Erfurt. Nur noch wenige Stunden,
dann besucht Papst Benedikt XVI. Erfurt. Für den Malteser
Hilfsdienst (MHD) gibt es in dieser kurzen Zeit noch viel zu tun,
denn noch steht kein einziges Rettungszelt. Mit rund 200 Helfern sind
sie vor Ort, die Erfurter Sanitäter werden dabei von den Maltesern
aus dem Erzbistum Bamberg und der Diözese Regensburg unterstützt.
Sie koordinieren den Einsatz in der thüringischen Landeshauptstadt.
"Hier in Erfurt gibt es einfach nicht genug Malteser für einen
solchen Einsatz, da helfen wir gerne aus", sagt Burkhard Pfaff,
ärztlicher Leiter der Malteser aus dem Bistum Regensburg. Rund 120
Helfer kommen aus seinem Bistum, 35 aus dem Erzbistum Bamberg.
Weitere 50 sind direkt aus Erfurt.
Die Malteser können bei ihrem Einsatz
auf jeder Menge Erfahrung zurückblicken, schließlich waren sie
schon für die Versorgung beim Papstbesuch in Regensburg 2006
zuständig. Auf dem Erfurter Domplatz werden sie am Samstag, 24.
September, mit vier Unfallhilfsstellen vor Ort sein. In diesen Zelten
arbeiten jeweils 20 Sanitäter und ein Arzt. "Kleine Eingriffe
können wir hier vornehmen", erklärt Rainer Zollitsch,
Einsatzleiter für die Malteser in Erfurt. Außerdem werden Sanitäter
auf dem Domplatz unterwegs sein, hinzu kommen neun Krankenwagen. Die
Altersspanne der Sanitäter ist groß: Die jüngste Helferin ist erst
17, der Älteste ist 71 Jahre alt.
Zwei Tagen von dem Papstgottesdienst
ist von den Zelten noch nichts zu sehen, sie werden erst am Vorabend
der Feier aufgebaut. Die mobile Leitstelle, in der alle Einsatzpläne
zusammenlaufen, steht allerdings schon. Die Sanitäter müssen bei
ihrer Arbeit auf alles eingestellt sein: "Halsschmerzen, Blasen an
den Füßen, aber auch Kreislaufzusammenbrüche aufgrund geringer
Wasseraufnahme - wir haben uns auf alles eingestellt", erklärt
der ärztliche Leiter Pfaff.
Die Zeit der intensiven Vorbereitung
hat für die bayerischen Malteser vor rund vier Wochen begonnen.
"Seitdem wissen wir zum Beispiel endgültige Besucherzahlen, die
auf dem Domplatz zugelassen sind", sagt Einsatzleiter Zollitsch.
Trotzdem kommen beim Zeltaufbau am Donnerstagnachmittag neue Probleme
hinzu. Mal funktioniert der Funk nicht richtig, mal ist es ein
Ü;bertragungswagen eines Fernsehsenders, der im Weg steht. Trotzdem
wirken die Malteser entspannt. "Das liegt auch daran, dass wir uns
alle hier im Team gut kennen", erklärt Pfaff.
Für Pfaff wird es ein besonderes
Wochenende, denn er ist "Papstarzt". In Erfurt wird er direkt
hinter dem Papamobil in einem Wagen fahren und im Notfall zusammen
mit Benedikts Leibarzt für die medizinische Versorgung des Papstes
sorgen. Zwar war Pfaff bereits in Regensburg Papstarzt, trotzdem ist
es in Erfurt wieder etwas Besonderes für ihn, gibt er zu. Bei seinem
letzten öffentlichen Auftritt beim Weltjugendtag hat Pfaff den Papst
dafür am Fernsehen genau beobachtet. Außerdem wird er nach dessen
Landung in Erfurt mit dem päpstlichen Leibarzt sprechen, damit er
über den Gesundheitszustand des Papstes genau informiert ist. Auch
wenn Pfaff dem Papst ganz nah sein wird, zu einem Gespräch wird es
nicht kommen. "Das ist schon etwas schade, trotzdem ist der Dienst
für mich eine große Ehre", sagt Pfaff.
Gut vorbereitet fühlen sich neben den
Maltesern auch die Erfurter Krankenhäuser. Das Helios-Krankenhaus
und das Katholischen Krankenhaus Sankt Johannes Nepomuk sind
gerüstet: "Für Notfälle sind Plätze freigehalten", erklärt
Pressesprecher Till Haufs vom Katholischen Krankenhaus. Doch in
erster Linie freue sich die Klinik auf den Papstbesuch und rechne
nicht mit nennenswerter Mehrarbeit.
Schließlich sind auch die Würzburger
Malteser beim Papstbesuch in Thüringen präsent. Wenn der Papst am
Freitagabend in Etzelsbach eine Vesper feiern wird, liegt die
medizinische Versorgung der Pilger in den Händen der
unterfränkischen Helfer. Sie werden mit insgesamt über 100
Maltesern aus der Diözese Würzburg auf dem Gelände im Eichsfeld
tätig sein.
Sebastian Auer (sea)