Anders als gewohnt

Bischof Ulrich Neymeyr zur Bistumswallfahrt am 20.09.2020.

Liebe Mitchristen,

leider müssen wir schweren Herzens in diesem Jahr auch die Bistumswallfahrt in der gewohnten Form absagen. Wir unterstützen die behördlichen Infektionsschutzmaßnahmen, die für die Bistumswallfahrt in der uns gewohnten Form einen kaum leistbaren Aufwand bedeuten würden: Der Platz müsste eingezäunt sein, die Teilnehmenden müssten sich rechtzeitig vorher anmelden und eine Teilnahmebestätigung zugeschickt bekommen, die kontrolliert werden müsste. Ich kann die Vorsicht der Behörden bei Großveranstaltungen angesichts der steigenden Infektionszahlen gut verstehen. Wir möchten keinesfalls dazu beitragen, dass am Ende aufgrund zu hoher Infektionszahlen der Regelbetrieb in den Schulen und Kindergärten nicht mehr möglich ist. Der Tag der Bistumswallfahrt ist in Thüringen der Tag des Kindes. In den Zeiten des Kontaktverbotes hat es wochenlang gedauert, bis die Kinder und ihr Anspruch auf Bildung öffentliche Aufmerksamkeit gefunden haben.

Auch wenn wir in diesem Jahr bei der Bistumswallfahrt nicht leibhaftig zusammenkommen können, wollen wir dennoch in Verbindung bleiben. So lautet auch das Leitwort der diesjährigen Bistumswallfahrt. Dankenswerterweise wird das Domradio in Köln den Gottesdienst am Tag der Bistumswallfahrt im Internet und im Radio übertragen. Auch der Fernsehsender EWTN wird den Gottesdienst ab 10.00 Uhr übertragen, sodass wir wenigstens über die Medien in Verbindung bleiben können. Außerdem bitte ich die Pfarreien unseres Bistums, beim Seelsorgeamt je zwei Mitglieder zu benennen, die den Gottesdienst im Dom mitfeiern. Sie werden einen Blumengruß mit nach Hause bringen, der auch ein Zeichen der Verbundenheit sein soll.

Liebe Mitchristen, die Corona-Pandemie hält uns alle im Atem. Bitte hören Sie nicht auf, darum zu beten, dass bald ein wirksamer Impfstoff gefunden wird. Wir beten für alle Menschen, die an Covid 19 erkrankt oder daran gestorben sind und bitten auch um Trost für ihre Angehörigen. Zugleich tragen wir mit unserem vorsichtigen Verhalten dazu bei, die Ausbreitung des Virus einzudämmen. Dies schmälert nicht unser Gebet und unser Gottvertrauen. Es ist vielmehr ein Ausdruck der Ernsthaftigkeit unserer Gebete. Gerne empfehle ich Ihnen für Ihr Gebet den Psalm 91, der darauf vertraut, dass Gott uns auch vor der Seuche beschützt und seinen Engeln befiehlt, uns zu behüten auf all unseren Wegen.
Mit allen guten Segenswünschen grüße ich Sie ganz herzlich.

Ihr Bischof Ulrich Neymeyr

 

Ps 91

Wer im Schutz des Höchsten wohnt, der ruht im Schatten des Allmächtigen.
Ich sage zum HERRN: Du meine Zuflucht und meine Burg, mein Gott, auf den ich vertraue.
Denn er rettet dich aus der Schlinge des Jägers und aus der Pest des Verderbens.
Er beschirmt dich mit seinen Flügeln,/ unter seinen Schwingen findest du Zuflucht, Schild und Schutz ist seine Treue.
Du brauchst dich vor dem Schrecken der Nacht nicht zu fürchten, noch vo dem Pfeil, der am Tag dahinfliegt,
nicht vor der Pest, die im Finstern schleicht, vor der Seuche, die wütet am Mittag. 
Fallen auch tausend an deiner Seite,/ dir zur Rechten zehnmal tausend, so wird es doch nicht treffen.
Mit deinen Augens wirst du es schauen, wirst sehen, wie den Frevlern vergolten wird.
Ja, du, HERR, bist meine Zuflucht. Den Höchsten hast du zu deinem Schutz gemacht.
Dir begegnet kein Unheil, deinem Zelt naht keine Plage.
Denn er befiehlt seinen Engeln, dich zu behüten auf all deinen Wegen.
Sie tragen dich auf Händen, damit dein Fuß nicht an einen Stein stößt;
du schreitest über Löwen und Nattern, trittst auf junge Löwen und Drachen.
Weil er an mir hängt, will ich ihn retten. Ich will ihn schützen, denn er kennt meinen Namen.
Ruft er zu mir, gebe ich ihm Antwort. In der Bedrängnis bin ich bei ihm, ich reiße ihn heraus und bring ihn zu Ehren.
Ich sättige ihn mit langem Leben, mein Heil lass ich ihn schauen.