"O du fröhliche" im Oktober

Ministrierende aus Thüringen mit Bischof Neymeyr in Assisi

Mitten im Oktober hallte ein kräftiges „O du fröhliche“ durch ein Tal in Mittelitalien. Gesungen haben es Ministrierende aus dem Bistum Erfurt, und zwar in Greccio, wo der heilige Franziskus einst das erste Krippenspiel auf die Beine gestellt hat. 142 Kinder und Jugendliche zwischen 10 und 14 Jahren waren vom 17. bis 23. Oktober 2026 in Assisi unterwegs. Mit dabei waren 22 haupt- und ehrenamtliche Gruppenleitungen und Bischof Ulrich Neymeyr.

Los ging es mit einem Gottesdienst im Erfurter Dom, bei dem Weihbischof Reinhard Hauke der Gruppe den Reisesegen mitgab. Danach saßen alle eine ganze Nacht lang im Bus, rund 17 Stunden. In Assisi warteten auf die vier Reisebusse dann Sonnenschein, Bischof Neymeyr und Bruder Bernardin, einer der Franziskaner vom Hülfensberg. Er erzählte den Kindern, wie das Leben als Franziskaner heute aussieht, und teilte mit ihnen sein Wissen über die Stadt und ihre Heiligen.

Um genau die ging es nämlich die ganze Woche. Das Motto der Wallfahrt hieß „Die heiligen 3: Auf Spurensuche in Assisi“. Gemeint sind Franziskus, Klara und Carlo Acutis, die alle drei in Assisi ihre letzte Ruhestätte haben, wobei Carlo Acutis als Jüngster im Bunde erst seit dem vergangenen Jahr dazugehört.

Die Spurensuche begann mit einer Messe in der Basilika San Francesco, in die die Gruppe später in der Woche noch einmal für eine Führung zurückkam. Am ersten Wallfahrtstag zogen die Kleingruppen mit einer Stadtrallye zu den wichtigsten Orten im Leben der drei Heiligen. Dazu gehörten auch Rivotorto, wo Franziskus eine Zeit lang mit seinen Brüdern lebte, und die Portiuncula, in deren Nähe er starb und über der heute die große Basilika Santa Maria degli Angeli steht. Wer bei der Rallye nicht weiterwusste, konnte übrigens den Bischof fragen. Der hatte gute Tipps parat, sorgte für Stimmung und erzählte das Evangelium auch mal ganz spontan frei, wenn es sein musste.

Ein Ausflugstag führte nach Fonte Colombo und Greccio, zwei weitere wichtige Orte im Leben des Franziskus, und dort kam es dann zu dem Weihnachtslied im Herbst. In San Damiano, wo Klara mit ihren ersten Schwestern lebte, soll Franziskus den Ruf „Baue meine Kirche wieder auf!“ gehört haben. Genau an diesem Ort überlegten die Kinder und Jugendlichen, wie eigentlich ihre ganz persönliche Wohlfühlkirche aussehen würde. Und obwohl es zwischendurch einen ganzen Tag lang regnete, machten sich einige Gruppen auf den Stationsweg hinauf zu den Carceri, der Einsiedelei, in die sich Franziskus für einige Jahre zurückgezogen hatte.

Gefeiert wurde an vielen Orten in und um Assisi, in ganz unterschiedlichen Gottesdiensten, die Teilnehmende und Gruppenleitungen musikalisch begleiteten. Dazwischen blieb Zeit für Spielerunden, für Streifzüge durch die Stadt und natürlich für Eis und Pizza, ohne die eine Woche in Italien ja auch nicht komplett wäre.

Beim Abschlussgottesdienst in der Kirche San Rufino war dann noch einmal zu spüren, wie sehr die Gruppe in diesen Tagen zusammengewachsen war. Den lautesten Applaus bekamen die Gruppenleitungen, die die Kinder und Jugendlichen mit viel Gespür durch die Woche begleitet hatten. Alle kamen wohlbehalten zurück nach Thüringen, mit vielen Erinnerungen im Gepäck, mit neuen Freundschaften und mit ziemlich vollen Herzen.

Für die etwas Älteren zwischen 15 und 17 Jahren geht es übrigens im Sommer 2028 nach Rom.