Zum 150. Pfarrjubiläum Kirche restauriert: St. Josef in Mühlhausen feiert Altarweihe und Festgala

Mühlhausen (BiP). Vor 100 Jahren wurde den Katholiken in Mühlhausen die Kirche zu eng. Sie bauten eine neue: die heutige Pfarrkirche St. Josef in der Waidstraße. 1907 ist sie eingeweiht worden. Ein knappes Jahrhundert später gab es zwar immer noch genug Platz, aber die Zeit hatte ihre Spuren am Kirchbau hinterlassen. Die Mühlhäuser beschlossen, ihre Kirche von Grund auf zu renovieren. Pünktlich zum 150. Pfarrjubiläum sind die Arbeiten abgeschlossen worden. Zusammen mit Pfarrer Gregor Arndt und Kaplan Andreas Friedel freut sich die Gemeinde auf ein großes Festwochenende (16./17. Juni).

In einem festlichen Gottesdienst am Sonntag, 17. Juni, 10 Uhr, wird Weihbischof Hans-Reinhard Koch den neuen Altar weihen. Der Kirchenchor unter Leitung von Kirchenmusikdirektor Raimund Kister singt im Gottesdienst die Missa brevis von Joseph Haydn. Am Nachmittag findet um 16 Uhr in der Gaststätte am Schützenberg eine Festgala mit Tänzen, Theaterspielen und einer Talkshow statt. Neuigkeiten aus alter und neuer Zeit kommen zum Vortrag. Interessantes wird sicherlich auch der ehemalige Stadtdechant von Mühlhausen, Rektor Bruno Diefenbach, als Ehrengast zu berichten wissen. Vertreter aus Politik und Verwaltung sind ebenfalls geladen. Denn ohne staatliche Zuschüsse hätte die St-Josef-Gemeinde ihre Kirche nicht renovieren können. Rund 1 Million Mark stammen aus Mitteln der Denkmalpflege und der Städtebauförderung. Die Pfarrgemeinde hat selbst 420.000 Mark aufgebracht. Was noch an der Gesamtsumme von über 2 Millionen Mark fehlte, brachten das Bistum Erfurt und das katholische Bonifatiuswerk auf.

Die Pfarrkirche ist von Grund auf renoviert worden. Die Natursteine der Außenfassade wurden saniert, das Dach ist neu gedeckt und der Dachstuhl saniert. Im Inneren der Kirche gab es neben den Restaurierungsmaßnahmen auch bauliche Veränderungen. Am auffälligsten sind fünf neue Fenster in der Chorzone, deren Farben den Kirchenraum in ein mystisches Licht tauchen. "Herrlichkeit" ist das Thema der neuen Kirchenfenster, das sich farblich im Gewölbe über der Vierung fortsetzt. Die Pfarrgemeinde hatte sich für den Entwurf der Künstlerin Maren-Magdalena Sorger entschieden, die Ausführung lag bei der Paderborner Firma "Glasmalerei Peters". Die hauptsächlich in Gelb, Gold und Orange gehaltenen Gläser weisen eine Fülle von Symbolen auf. Außerdem finden sich Texte von Mystikern und - in hebräischen Schriftzeichen - der alttestamentliche Gottesname "Jahwe": Ich bin der Ich bin da - für euch, durch alle Zeiten. In einer musikalischen Vesper um 20 Uhr am Vorabend der Altarweihe stehen die Kirchenfenster im Mittelpunkt einer Meditation.

Auch die Chorzone selbst hat eine Neugestaltung erfahren. Der Entwurf stammt vom Büro "Rongen Architekten", das für den gesamten Innenraum zuständig war. Durch Schattenfugen hat die Altarinsel an Massigkeit verloren und wirkt leicht, fast sogar schwebend. Der neue Altar steht jetzt inmitten der feiernden Gemeinde. Durch seinen Ort verdeutlicht er die Versammlung der Gemeinde zur Eucharistiefeier als Mitte christlichen Lebens. Im neuen finden sich Bestandteile aus dem alten Altar.

Weitere Restaurierungsmaßnahmen galten der Beseitigung von Rissen im Gewölbe, der Innenausmalung und dem Bau neuer Kirchenbänke. Die Heizungsanlage ist komplett neu. Von den beiden Orgeln der Kirche ist die ältere, die schon lange nicht mehr benutzt wurde, nach Ungarn verschenkt worden.

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