"Um ein Lächeln auf das Gesicht der Hilflosen und Unterdrückten zu zaubern"

Schwester Leeza aus Indien besucht das Bistum Erfurt und berichtet von ihrer Arbeit für Mädchen und Frauen am Rande der Gesellschaft

 



Bistum Erfurt (BiP). Anlässlich des 100. Geburtstages von Mutter Teresa präsentiert das katholische Hilfswerk Missio im Oktober, den die katholische Kirche als Monat der Weltmission begeht, das Engagement indischer Ordensschwestern. Wie Mutter Teresa engagieren sich heute viele Ordensfrauen für diejenigen, die in Indien ausgebeutet, diskriminiert und ausgegrenzt werden.

Eine dieser Schwestern ist Leeza Paiyapalli (im Foto links). Die 31jährige Franziskanerin besucht vom 17. bis 25. Oktober das Bistum Erfurt. Bischof Joachim Wanke begrüßt Schwester Leeza am Sonntag, 17. Oktober in der Pfarrkirche St. Marien in Meiningen, wo um 9.30 Uhr die diözesane Missio-Aktionswoche mit einer heiligen Messe eröffnet wird. Im Lauf der Woche wird die Schwester Kirchengemeinden und Einrichtungen in Winterstein, Gotha, Suhl, Bad Salzungen, Heilbad Heiligenstadt, Geisleden, Eisenach und Erfurt besuchen, um von ihrer Arbeit in Indien zu berichten.

Die Franziskanerin setzt sich im nordindischen Lucknow für Mädchen und Frauen ein, die die Armut auf dem Land in die Stadt getrieben hat. Als Koordinatorin der Bewegung der Hausangestellten im indischen Bundesstaat Uttar Pradesh weiß Schwester Leeza um das Leid dieser Frauen. Alleingelassen in einer fremden Umgebung leben sie am Rande der Gesellschaft, arbeiten von früh bis spät, und wenn sie überhaupt bezahlt werden, dann weit unter dem gesetzlich festgelegten Mindestlohn.

Das Nav Jagruti-Haus der Franziskanerinnen für Frauen in Not ist Anlaufstelle für Beratung und oft auch einzige Zufluchtsstätte. Schwester Leeza hat ihr ganzes Leben auf die Arbeit mit diesen Frauen und ihren Kindern ausgerichtet, die von ihren Arbeitgebern oft noch nicht einmal mit ihrem Namen angesprochen werden. Rechtsberatung und politische Interessenvertretung in einer Gesellschaft, die ohne diese billigen Arbeitskräfte kaum mehr auskäme, sind für die Ordensfrau ebenso wichtig wie die seelsorgliche Begleitung der Frauen, die in ihrem Leben nie Wertschätzung erfahren haben.

Jeden Tag sucht sie die Frauen da auf, wo sie arbeiten, bespricht mit ihnen ihre Situation, sucht nach Lösungen für Probleme und organisiert Schulunterricht für die Kinder. Die Frauen, die meist noch nicht einmal die Sprache der Städter sprechen, aus der Isolation herauszuholen und ihnen zu zeigen, dass sie nicht allein sind, dass sie Begabungen haben und Respekt verdienen, ist ein erster Schritt in ein neues Leben.

Nicht alle, die bei den Franziskanerinnen Schutz suchen, arbeiten als Hausangestellte. Oft sind es junge Frauen, die von ihrer eigenen Familie mit dem Tod bedroht werden, etwa weil sie aus einer gewalttätigen Ehe geflohen sind. Diesen Frauen eine neue Existenz zu schaffen und sie auf ihrem schwierigen Weg zu begleiten, ist für Schwester Leeza gelebte Nachfolge Jesu. "Wenn es mir gelingt, ein Lächeln auf das Gesicht der Hilflosen und Unterdrückten zu zaubern, dann bin ich glücklich."

www.missio.de

Öffentliche Termine von Sr. Leeza im Bistum Erfurt

Vier Videos über die Arbeit von Ordensschwestern in Indien