Seite an Seite: Bischof Wanke (li.) und Altweihbischof Koch, der für seine Lebensleistung den Thüringer Verdienstorden erhält
Erfurt (BiP). Für seine Lebensleistung erhält der Altweihbischof des Bistums Erfurt, Hans-Reinhard Koch (80), den Thüringer Verdienstorden.
Die Ordensverleihung durch Ministerpräsidentin Christine Lieberknecht findet am Dienstag, 2. November im Barocksaal der Thüringer Staatskanzlei in Erfurt statt, teilte die Pressestelle der Staatskanzlei heute mit. Mit Koch werden der ehemalige Direktor des evangelischen Marienstiftes Arnstadt, Jürgen Rudolf Friedrich, und Peter Israel Anton Schwierz für sein ehrenamtliches Engagement für die christlich-jüdische Verständigung mit dem Verdienstorden ausgezeichnet.
Hans-Reinhard Koch habe seine Aufgaben als Priester mit Selbstverständlichkeit, mit Hingabe, mit Gelassenheit und Freude getan, heißt es in der Vorschlagsbegründung für den Altweihbischof. "Meist hat er eher im Hintergrund gewirkt, aber er war immer da, wenn man ihn brauchte. In seiner stillen und freundlichen Art ist er als Mensch und als Priester vielen ein Vorbild", wird in der Begründung weiter ausgeführt. Für Menschen in ganz besonderen Lebenssituationen, so zum Beispiel für die Bausoldaten oder die jungen Männer in der damaligen NVA, sei er jahrzehntlang Anlaufstelle, Ratgeber und Begleiter gewesen. Sein Interesse gälte dem Thüringer Land in seiner Geschichte und Gegenwart, besonders dem Eichsfeld, seiner Heimat.
Der Erfurter Bischof Joachim Wanke freut sich über die Auszeichnung des Altweihbischofs durch den Freistaat. "Mit Hans-Reinhard Koch wird ein überzeugter und überzeugender Seelsorger geehrt, der immer ein Herz für die Seelsorge und die Menschen hatte, denen er begegnete. Auch als Weihbischof war er sich für keine Aufgabe zu schade und erwarb sich so die Anerkennung von Klerus und Gemeinden", sagte der Bischof in Erfurt. Wanke würdigte außerdem Kochs Engagement für das christlich-jüdische Gespräch, seine Heimatliebe und sein Interesse an der Kunst.
Altweihbischof Koch ist der erste Weihbischof des 1994 neu gegründeten Bistums Erfurt. Seine Bischofsweihe erhielt er aber bereits im Jahr 1985. Geboren am 27. November 1929 in Leinefelde (Eichsfeld), studierte er nach dem Abitur in Erfurt Theologie und erhielt am 17. Juli 1955 die Priesterweihe. Die erste Kaplansstelle führt ihn nach Nordhausen. 1959 wird er Pfarrkurat in Kölleda.
1965 beruft ihn Bischof Hugo Aufderbeck als Subregens in das Priesterseminar in Erfurt, wo sich Koch besonders um die jüngeren Semester kümmern muss. 1969 wechselte er als Personalreferent ins Bischöfliche Amt, eine Aufgabe, der er bis 1990, damals längst schon Weihbischof, nachkam. 1983 wurde er Dompfarrer am Erfurter Dom St. Marien. Im Mai 1985 ernennt Papst Johannes Paul II. (1920-2005) Hans-Reinhard Koch zum Weihbischof des Apostolischen Administrators in Erfurt und Meiningen.
1994 wurde das Bischöfliche Amt Erfurt-Meiningen zum Bistum Erfurt erhoben und Koch der erste Weihbischof der Neugründung. Nach der Errichtung des Bistums wird er 1995 Dompropst des Domkapitels von St. Marien. Der Papst, der ihn zum Weihbischof ernannt hatte, sollte ihn auch in den Ruhestand versetzen. Das geschah am 27.11.2004, Kochs 75. Geburtstag. Dennoch bleibt er weiterhin als Vorsitzender des Caritasverbandes im Bistum Erfurt engagiert, eine Aufgabe, der er seit 1990 bis heute gerne nachkommt.