Als Gott mal einen Spaziergang machte

und was ihm da gegen den Strich ging

Eines Tages ging Gott durch die Straßen unserer Stadt. Einfach so. Es war nicht viel los. Sommerzeit! Die Schulkinder hatten Ferien und die Erwachsenen Urlaub. Auch vor der Kirche war es ruhig.


Während er sich dort umsah, blieb sein Blick am Schaukasten hängen. Das Plakat, das Koffer und Rucksack zeigte, war nicht zu übersehen. „Ferien sind Reisezeit“, verkündete es. Und dann stand da noch, in großen Lettern: „Gott im Gepäck haben!“


Ich, ins Gepäck? Was soll ich da?, wunderte er sich. Eingeklemmt zwischen Reiselektüre und Tauchsieder, geschützt von T-Shirts und Socken.


Außerdem, und das empörte ihn wirklich: Er war doch kein Ding, das man „um Gottes willen“ nicht vergessen durfte. Ein Posten für die Checkliste zum Kofferpacken: Rasierer, Badelatschen, Tempos, Gott und Mückenspray.


Verstohlen schaute Gott sich um, griff in seine Tasche, holte eine Sprühdose hervor und schrieb in Windeseile quer über den Schaukasten:


Ich bin da. Wenn Du mich brauchst – bin ich da. Wenn du mich nicht brauchst – bin ich da. Immer. Überall. Gott

RM