Bischof Joachim Wanke im Gespräch
Zum Jahreswechsel 2008/09 ermutigt Bischof Wanke die Zuhörer von MDR 1 - Radio Thüringen, die Herausforderungen des neuen Jahres optmisitisch anzupacken
Wir dokumentieren das Wort des Erfurter Bischofs Joachim Wanke zum Jahreswechsel, das am 1. Januar 2009 von MDR 1 Radio Thüringen gesendet wurde:
Wer ein persönliches Tagebuch führt weiß: Im Nachhinein erhalten viele Dinge eine veränderte Bedeutung. Sie sind gleichsam in ein anderes Licht getaucht. Die späteren Ereignisse überlagern das Gestern und Vorgestern. Manches verliert an Gewicht und kann mit Recht vergessen werden. Anderes erweist sich als damals wichtige Weichenstellung, die Auswirkungen hat bis heute. Ich muss bekennen: Ich blättere gern in meinem Tagebuch. Es zeigt mir, wie ich geführt worden bin.
Mit Sicherheit dürfen wir sagen: Auch das vergangene Jahr hat Gott uns geführt. Er hat uns geduldig getragen und wohl oft auch ertragen. Er hat uns gelassen, aber nicht fallengelassen. Das Weihnachtsgeheimnis, das wir in diesen Tagen gefeiert haben, sagt uns auch, warum: Weil Gott in jedem von uns Jesus sieht, den er liebt - und in dem er auch uns liebt und annimmt.
Ich möchte angesichts einer verbreiteten Krisenstimmung in unserer Gesellschaft zu Vertrauen und Zuversicht aufrufen. Ich bin kein Politiker und kein Wirtschaftsfachmann. Aber ich denke: Die Grundlagen unseres Gemeinwesens sind nicht so desolat, dass wir ein Recht hätten, die Zukunft nur schwarz zu sehen. Es gibt Gründe, besorgt zu sein. Es gibt Entwicklungen, die noch nicht absehbar sind. Aber es gibt auch berechtige Hoffnung, gemeinsam Krisen meistern zu können.
Was jetzt gebraucht wird ist Vertrauen in die eigenen Kräfte und Gemeinsinn, nicht aus der gegenseitigen gesellschaftlichen Solidarität auszuscheren. Dann werden Unheilspropheten nicht das letzte Wort behalten. Betrachten wird das neue Jahr nicht nur von der Ökonomie und Wirtschaft her. Tauchen wir es in das Licht, das von oben, von Gott her kommt. Dann werden wir erkennen: Wir sind reicher als wir denken.
Ich wünsche allen Hörerinnen und Hörern von MDR 1 Radio Thüringen ein gesegnetes und gutes Jahr 2009.
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