Prälat Paul Uthe in Heiligenstadt verstorben

Uthe war unter Bischof Aufderbeck Generalvikar im damaligen Bischöflichen Amt Erfurt-Meiningen


Prälat Paul Uthe (1926-2009)
Uthe war unter Bischof Aufderbeck Generalvikar im damaligen Bischöflichen Amt Erfurt-Meiningen

Heilbad Heiligenstadt (BiP). Im Alter von 83 Jahren ist am Nachmittag des 2. Aprils Prälat Paul Uthe in Heilbad Heiligenstadt verstorben. Uthe stand im 58. Jahr seines Priestertums.


Mit vier anderen Diakonen hatte er am 15. Juli 1951 das Sakrament der Priesterweihe empfangen. Es war die erste Weihe, die nach der Säkularisation Anfang des 19. Jahrhunderts im Erfurter Dom stattfand.


Bischof Hugo Aufderbeck (1909-1981) berief ihn 1974 als seinen Generalvikar. Uthe, den Papst Paul VI. zuvor zum Ehrenprälaten ernannt hatte, war damit bis zum Tode Aufderbecks der zweite Mann an der Spitze des damaligen Bischöflichen Amtes Erfurt-Meiningen, das 1994 zum Bistum Erfurt erhoben wurde.


Eine schwere Krankheit zwang den Prälaten, 1992 aus dem aktiven Dienst auszuscheiden. Bis dahin hatte er als Priester auf zwei Kaplansstellen und in der Priesterausbildung gearbeitet sowie verschiedene Referate im Bischöflichen Ordinariat geleitet. Dem Kolpingswerk diente er seit 1962 als Präses. 1987 zeichnete ihn das Internationale Kolpingswerk mit seiner Goldene Ehrennadel aus.


"Prälat Uthe war in allem ein Vorbild als Priester, in Freud und Leid", würdigte Weihbischof Reinhard Hauke, Bischofsvikar für die Priester und Diakone im Bistum Erfurt, den Verstorbenen. Auch wegen seines Humors werde man ihn in lebendiger Erinnerung behalten, so Hauke.


Das Requiem für Prälat Uhthe wird am Mittwoch, 8. April um 13 Uhr in der Neustädter Pfarrkirche St. Ägidien in Heiligenstadt gefeiert. Anschließend ist gegen 14.15 Uhr die Beerdigung auf dem Friedhof des Bergklosters, Friedensplatz 6. In Erfurt findet ein Gedenkgottesdienst am Dienstag, 14. April um 18 Uhr in der Pfarrkirche St. Josef, Bogenstraße 4a, statt.


Paul Uthe wurde am 5. Februar 1926 in Heyerode im Eichsfeld geboren. Seine Schulzeit wurde durch den zweiten Weltkrieg, in den er als Flakhelfer und Soldat ziehen musste, unterbrochen. Da das 1944 erteilte "Notabitur" nach dem Krieg nicht anerkannt wurde, konnte er erst Ende März 1946 nach einem Sonderkurs an der Heiligenstädter Oberschule regulär die Reifeprüfung ablegen. In dieser Zeit entschied er sich endgültig für das Theologiestudium und den Priesterberuf.


1946 trat er in das Fuldaer Priesterseminar ein und studierte dort Theologie. Am 15. Juli 1951 wurde er im Erfurter Dom zusammen mit vier weiteren Diakonen von Weihbischof Adolf Bolte zum Priester geweiht. Als Kaplan war Paul Uthe in Rudolstadt (1951-53) und in Mühlhausen (1953-57) tätig. Die Berliner Bischofskonferenz ernannte ihn 1957 zum Subregens im Priesterseminar Erfurt, der einzigen Ausbildungsstätte für Priester in der DDR.


Nach seinem Dienst in der Priesterausbildung wurde er 1962 von Weihbischof Dr. Joseph Freusberg in das Bischöfliche Generalvikariat am Erfurter Herrmannsplatz berufen. Hier wirkte er als Ordinariatsrat für Bau- und Finanzfragen und stellvertretender Generalvikar, bis ihn Bischof Hugo Aufderbeck dann zu seinem Generalvikar (1974-81) ernannte. Danach war er wiederum Leiter des Baureferats (bis 1989) und Finanzreferats sowie stellvertretender Generalvikar (jeweils bis 1990).


Eine schwere Erkrankung und ihre schmerzhaften Folgen zwangen ihn, aus dem aktiven Dienst auszuscheiden, und so verbrachte er seit dem Pfingstfest 1992 als Pensionär noch einige Jahre in Erfurt, bevor er 1998 wieder in das Eichsfeld zog und in Heiligenstadt bei den Schulschwestern im Bergkloster freundliche Aufnahme fand.

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