Am 4. Fastensonntag begegnet Psalm 23, gesungen als Antwortpsalm, mitten zwischen den Lesungen im Gottesdienst. Ein Psalm, den viele kennen, der vertraut klingt und doch immer wieder neue Räume öffnet. Er zeigt das Leben als Weg durch Licht und Dunkel, durch Zeiten, in denen Sterben und Endlichkeit spürbar sind, aber auch durch Zeiten, in denen Trost und Geborgenheit tragen. Dort klingen die Worte „Der Herr ist mein Hirte, nichts wird mir fehlen“ als leise Zusage: Wir gehen nicht allein.
Halt finden in der Vergänglichkeit
Fastenzeit und österliche Bußzeit erinnern daran, dass das Leben begrenzt ist. Wie das Aschekreuz, das auf Asche und Staub verweist, ruft diese Zeit in Erinnerung: Der Mensch ist vergänglich. Alles ist endlich, das Dasein auf Erden, die Schritte, die Tage und das Tun. Und doch – mitten in dieser Vergänglichkeit liegt Trost verborgen. Wer sein Leben in Gottes Hände legt, wer sich führen lässt wie ein Schaf vom Hirten, spürt Geborgenheit selbst im „finsteren Tal“.
Wenn der Schatten weicht, beginnt das Leben
Diese „tiefste Finsternis“ – ein biblisches Motiv für Krisen, Ängste oder das Sterben - ist nicht das letzte Wort. Der Glaube an die Auferstehung leuchtet wie ein Lichtstrahl durch die Dunkelheit. Der Tod wird nicht zur Endstation., sondern zum Übergang in das Leben bei Gott. Und so wie die grünen Weiden und die stillen Wasser im Psalm fließen, Erneuerung und Lebensfluss versprechen, öffnet Ostern die Tür zu einem neuen Leben.

