15. August - Hochfest Mariä Aufnahme in den Himmel

Hintergrund des Festes, Kräuterweihe und Gloriosa-Geläut

Bild: Maria Steber (pba); in: Pfarrbriefservice.de

Seit dem 5. Jahrhundert feierten die Christen  der Ostkirche die leibliche Aufnahme Mariens in den Himmel. In der Westkirche wurde dieses Fest erst später, nämlich  seit dem 7. Jahrhundert, und zwar am 15. August begangen. Noch viel später, 1950, erklärte Papst Pius XII. die Aufnahme Mariens mit Leib und Seele in den Himmel zum Dogma. Damit verkündet die Kirche, dass für die Gottesmutter Maria schon jetzt Wirklichkeit ist, was für alle anderen Christen noch aussteht. Die innige Beziehung Marias zu ihrem Sohn steht im Zentrum des Festes.

Mit dem Fest Mariä Himmelfahrt ist auch der Brauch verbunden, Kräuter zu weihen, wobei es früher auch noch andere Feste gab, die mit einer Kräuterweihe einhergingen. Warum nun gerade die Aufnahme Marias mit Leib und Seele in den Himmel mit einer Kräuterweihe in Verbindung steht, lässt sich nicht eindeutig beantworten.

„Die Symbolhandlung – mit Gottes Hilfe die Kräfte der Natur zugunsten von Mensch und Tier einzusetzen – bezog auch die Anzahl und die Auswahl der Kräuter ein. Zwischen sieben (sieben als alte heilige Zahl) oder neun (drei mal drei) waren normal, aber auch 12 oder 24, 72 oder gar 99 sind bekannt. Kräuter, die dabei Verwendungen fanden, waren oder sind: Johanniskraut, Wermut, Beifuß, Rainfarn, Schafgarbe, Königskerze, Tausendgüldenkraut, Eisenkraut und gelegentlich Wiesenknopf, Kamille, Thymian, Baldrian, Odermennig, Alant, Klee und die verschiedenen Getreidearten. Die geweihten Kräuter wurden in Haus und Stall meist an der Wand (Herrgottswinkel) angebracht. Man benutzte sie aber auch, um aus ihnen einen Tee zuzubereiten, der gegen verschiedene Krankheiten helfen sollte.“ (Aus: Manfred Becker-Huberti, Lexikon der Bräuche und Feste, Herderverlag 2007).

Auch am heutigen Tag werden in einigen Gemeinden im Zusammenhang mit den Festgottesdiensten Kräuter geweiht.

Der Erfurter Dom St. Marien, die Kathedrale des Bistums, hat heute sein Patronatsfest. Aus diesem Grund wird um 18 Uhr eine Pontifikalgottesdienst gefeiert, vor dessen Beginn gegen 17.45 Uhr die Gloriosa geläutet wird.