Mannheim. Der Katholikentag soll ein Forum bieten, um sich "mit gläubiger Zuversicht und wachem Verstand den Herausforderungen unserer Zeit zu stellen". Das sagte der Präsident des Zentralkomitees der deutschen Katholiken (ZdK) Alois Glück am Mittwoch in Mannheim. Bei der Vorstellung der programmatischen Schwerpunkte des Christentreffens im Mai betonte Glück in der Mannheimer Kunsthalle, es gelte, mit Gottvertrauen einen neuen Aufbruch zu wagen.
Der Katholikentag solle ein Ort sein, Herausforderungen und Probleme zu analysieren, Perspektiven und Chancen aufzuzeigen, aber auch manche Ängste und Sorgen zu benennen, vielleicht sogar zu überwinden, und so zum Aufbruch zu ermutigen. Die Antwort auf die Herausforderungen in Deutschland und in der Kirche könne nicht ein "weiter so" sein, betonte Glück. "Unsere heutige Art zu leben ist nicht zukunftsfähig", so der ZdK-Präsident. Eine Entwicklung, die Wachstum um fast jeden Preis in den Mittelpunkt stelle, ruiniere mit wachsender Geschwindigkeit die Welt. Glück forderte: "Wir brauchen ein neues Bewusstsein für Nachhaltigkeit und Solidarität. Beides wird es ohne die Bereitschaft zur Veränderung des persönlichen Lebensstils, der eigenen Erwartungen und Ansprüche nicht geben." Glück zeigte sich überzeugt, dass ein Dialog der Kulturen notwendig sei, um den inneren und äußeren Frieden zu bewahren. "Damit heißt unsere geradezu historische Aufgabe: eine zukunftsfähige Kultur entwickeln", sagte der Präsident des obersten katholischen Laiengremiums.
Der Vorsitzende der deutschen Bischofskonferenz, Freiburgs Erzbischof Robert Zollitsch, ermutigte zum geistlichen Aufbruch und betonte: "Gott ist immer schon zu uns aufgebrochen. Gott ist immer schon da. Glaube bedeutet zuerst und vor allem eine Einladung: Komm in meine Nähe!" Der Katholikentag wolle jedoch auch deutlich machen, dass Christen "dieser Welt etwas zu sagen haben". Zollitsch stellte im Rahmen der Pressekonferenz das Katholikentagsgebet "Du, Gott des Aufbruchs" vor.
Das Programm des Katholikentags umfasst mehr als 1.200 Einzelveranstaltungen, darunter große Podien mit prominenten Teilnehmern aus Politik, Kirche und Gesellschaft. So werden unter anderem erwartet: Bundespräsident Christian Wulff, Bundestagspräsident Norbert Lammert, Bundeskanzlerin Angela Merkel, Bundestagsvizepräsidentin Katrin Göring-Eckard, die Ministerpräsidenten Winfried Kretschmann, Kurt Beck, Christine Lieberknecht und Annegret Kramp-Karrenbauer, die Bundesminister Hans-Peter Friedrich, Thomas de Maizière, Annette Schavan und Wolfgang Schäuble. Prominente Vertreter aus kirchlichen Reihen sind unter anderem die Kardinäle Karl Lehmann, Walter Kasper und Reinhard Marx, die Bischöfe Rainer Maria Woelki, Heinz Josef Algermissen, Ludwig Schick und viele andere.
Der 98. Deutsche Katholikentag findet von 16. bis 20. Mai 2012 in Mannheim statt, erwartet werden mindestens 25.000 Dauerteilnehmer aus dem gesamten Bundesgebiet sowie 30.000 Tagesgäste aus der Region. Katholikentage werden vom Zentralkomitee der deutschen Katholiken (ZdK) in der Regel alle zwei Jahre an wechselnden Orten veranstaltet. Der 97. Deutsche Katholikentag fand 2008 in Osnabrück statt, 2010 trafen sich Christinnen und Christen beim Zweiten Ökumenischen Kirchentag in München.
www.katholikentag.de
Quelle: Pressemitteilung des 98. Deutschen Katholikentages Mannheim 2012 e.V. Für den Inhalt ist der Absender verantwortlich.