Appell für den Lebensschutz

Erfurter Bischof schreibt Thüringer Abgeordneten wegen der geplanten Änderung des Stammzellgesetzes


Bischof Joachim Wanke
Bischof schreibt Abgeordneten zur geplanten Änderung des Stammzellgesetzes

Erfurt (BiP). In einem Brief an die Thüringer Bundestagsabgeordneten hat der Erfurter Bischof Joachim Wanke appelliert, die Kultur des Lebens zu stärken und keine weitere Aufweichung des Schutzes menschlichen Lebens zuzulassen.


Wankes Brief erreichte die Abgeordneten wenige Tage vor der Debatte im Deutschen Bundestag zur geplanten Änderung des Stammzellgesetzes. Bisher dürfen aus dem Ausland nur embryonale Stammzellen importiert werden, die vor dem 1.2.2002 gewonnen wurden. Außerdem muss für den Import eine Sondergenehmigung eingeholt werden, die den hochrangigen wissenschaftlichen Zweck des Forschungsvorhabens bestätigt.


Haupteinwand gegen die Herstellung oder Nutzung embryonaler Stammzellen ist, dass dafür Embryonen getötet werden müssen. "Eine Forschung mit dem Ziel neuer medizinischer Therapien, die auf diesem Weg Embryonen vernichtet, kann sich nicht über eine Ethik des Heilens legitimieren", schreibt der Bischof. Der Embryo sei von Anfang an mit der Verschmelzung von Ei- und Samenzelle ein Mensch. "Jede Phase der Entwicklung geht kontinuierlich in die nächste über: der Mensch wird nicht zum Menschen, sondern ist Mensch von Anfang an", betont der Bischof mit Verweis auf das unbedingte Lebensrecht des menschlichen Embryos.


Dem Bundestag liegen vier Gesetzesentwürfe vor, die die Forschung mit embryonalen Stammzellen regeln sollen und die nicht miteinander vereinbar sind. So fordert eine Gruppe von Abgeordneten den unveränderten Fortbestand des Stammzellgesetzes, andere wünschen die einmalige Verschiebung des Stichtages, die Abschaffung der Stichtagsregelung oder die Streichung des Stammzellgesetzes. Die Stichtagsregelung ist Bestandteil des Stammzellgesetzes.


Schon bei der Einführung der Stichtagsregelung im Jahr 2002, die von der katholischen Kirche wegen der in Kauf genommenen Tötung von Embryonen abgelehnt worden war, äußerte der Erfurter Bischof die Befürchtung, dass Forscher und Politiker weiter reichende Forderungen erheben würden. Auf keinen Fall dürfe es dazu kommen, so Wanke damals, dass unter dem Vorwand der Forschungsfreiheit das Embryonenschutzgesetz ausgehebelt wird.



Text des Stammzellgesetzes (pdf-Datei)