Positive Wende für freie Schulen

Katholisches Büro bewertet Thüringer Rechtsverordnung zur Schulfinanzierung positiv


Chemie-Unterricht an der Edith-Stein-Schule - eine Schule in Trägerschaft des Bistums Erfurt
Katholisches Büro bewertet Thüringer Rechtsverordnung zur Schulfinanzierung positiv

Erfurt (BiP). Die Finanzsituation von Schulen in freier Trägerschaft in Thüringen hat sich nach Ansicht des Katholischen Büros Erfurt verbessert. Die von der Landesregierung am 11. Dezember verabschiedete Rechtsverordnung zur Schulfinanzierung nehme in den letzten Jahren staatlicherseits erfolgte Kürzungen zurück, erklärte der Leiter des Katholischen Büros, Winfried Weinrich, in Erfurt.


Als positiv wertete er für die allgemeinbildenden Schulen den staatlichen Finanzierungsanteil von nunmehr 85 Prozent bei den Personal- und Sachkosten, die Steigerung der Schülerkostensätze um acht Prozent sowie eine verbesserte Lehrer-Schüler-Relation. "Das ist gegenüber dem ersten Entwurf der Rechtsverordnung ein deutlicher Fortschritt", so Weinrich.


Der Verabschiedung der Rechtsverordnung war ein Jahre langer Streit zwischen dem Thüringer Kultusministerium und den freien Trägern vorausgegangen, bei dem beide Seiten Gutachten anfertigen ließen, um die tatsächlichen Schülerkosten zu ermitteln.


Von den Kürzungen waren besonders die berufsbildenden Schulen betroffen. Die Erzieherausbildung sollte ursprünglich nur zu 80, die Altenpflegerausbildung sogar nur zu 60 Prozent staatlicherseits finanziert werden. Mit 90 Prozent bei den Erziehern und 85 bei den Altenpflegern sei jetzt durch die verabschiedete Rechtsverordnung das besondere öffentliche Interesse an diesen Ausbildungsbereichen berücksichtigt, unterstrich Weinrich.


Das Kultusministerium hat außerdem die Schülerkostensätze für Hauptschüler, die an einer Berufsschule ihren Regelschulabschluss ablegen oder sich für ein Fachabitur qualifizieren wollen, um elf Prozent erhöht. "Positiv", wertet Weinrich, "schließlich geht es diesen Schülern nicht zuletzt darum, ihre Chancen auf dem Ausbildungs- und Berufsmarkt zu verbessern".


Resümierend formulierte der Leiter des Katholischen Büros, es bleibe zu hoffen, "dass die Finanzierung der Schulen in freier Trägerschaft staatlicherseits langfristig garantiert wird." Schließlich handele es sich bei den freien Schulen nicht um ein "Privatvergnügen" der Träger, betont Weinrich und verweist auf das Thüringer Schulgesetz. Dort steht wortwörtlich: "Schulen in freier Trägerschaft bereichern und ergänzen das Schulwesen in Thüringen. Diese Schulen sind Ausdruck eines vielfältigen Bildungsangebotes und tragen eigenverantwortlich neben den staatlichen Schulen zur Bildung und Erziehung insbesondere der jungen Menschen in Thüringen bei."



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