Wenn Rituale Politik machen. Religiöse Zeichen in der öffentlichen Inszenierung

Vortrag und Diskussion

Religiöse Rituale verfügen über eine starke symbolische Kraft und sind an klar bestimmte liturgische Kontexte gebunden. Gelangen sie in politische und mediale Öffentlichkeiten, verschiebt sich ihre Bedeutung. Religiöse Zeichen werden aus ihrem gemeindlichen Zusammenhang gelöst und als Mittel politischer Kommunikation eingesetzt. Fragen nach Inszenierung, Identitätspolitik und religiöser Pluralität treten in den Vordergrund. Aus theologischer Perspektive wird deutlich, wie solche Umdeutungen Rituale beschädigen, ihre Sinnhaftigkeit verengen und ihre widerständige Kraft schwächen – ein Vorgang, der Widerspruch herausfordert. 

Referent: Prof. Dr. Benedikt Kranemann, Professor für Liturgiewissenschaft an der Katholisch-Theologischen Fakultät Erfurt

Veranstalter: Eichsfeldforum