Bei verschlossenen Türen

Viel mehr darf nicht gesagt werden: Die Ökumenische Telefonseelsorge bekommt neue Mitarbeiter


Viel mehr darf nicht gesagt werden: Die Telefonseelsorge bekommt neue Mitarbeiter...

Erfurt (BiP). "Kein Anschluss unter dieser Nummer" - bei der Ökumenischen Telefonseelsorge in Erfurt ist dieser Satz niemals zu hören. Denn 52 ehrenamtliche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sorgen dafür, dass das Telefon an sieben Tagen der Woche rund um die Uhr besetzt ist. Demnächst werden es sogar 61 Telefonseelsorger sein.


Am 7. Dezember treten neun Männer und Frauen ihren Dienst am Telefon an. Zugleich erhält Hiltrud Liedtke als neue Leiterin der Telefonseelsorge ihre offizielle Beauftragung. Wenn das kein Anlass für ein kleines Fest ist, sollte man meinen. Ist es auch, aber die alten und neuen Ehrenamtlichen feiern hinter verschlossenen Türen. "Wir wahren strikte Anonymität", erklärt Hiltrud Liedtke.


Das gelte nicht nur für die Menschen, die bei der Telefonseelsorge anrufen und deren Problem vertraulich behandelt wird. "Kein Anrufer wird nach seinem Namen gefragt, aber ebenso haben unsere Mitarbeiter das Recht, anonym zu bleiben." Das Ehrenamt solle sich nicht mit dem Berufs- und Privatleben vermischen, um unnötige Konflikte zu vermeiden, sagt Liedtke.


Die 39jährige Ehefrau und Mutter von drei Kindern zog 1994 mit ihrer Familie aus dem Bistum Aachen nach Thüringen. Seit September leitet die Gemeindereferentin mit der Zusatzausbildung Ehe-, Familien- und Lebensberaterin die Telefonseelsorge in Erfurt. Auch bei ihrer Arbeit mit einem Kinder und Jugendpsychiater hat sie wertvolle Erfahrungen für den neuen Job gemacht.


Jetzt stehen Name und Gesicht von Hiltrud Liedtke gewissermaßen für die Telefonseelsorge in Erfurt, denn sie ist die einzige Person, die in der Öffentlichkeit auftritt. "Sonst wäre es auch schwer, Männer und Frauen für die Mitarbeit am Telefon zu gewinnen", sagt Liedtke mit einem freundlichen Lachen.


Im kommenden Jahr beginnt ein neuer Ausbildungskurs. Rund 100 Stunden dauert er, weil niemand unvorbereitet ans Telefon gesetzt werden soll. "Neun neue Leute wie in diesem Jahr, das wäre toll", hofft Hiltrud Liedtke. Es gebe auch eine schöne Aufnahmefeier. Allerdings nur hinter geschlossen Türen.



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