Wenn ein Familienmitglied plötzlich pflegebedürftig wird, ändert sich das Leben schlagartig. Sorgen, Ängste und viele Fragen tauchen auf. Was muss man wo beantragen? Welche Unterstützung bietet die gesetzliche Pflegeversicherung? Was tun, wenn häusliche Pflege nicht möglich ist?
Neben der Sorge um den geliebten Menschen gilt es, Entscheidungen zu treffen und neue Wege zu gehen. Angehörige wollen alles richtig machen und dem Menschen, der Hilfe braucht, ein würdevolles Leben ermöglichen. Es entlastet, die verschiedenen Pflegeangebote zu kennen und zu wissen, welche finanziellen Hilfen und Unterstützungen bereitstehen.
Rechtzeitig für sich selbst vorsorgen
Auch die eigene Vorsorge verdient Aufmerksamkeit. Niemand weiß, was das Leben bringt. Ein Unfall, eine schwere Krankheit oder nachlassende geistige Kräfte im Alter können dazu führen, dass man die eigenen Angelegenheiten nicht mehr selbst regeln kann. Wer soll dann entscheiden?
Mit einer Vorsorgevollmacht, Betreuungsverfügung und Patientenverfügung lässt sich früh festlegen, was im Ernstfall gelten soll. Wer nicht vorsorgt, muss damit rechnen, dass das Betreuungsgericht eine rechtliche Betreuung anordnet, wenn sie nötig wird. Wer sich rechtzeitig informiert, schafft Sicherheit und gibt Angehörigen in einer ohnehin belastenden Zeit Orientierung.
Abschied nehmen und Sterben begleiten
Auch die letzte Lebensphase gehört zum Leben. Wissen über Sterben, Tod und Palliativversorgung kann Ängste abbauen und Gespräche über Wünsche ermöglichen, die sonst unausgesprochen bleiben. Was ist am Lebensende wichtig? Wo möchte der Mensch begleitet werden, welche Unterstützung braucht er?
Die Palliativversorgung begleitet Menschen mit schweren, unheilbaren Krankheiten in ihrer letzten Lebensphase und erhält ihre Lebensqualität so gut wie möglich. Linderung von Beschwerden, menschliche Zuwendung und die Begleitung durch Angehörige, Hospizdienste und Seelsorge spielen dabei eine große Rolle. Wer sich mit diesen Möglichkeiten vertraut macht, kann Wünsche ernst nehmen und den letzten Lebensabschnitt würdevoll und behütet gestalten.
Wenn Worte fehlen und Trauer Raum braucht
Trauer ist so individuell wie der Mensch selbst. Manche ziehen sich zurück, andere spüren Wut, tiefe Traurigkeit oder fühlen gar nichts mehr.
Gerade im Umgang mit Trauernden sind viele unsicher. Was sagt man, wenn Worte fehlen? Ist Nähe richtig, oder braucht der andere Abstand? Aus Angst, etwas falsch zu machen, schweigen viele, obwohl sie gerne helfen würden. Oft genügt es, einfach da zu sein, zuzuhören und die Trauer auszuhalten.
Kinder in schweren Zeiten begleiten
Kinder und Jugendliche brauchen besonders viel Aufmerksamkeit, wenn sie einen Verlust erleben. Die Trennung der Eltern, ein Abschied oder der Tod eines nahestehenden Menschen erschüttert ihre vertraute Welt. Auch sie müssen Wege finden, ihre Gefühle zu verstehen und auszudrücken. Sie brauchen Erwachsene, die zuhören, ihre Fragen ernst nehmen und ihnen zeigen, dass ihre Gefühle erlaubt sind.
Wissen gibt Halt
Stellt das Leben vor schwierige Aufgaben, hilft es, zu wissen, welche Unterstützung es gibt. Informationen und Wissen entlasten oft schon. Antworten auf offene Fragen oder der Austausch mit anderen helfen, Unsicherheiten abzubauen und neue Perspektiven zu entdecken.
Im November finden dazu verschiedene Informations- und Gesprächsveranstaltungen im Familienzentrum auf dem Kerbschen Berg, Dingelstädt statt. Sie bieten Raum, sich mit den Themen Pflege, persönliche Vorsorge, Sterben, Palliativversorgung und Trauer auseinanderzusetzen. Die Veranstaltungen richten sich an Menschen, die für sich selbst vorsorgen, Angehörige unterstützen oder lernen wollen, mit Trauer einfühlsam umzugehen.
Termine
Wissenswertes zur Pflegebedürftigkeit – Pflegegrade und Leistungen der Pflegeversicherung
Di | 27.10. | 17:00 – 18:30 Uhr
Vorsorge für Unfall und Krankheit
Thema: Vorsorgevollmacht
Di | 03.11. | 19:00 – 20:30 Uhr
Thema: Patientenverfügung
Di | 10.11. | 19:00 – 20:30 Uhr
Keine Angst vor fremden Tränen – Anregungen zum Umgang mit Trauer und Trauernden
Gemeinsam Wege finden, um Sprachlosigkeit zu überwinden und Halt zu geben Trauer ist so individuell wie der Mensch selbst.
Fr | 06.11. | 16:00 – 18:30 Uhr
Trauernde Kinder und Jugendliche – wie wir ihnen beistehen können
Fortbildung für Erzieher:innen, Lehrer:innen und Interessierte
Mi | 11.11. | 09:00 – 16 Uhr
Wissenswertes zur Pflegebedürftigkeit – Pflegegrade und Leistungen der Pflegeversicherung
Mo | 16.11. | 17:00 – 18:30 Uhr
Geht behütet sterben – Praktizierte Mitmenschlichkeit
Gesprächsabend für alle Menschen, die sich über die Themen rund um das Sterben, Tod und Palliativver-sorgung informieren wollen
Mo | 16.11. | 19:00 – 20:30 Uhr
Anmeldung und mehr Informationen zu den einzelnen Veranstaltungen gibt es unter kerbscher-berg.de
Für akute Hilfe gibt es die Telefonseelsorge
0800 1110111 / 0800 1110222 oder 116 123
In einer Krise oder schwierigen Lebenssituation hören dort Menschen zu, ermutigen und halten mit Ihnen aus, was gerade schwer, traurig, entmutigend oder unerträglich erscheint.
Die Telefonseelsorge bietet auch Chat- und Mailberatung an: www.telefonseelsorge.de/chat oder www.telefonseelsorge.de/mail
Beratungsangebote der Caritas
Die Caritas im Bistum Erfurt hält für viele Menschen in verschiedenen Lebenslagen zahlreiche Hilfen bereit.