Leuchten wie eine Laterne

Ansprache von Bischof Neymeyr beim Laternenumzug anlässlich der Eröffnung des Thüringer Reformationsgedenkjahres am Donnerstag, 10. November in Eisenach

 


Am 10. November 1483 wurde Martin Luther in Eisleben geboren. Schon am nächsten Tag wurde er in der Kirche getauft. Der 11. November war auch damals das Fest des Heiligen Martin von Tours. Wie damals üblich, erhielt das Kind den Namen des Tagesheiligen. Deswegen heißt Marin Luther mit Vornamen Martin. Die Taufe war für Martin Luther immer sehr wichtig. Er war nicht nur nebenbei Christ. Es war vielmehr das wichtigste in seinem Leben, dass er Christ war. Er wollte möglichst viel über Jesus Christus und die christliche Religion wissen. Deswegen studierte er in Erfurt Theologie. Er wollte aber auch viel Zeit haben für Jesus Christus und für das Gebet. Deswegen wurde er Mönch und Priester. Er wollte nicht nur selbst wissen, was in der Bibel steht, sondern er wollte, dass auch viele Menschen die Bibel in ihrer Sprache lesen können. Deswegen übersetzte er hier auf der Wartburg die Bibel ins Deutsche. So hat er für viele Menschen ein Tor geöffnet zu dem, was Jesus gesagt und getan hat. Er wurde für viele Menschen wie eine Laterne, die das Leben hell macht.

Weil für Martin Luther Jesus Christus so wichtig war, gefiel ihm manches an der Kirche nicht. Da ging es zu sehr darum, möglichst viele große Kirchen zu bauen, möglichst viel Macht zu haben und gut dazustehen. Vieles passte nicht zu dem, was Jesus Christus gepredigt und vorgelebt hatte. Martin Luther wollte die Kirche wieder zu Jesus Christus zurückführen und so erneuern. Dies war vor 500 Jahren und deswegen denken jetzt viele Menschen daran zurück. So öffnet Martin Luther auch heute vielen Christen die Augen und die Herzen dafür, was der Auftrag der Christen und der Kirchen in unserer Welt und in unserer Gesellschaft ist. Wie eure Laternen sollen wir Christen die Welt heller und wärmer machen.

10.11.2016