchbindermeister Anton Jungmann aus Prag gelten, der 1821 nach Langensalza gekommen war und sich aus dem Glauben heraus für die kleine Katholikenschar der Stadt einsetzte. Damals gab es dort weder eine katholische Kirche noch einen Priester. Mit Jungmann an der Spitze richtete man ein Gesuch an den Preußenkönig Wilhelm IV., den Bau einer kleinen Kapelle zu erlauben. Es wurde eher ein Kapellchen, das der Wittendaer Pfarrer Drieselmann, zu dessen Sprengel Langensalza seit 1840 gehörte, am 12. September 1847 in zwei Räumen eines Kaffeehauses einweihte. 229 Köpfe zählte die Gemeinde damals.


Acht Jahre später, 1855, erhielten die Katholiken mit Joseph Rudolph Engelhardt aus Meschede in Westfalen einen eigenen Pfarrer, 1859 wurde Langensalza zur Pfarrei erhoben. Weil die Zahl der Gläubigen stetig wuchs, wurde die Kirche 1923 nicht nur saniert, sondern nach Osten hin erweitert. Als die vergrößerte Kirche geweiht wurde, feierten die Langensalzaer Katholiken gleichzeitig das 100jährige Bestehen ihrer Gemeinde.



Rechtzeitig zum 150. Kirchweihjubiläum konnte in der Ostwand hinter dem Altar ein vom Boden bis zur Decke reichendes Glasfenster eingebaut werden, das der Georgenzeller Grafiker und Maler Wolfgang Nickel zum Thema "Auferstehung" entworfen hat. Ihre Geschichte weiß die Gemeinde darin wohl aufgenommen, denn was es zu Beginn niemals war, ist jetzt eine Selbstverständlichkeit: Die katholische Kirchengemeinde St. Marien hat ihren festen Platz im Leben der Stadt und engagiert sich nicht nur für die eigenen Mitglieder, sondern auch für Menschen unabhängig von jedweder Kirchenzugehörigkeit: So etwa in der Gefängnis, Klinik- und Notfallseelsorge wie auch im sozialen und pflegerischen Bereich. Auch das darf gefeiert werden.

Programm der Festwoche zum 150. Kirchweihfest