Das Heilige Jahr 2025 endet mit dem heutigen Fest der Heiligen Familie. Das fügt sich gut. Denn für sehr viele Menschen ist die Familie ein wichtiger Ort der Hoffnung.
Glücklich sind diejenigen, für die die Familie nicht nur ein Ort der Hoffnung ist sondern, die einer Familie leben, in der diese Hoffnung erfüllt ist, die in ihrer Familie Geborgenheit und Vertrauen erleben, unbedingte Liebe und Verlässlichkeit, Gemeinschaft und Verbundenheit.
Es gibt einige schöne Geschichten, die das veranschaulichen. Eine Geschichte erzählt von einer jungen Frau die in einer Kleinstadt aufgewachsen ist, behütet von ihren Eltern und geprägt von ihren Vorstellungen und Lebenshaltungen. Eines Tages hat sie den Eindruck, dass ihr das alles viel zu eng ist. Sie macht ihren Eltern Vorwürfe, dass sie sie in einem kleinbürgerlichen Milieu festgehalten haben, dass sie nicht mit der Zeit gegangen sind und hoffnungslos rückständig bleiben. So bricht sie auf in die weite Welt mit ihren großen Verheißungen. Nach einiger Zeit wird ihr bewusst, dass es kalt um sie geworden ist. Die Bekanntschaften und Freundschaften sind oberflächlich und flüchtig, Es geht hauptsächlich darum, Spaß zu haben und die neueste Mode mitzumachen. Sie vermisst immer mehr die Geborgenheit zu Hause und die Liebe ihrer Eltern. Schließlich macht sie sich auf den Weg nach Hause. Kurz vor Mitternacht kommt sie an ihrem Elternhaus an und stellt fest, dass die Haustür ein Spaltbreit offen steht. Die Mutter steht auf und geht ihr entgegen. Als erstes hört sie zur Begrüßung: Wie könnt ihr die Haustür nachts offenstehen lassen. Die Mutter antwortet ihr: Seit du weggegangen bist, haben wir die Tür nicht mehr zugemacht.
Glücklich ist jeder Mensch, der in solch einer Familie lebt. Solch ich eine Einstellung und Lebenshaltung kommt nicht von alleine. Sie muss gewollt und gepflegt sein und setzt die Bereitschaft voraus, Eigenes zurückzustellen zugunsten der Familie als einer Gemeinschaft des Lebens und der Liebe.
In seiner Predigt bei Tag der Familien im Heiligen Jahr am 1. Juni sagte Papst Leo XIV.:
„Ich mit einem Herzen voller Dankbarkeit und Hoffnung zu euch Eheleuten: Die Ehe ist kein Ideal, sondern der Maßstab für die wahre Liebe zwischen Mann und Frau: einer Liebe, die ungeteilt, treu und fruchtbar ist. Diese Liebe lässt euch ein Fleisch werden und befähigt euch, nach dem Bild Gottes Leben zu schenken. Deshalb ermutige ich euch, für eure Kinder kohärente Vorbilder zu sein, indem ihr euch so verhaltet, wie ihr wollt, dass sie sich verhalten, und indem ihr stets das Gute in ihnen sucht wie auch nach Möglichkeiten, es zu fördern. Und ihr, Kinder, seid euren Eltern dankbar: „Danke“ zu sagen für das Geschenk des Lebens und für alles, was uns damit jeden Tag geschenkt wird, ist die erste Weise, um Vater und Mutter zu ehren".
Der Heilige Vater weist mit diesen Worten darauf hin, dass es aus unserem Glauben heraus zwei Maueranker gibt, die das Gebäude der Familie zusammenhalten und stabilisieren Der eine Maueranker ist die gläubige Überzeugung, dass durch das Sakrament der Ehe Gott selbst die Eheleute zu Mann und Frau verbindet. Die Gemeinsamkeit fußt nicht mehr nur auf ihrer Liebe und Treue, sondern auch auf der gläubigen Überzeugung, dass Gott sie verbunden hat und dass diese Verbindung genauso unauflöslich ist wie die zwischen Geschwistern.
Der zweite Maueranker ist die Abstammung, die für einen gläubigen Menschen nicht nur eine natürliche Verbindung darstellt, sondern den Eltern bewusst macht, dass ihre Kinder eine Gabe und eine Aufgabe Gottes sind, und die die Kinder zur Dankbarkeit und zur bleibenden Sorge gegenüber ihren der Eltern verpflichtet.
In seiner Predigt beim Tag der Familien im Heiligen Jahr hat Papst Leo XVI. auf das Beispiel heiliger Eheleute verwiesen:
„In den letzten Jahrzehnten haben wir ein Zeichen erhalten, das uns mit Freude erfüllt und zugleich zum Nachdenken anregt: Ich meine damit die Ehepaare, die selig- und heiliggesprochen wurden, und zwar nicht getrennt, sondern gemeinsam, als Ehepaare. Ich denke etwa an Louis und Zélie Martin, die Eltern der heiligen Theresia vom Kinde Jesus. Ich möchte auch an die seligen Luigi und Maria Beltrame Quattrocchi erinnern, die als Familie im letzten Jahrhundert hier in Rom lebten. Und vergessen wir nicht die polnische Familie Ulma: Eltern und Kinder, vereint in der Liebe und im Martyrium. Ich sagte, dass dies ein Zeichen ist, das zum Nachdenken anregt. Ja, indem uns die Kirche diese Ehepaare als vorbildliche Zeugen vor Augen stellt, sagt sie uns, dass die Welt von heute den Bund der Ehe braucht, um die Liebe Gottes zu erkennen und anzunehmen und um mit seiner einigenden und versöhnenden Kraft jene Mächte zu überwinden, die Beziehungen und Gesellschaften zersetzen".

