Ab in den Norden

Erfurter Abiturient nutzt ein vielversprechendes Angebot des Bonifatiuswerkes

Ruben Hähnel (2.v.r.) freut sich auf seine Zeit im Ausland. Bonifatiuswerk-Generalsekretär Monsignore Georg Austen (r.) und Projektkoordinatorin Lidia Fioravanti (l.) und Projektreferentin Eva Berlage (2.v.l.) wünschen ihm alles Gute. (Foto: Hartmut Salzmann / Bonifatiuswerk)

Am 14. August geht es los. Dann macht sich Ruben Hähnel aus Erfurt auf den Weg nach Dänemark. Aber nicht nur für zwei oder drei Wochen, sondern gleich für zehn Monate.
Ruben ist einer von 25 jungen Erwachsenen aus ganz Deutschland, die in diesem Sommer mit dem „Praktikum im Norden“ des Bonifatiuswerkes eine Reise beginnen, die weit mehr ist als ein Auslandsaufenthalt. Sie führt nach Schweden, Norwegen, Dänemark, Finnland, Island sowie nach Lettland und Estland – dorthin, wo sie in Kirchengemeinden, sozialen Einrichtungen, Schulen und Bildungszentren mitarbeiten, Verantwortung übernehmen und Menschen begegnen werden, die ihren weiteren Lebensweg prägen werden. Dabei lernen sie nicht nur neue Länder mit ihren jeweiligen Kulturen kennen, sondern auch eine Kirche, deren Mitglieder ihren Glauben in einer kleinen Minderheit lebt.

Der Erfurter Abiturient wird im Bistum Kopenhagen die Caritas Dänemark bei ihrer Arbeit unterstützen. Mithilfe ist auch bei der katholischen Jugendorganisation DUK (Danmarks Unge Katolikker) gefragt. Deren Mitglieder organisieren Veranstaltungen und Freizeiten sowohl in Kopenhagen als auch in den restlichen Regionen Dänemarks. Der Erfurter hilft zum Beispiel bei der Vorbereitung von Angeboten für Kommunionkinder.

„Ich freue mich, Erfahrungen und Erlebnisse mit dem Bonifatiuswerk verknüpfen zu können und tolle Monate zu erleben, in denen ich am besten auch noch Menschen helfen kann. Die verschiedenen Kulturen außerhalb von Deutschland interessieren mich sehr und wie diese die Mentalität der Menschen insbesondere in Hinsicht auf politische Weltgeschehnisse verändern“,

sagt der 20-Jährige, der das Hilfswerk schon seit seiner Kindheit kennt und mit den BONI-Bussen zu Religiösen Kinderwochen gefahren ist.

Bonifatiuswerk-Generalsekretär Monsignore Georg Austen macht deutlich, dass die Freiwilligen nicht nur in andere Länder reisen, sondern zugleich Brücken zwischen Menschen und Kulturen bauen:

„Wer sich auf den Weg macht, verändert nicht nur seinen Standort, sondern oft auch seine Haltung. Das 'Praktikum im Norden' schafft Begegnungen über Länder- und Kulturgrenzen hinweg und zeigt, wie viel Menschen voneinander lernen können. Unser Freiwilligendienst ist eine Einladung, den eigenen Horizont zu weiten und Kirche als weltweite Gemeinschaft in ihrer Vielfältigkeit zu erleben. Gerade in einer Zeit gesellschaftlicher Spannungen sind solche Erfahrungen von unschätzbarem Wert.“


Während ihres Freiwilligendienstes werden die jungen Erwachsenen von Mentorinnen und Mentoren vor Ort begleitet und bleiben zugleich mit dem Bonifatiuswerk im Austausch. Das Programm wurde 2011 gestartet und ermöglicht jährlich mehr als 20 jungen Menschen zwischen 18 und 27 Jahren Auslandserfahrungen in Nordeuropa und dem Baltikum. Das „Praktikum im Norden“ ist ein Kooperationsprogramm zwischen dem Bonifatiuswerk und dem Newman-Institut im schwedischen Uppsala. Es kann als „Internationaler Jugendfreiwilligendienst“ (IJFD) anerkannt werden.