Auf einem Esel

Gedanken zu Palmsonntag

Bild: Christine Limmer In: Pfarrbriefservice.de

Da kommt einer und reitet auf einem Esel in die Stadt Jerusalem.
Der ein oder andere hatte sich das vielleicht anders vorgestellt. Ein König? Der hat doch ein Pferd, eine Krone und ist umgeben von einem großen Heer?
Aber dieser hier, ist anders. Er ist ein Gegenbild zu den antiken Herrschern. Zu dem, was das Volk sonst kennt.

Jesus macht vieles anders. Er tut Wunder, heilt Kranke, erweckt Tote zum Leben, geht zu den Ausgestoßenen und gibt vielen Menschen Mut und Hoffnung.
Und auch an Palmsonntag provoziert Jesus wieder, wie so oft. Er kommt eben nicht auf einem Pferd angeritten, wie ein römischer Soldat, sondern bescheiden auf einer Eselin. Gewaltlos und demütig.
Er ist ein Friedenskönig und König der Armen.

Die Leute in Jerusalem jubeln ihm mit grünen Zweigen zu. Sie rufen Hosanna (=Hilf doch), weil sie sich von ihm etwas erhoffen. Hosanna ist ein Hilferuf zum König, der erretten soll aus Not und Misere und die Leute wollen diesen Jesus als ihren König haben, deshalb jubeln sie ihm zu.

Aber es gibt auch einige, die Jesus als Störenfried ansahen und ihn aus dem Weg haben wollten, weil sie selbst um ihre eigene Macht bangten.
Seine Feinde nahmen Jesus gefangen, setzten ihm eine Dornenkrone auf und verspotteten ihn, bis er am Kreuz starb.

Und die Leute, die ihm einst zujubelten? Sie waren es, die riefen: Kreuzige ihn!


Aber damit ist die Geschichte noch nicht zu Ende. Es bleibt nicht bei dem Tod Jesu, denn am dritten Tag stand er von den Toten auf.

Die Rufe zu Ehren Jesu und seinem Tod verhallten, denn vor dem, was da kommt, jemand steht auf den Toten, kann man nur sprachlos staunen.

 

Text: Sarah Lamprecht