Auf dem Weg zum Priester

Guido Funke wird am Samstag, 21. April um 10 Uhr in der Küllstedter Pfarrkirche St. Georg und Juliana zum Diakon geweiht

Bild: Peter Weidemann; in: Pfarrbriefservice.de

Küllstedt (BiP). Dreimal im Leben hatte Guido Funke das Gefühl, dass das Priesteramt etwas für ihn sein könne: bei den Weltjugendtagen 2005 und 2011 und dazwischen bei der Feier der elterlichen Silberhochzeit im Zisterzienserkloster Himmerod (Eifel). Das Gefühl trog nicht. 2012 begann der damals 25-jährige Elektroinstallateur, sich auf das Theologiestudium vorzubereiten. Am Samstag, 21. April weiht ihn Weihbischof Reinhard Hauke in Küllstedt zum Diakon. Wenn alles kommt, wonach es aussieht, wird Guido Funke am Pfingstsamstag des kommenden Jahres die Priesterweihe empfangen.

Funke wurde am 29.11.1986 in Leinefelde geboren und wuchs in seiner fünfköpfigen Familie in Bickenriede auf. Nach dem Hauptschulabschluss absolvierte er eine Ausbildung zum Elektroinstallateur und erwarb den Regelschulabschluss. Rund sechs Jahre arbeitete er mit seiner Profession im Handwerk und im Großhandel, ehe er 2012 in Bamberg das sogenannte Propädeutikum durchlief, eine Vorbereitungszeit auf das Theologiestudium, während der auch die biblischen Sprachen erlernt werden.

Im September 2013 begann Guido Funke als Priesterkandidat des Bistums Erfurt das Studium im Studienhaus St. Lambert in Lantershofen (Rheinland-Pfalz), eine Einrichtung, die Männern ohne Abitur ermöglicht, einen für die Priesterweihe notwendigen theologischen Abschluss zu erwerben. Funke beendete diese Phase im Juli 2017 mit einer Abschlussarbeit in Philosophie, die während der vier Jahre sein besonderes Interesse geweckt hatte.

Noch als Student absolvierte Funke ein Gemeindepraktikum in Bischofferode, und auch der Pastoralkurs führte ihn im September 2017 wieder ins Eichsfeld, in die Pfarrei St. Marien in Heilbad Heiligenstadt. Im Pastoralkurs erhält der Weihekandidat seine praktische Ausbildung und die unmittelbare Vorbereitung auf die Weihen. In St. Marien wird Guido Funke auch als Diakon arbeiten. Die Diakonenweihe ist die erste Weihestufe auf dem Weg zum Priesteramt.

Weihbischof Reinhard Hauke spendet die Weihe am Samstag, 21. April um 10 Uhr in der Küllstedter Pfarrkirche St. Georg und Juliana.
Mit dem Weihbischof stehen Subregens Egon Bierschenk vom Regional-Priesterseminar Erfurt, Funkes Heimatpfarrer Heiko Husmann und Propst Hartmut Gremler aus der Heiligenstädter Praktikumspfarrei am Altar.

Stichwort: „Diakon, Diakonenweihe“
In der Katholischen Kirche ist die Weihe mit ihren Stufen Diakonen-, Priester- und Bischofsweihe eines der sieben Sakramente. Der Begriff Diakon stammt vom griechischen Verb „diakonein“ ab und bedeutet Diener, Helfer. Während der ersten Jahrhunderte waren die Diakone unmittelbare Helfer des Bischofs und kümmerten sich vor allem um Arme und Kranke. Ab dem 9. Jahrhundert ging die Eigenständigkeit des Amtes verloren. Zum Diakon wurde nur noch geweiht, wer später Priester werden wollte. So wurde das Diakonat zur „Durchgangsstufe“ auf dem Weg zum Priesteramt.

Erst das Zweite Vatikanische Konzil (1962-65), die Versammlung aller katholischen Bischöfe mit dem Papst, betonte wieder stärker die ursprüngliche Bedeutung. Seitdem werden auch verheiratete Männer zu Diakonen geweiht, die ihren Dienst in der Gemeinde verrichten. Unverheiratete und auch verwitwete Männer können ebenfalls Ständiger Diakon werden, für sie bleibt die Ehelosigkeit allerdings verpflichtend.

Zu den Aufgaben des Diakons gehören unter anderem die Assistenz im Gottesdienst, Taufen, Eheschließungen und Beerdigungen, Erteilen von Religionsunterricht und Katechesen sowie die Sorge um die Mitglieder der Gemeinde, besonders um Alte und Kranke.

Im Rahmen der Weihehandlung innerhalb einer Heiligen Messe liegen die Kandidaten bei der Allerheiligenlitanei vor dem Altar auf dem Boden. Dies geschieht zum Zeichen, dass sie sich ganz Gott übereignen wollen. Der Bischof weiht durch Handauflegung und Gebet. Die Pfarrer der Heimatgemeinden legen den neuen Diakonen die liturgischen Gewänder an. Dann überreicht der Bischof das Evangelienbuch, aus dem die Botschaft Jesu Christi verkündigt werden soll, und besiegelt mit einer abschließenden Umarmung als Friedensgruß die Aufnahme in das neue Amt.