Afrikanische Lebensfreude im Eichsfeld

Neuer Konvent in Heilbad Heiligenstadt gegründet

Bild: Juliane Körber

Mit großer Freude und tiefer Dankbarkeit wurde gestern (01. Juni 2026) im Altenpflegezentrum „Hospital Zum Hl. Geist“ der Katholischen AltenPflegeHeime Eichsfeld gGmbH (KAPHE) in Heiligenstadt der neue Konvent der „Immaculate Heart of Mary Sisters of Morogoro“ feierlich gegründet. In einem festlichen Pontifikalamt vollzog Bischof Neymeyr die offizielle Errichtung des ersten Konvents dieser Gemeinschaft in Deutschland.

„Es erfüllt uns mit Dankbarkeit und großer Freude, dass sich in unserer Einrichtung erneut Ordensschwestern niederlassen“, sagte Andrea Stützer, Geschäftsführerin der KAPHE. „Bereits vor vielen Jahren haben Schwestern – damals des „Hl. Vinzenz von Paul“ – mit Nächstenliebe und Hingabe viel Gutes bewirkt und tun dies bis heute. Dass diese Tradition nun in neuer Form weiterlebt, ist für uns ein großes Geschenk.“

Ein langer Weg, getragen von Weltkirche, Engagement und afrikanischer Lebensfreude Bereits seit dem vergangenen Jahr lebt und arbeitet Sr. Sabina im Hospital „Zum Hl. Geist“. Ihre Aufgabe war es, in Deutschland einen Konvent ihrer Gemeinschaft zu gründen. Die Kongregation hat ihren Hauptsitz in Morogoro, Tansania und zählt dort über 400 Schwestern. Der Kontakt entstand über Pfarrer Münnemann aus Niederorschel. Als der Wunsch nach einer Konventsgründung an ihn herangetragen wurde, wandte er sich als Gesellschafter der KAPHE an Geschäftsführerin Stützer. „Ich habe sofort gespürt, dass dies eine Chance für beide Seiten ist“, so Stützer. Nach einem ersten Besuch von Sr. Sabina war schnell klar: Die Voraussetzungen vor Ort stimmen und die Schwestern sind herzlich willkommen.

Mit ihrem Einzug brachte Sr. Sabina nicht nur ihre fachliche Kompetenz ein, sondern auch jene afrikanische Lebensfreude, die nun spürbar den Alltag im Haus bereichert: Herzlichkeit, Musik, Humor und eine tiefe, geerdete Spiritualität. Gemeinsam mit der Geschäftsführung bereitete sie die Ankunft weiterer Schwestern vor. Die Visabeschaffung war aufwendig, doch dank guter Kontakte in die Weltkirche schließlich erfolgreich.

Seit dem 25. April 2026 leben nun drei Schwestern dauerhaft im Konvent. Weitere lernen bereits Deutsch, um nach ihrer Einreise hier ihre Ausbildung zu beginnen. Ein Gemeinschaftswerk vieler Hände. Der gelungene Start des Konvents ist das Ergebnis eines beeindruckenden Miteinanders. „Es ist ein 
Gesamtwerk aller, in dem jeder seinen Teil beiträgt“, betont Stützer.

Dazu gehören: 
• formelle und organisatorische Schritte, 
• zahlreiche Telefonate und Begleitungen bei Behörden, 
• ehrenamtliche Sprachlehrerinnen und Sprachlehrer, 
• Mitarbeitende, die im Alltag unterstützen, 
• und viele Menschen, die einfach da sind, zuhören, helfen, Türen öffnen.

„Für all diese Unterstützung bin ich zutiefst dankbar. Ohne dieses gemeinsame Engagement wäre dieser Start nicht möglich gewesen“, so Stützer weiter. Damit befindet sich im Hospital „Zum Hl. Geist“ nun wieder eine Klausur für Schwestern. Ein Bild, das viele Menschen im Eichsfeld aus früheren Zeiten kennen.

Ein Fest der Verbundenheit – Weltkirche im Eichsfeld

Bereits in der Woche vor der Gründung besuchte der Heimatbischof der Schwestern, Bischof Lazarus Msimbe aus Tansania das Eichsfeld und die neue Heimat der Schwestern. Er zeigte sich bewegt und dankbar von der herzlichen Aufnahme und sagte weitere personelle Unterstützung zu. Am Festtag selbst wurde eindrucksvoll sichtbar, wie lebendig Weltkirche im Eichsfeld ist: Ordensleute verschiedener Gemeinschaften und Nationalitäten beteten und feierten gemeinsam. „Hier zeigt sich, wie vielfältig und zugleich verbindend unser Glaube ist“, sagte Stützer. 
Die gesamte Feier wurde per Livestream nach Tansania übertragen, sodass die Schwestern in ihrer Heimat den besonderen Moment miterleben konnten.

Ein Neubeginn mit Zukunft

Mit der Gründung des Konvents beginnt ein neues Kapitel im Hospital „Zum Hl. Geist“. Die Schwestern bringen Wärme, Glauben, Professionalität und eine ansteckende Lebensfreude in den Alltag der Bewohnerinnen und Bewohner ein. Gleichzeitig finden sie hier ein neues Zuhause. „Wir sind dankbar für jede Schwester, die ihren Weg zu uns findet. Sie bereichern unser Haus menschlich, geistlich und fachlich“, betonte Stützer.

Quelle: KAPHE

 

 

Fotos: Juliane Körber

KONVENT: Als Konvent (vom Lateinischen: conventus – Zusammenkunft) wird in der katholischen Kirche die Gemeinschaft der sitz- und stimmberechtigten Mitglieder eines Klosters sowie der Wohnbereich des Klosters bezeichnet.